Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUOCHS: Tierhalter werden stärker kontrolliert

Der Veterinärdienst der Urkantone führt neu unangemeldete Grundkontrollen durch. Dabei gebe es nur «einzelne Probleme».
Richard Greuter
Es wird nicht mehr so viel gemolken: Der Milchkonsum ist in der Schweiz weiter rückläufig. (Bild: Martin Rütschi/Keystone)

Es wird nicht mehr so viel gemolken: Der Milchkonsum ist in der Schweiz weiter rückläufig. (Bild: Martin Rütschi/Keystone)

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Aufgrund der Fälle von Tierquälerei im Kanton Thurgau und im Luzerner Hinterland musste auch der Veterinärdienst der Urkantone seine Praxis verschärfen. Wie an einem Infoabend am Dienstagabend im Restaurant Sternen in Buochs zu vernehmen war, müssen 10 Prozent der Grundkontrollen ohne Anmeldung erfolgen. Laut Martin Grisiger, stellvertretender Kantonstierarzt und Bereichsleiter Tiergesundheit, betreffen diese Grundkontrollen vor allem den Tierschutz und das Tierwohl. Ist ein Tierhalter abwesend oder nicht erreichbar, darf sich der Kontrolleur nach Rücksprache mit dem Veterinärdienst im Stall einen Überblick verschaffen.

Grundsätzlich werden direktzahlungsberechtigte Nutztierhalter alle vier Jahre und Betriebe ohne Direktzahlungen (DZ) alle zehn Jahre veterinärdienstlich kontrolliert. In Nidwalden sind es rund 140 solche Kontrollen jährlich, die das Amt für Landwirtschaft koordiniert. Der Veterinärdienst entscheidet dann, welche er unangemeldet überprüft. «Betriebe, die einmal beanstandet wurden, müssen mit einer unangemeldeten Kontrolle rechnen», sagte Tierarzt Martin Grisiger. Für Nidwalden zeichnet der Veterinärmediziner allerdings ein gutes Bild: «Ich sehe, dass wir nur einzelne Problembetriebe haben, aber der grösste Teil ist gut.»

Das sieht auch Heiri Niederberger so, der über Direktzahlungsprogramme informierte. 2017 wurden bei 83 Nidwaldner Betrieben 37000 Franken gekürzt (2016: 27000 Franken). Insgesamt 4700 Franken erhielten 13 Betriebe weniger wegen Mängel in der Tierhaltung. Gegenüber dem Vorjahr eine Verbesserung um 2500 Franken. Ein grosser Teil der Kürzungen von 23000 Franken erfolgt wegen ungenügender Qualität bei verschiedenen Programmen.

Bauernbetriebe: Umsatz von 71 Millionen Franken

Am Infoabend wurde auch über diverse andere landwirtschaftliche Themen informiert. So habe der Bund mit einigen Feinjustierungen die Agrarpolitik 14–17 verlängert. «Es wurden bewusst ­keine grossen Änderungen gemacht», sagte Andreas Egli, Vorsteher des Amts für Landwirtschaft. Mit ökologischen Massnahmen soll der Ammoniakverlust und der Pflanzenschutz verbessert werden. Ein wichtiges Element der Direktzahlungen seien gemeinwirtschaftliche Leistungen, welche die Bauernfamilien für die Allgemeinheit erbringen. Als wichtigen Punkt nannte er die Schnittnutzung in Hang- und Steillagen. «Man will, dass die Hänge weiterhin bewirtschaftet werden», hält Egli fest. Die Abgeltung dieser Leistung gleiche die Standortnachteile des Berggebietes aus und sei auch für den Tourismus wichtig, so Egli weiter.

Auch wirtschaftlich leisten die Nidwaldner Bauernbetriebe einiges: Ihr Gesamtumsatz von rund 71 Millionen Franken setzt sich zusammen aus 50 Millionen für den Verkauf ihrer Produkte und 21 Millionen Franken Direktzahlungen. Allerdings fallen rund 50 Millionen Franken für Betriebskosten weg.

Strukturverbesserungsbeiträge sind neu an strengere Auflagen gebunden. Für Bauten mit Kosten von über 500000 Franken verlangt der Kanton ein Betriebskonzept und Eigenmittel von 15 Prozent. Ab 2019 müssen neue landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen mit Partikelfilter und Katalysatoren ausgerüstet sein.

«Betriebe, die einmal beanstandet wurden, müssen mit einer unangemeldeten Kontrolle rechnen.» Martin Grisiger, Stellvertretender Kantonstierarzt (Bild: Richard Greuter/NZ)

«Betriebe, die einmal beanstandet wurden, müssen mit einer unangemeldeten Kontrolle rechnen.» Martin Grisiger, Stellvertretender Kantonstierarzt (Bild: Richard Greuter/NZ)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.