Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUOCHS: Trotz Schock hat er Glück im Unglück

Der Scheunenbrand war traumatisch für Familie Wyrsch. Doch sie blickt nach vorn. Schon im September soll ein neuer Aufbau stehen.
Matthias Piazza
Kurt Wyrsch diese Woche vor dem Baugespann für den Wiederaufbau der Scheune. (Bild: Corinne Glanzmann / PD)

Kurt Wyrsch diese Woche vor dem Baugespann für den Wiederaufbau der Scheune. (Bild: Corinne Glanzmann / PD)

Matthias Piazza

Der Anblick ist seltsam: Wo ein Dach sein sollte, blickt man ins Leere. Eine Feuersbrunst hat Anfang Juli den ganzen hölzernen Aufbau von Kurt Wyrschs Scheune in Schutt und Asche gelegt. Plastikplanen decken notdürftig undichte Stellen ab. «Hier hat sich das Feuer seinen Weg gebahnt. Glücklicherweise konnte die Feuerwehr den Brand eindämmen und den benachbarten Laufstall schützen», erklärt Bauer Kurt Wyrsch bei einem Rundgang.

Der verhängnisvolle Morgen des 7. Juli wird sich wohl immer im Gedächtnis von ihm und seiner Frau Ursi einprägen. «Es war ein Riesenschock, als ich um etwa Viertel nach sieben Uhr die Flammen sah, die aus der Scheune loderten.» Dann musste es schnell gehen. «Ich rannte, um den Traktor und andere Maschinen rauszuholen.» Nachbarn eilten ihm zu Hilfe. Die Zeit drängte, nur schon wegen der Hitze. Seine Frau alarmierte die Feuerwehr. Dabei habe wenige Minuten zuvor noch nichts auf einen Brand hingedeutet. «Kurz zuvor liess ich die Kühe auf die Weide, liess hinter der Scheune die Heubelüftung an und stieg auf den Heugaden, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Dabei fiel mir nichts Spezielles auf.» Die kurz darauf eingetroffene Feuerwehr schaffte es, die übrigen Gebäudeteile vor dem Feuer zu retten. «Die Feuerwehrleute knieten sich rein, arbeiteten bis spätabends», lobt Wyrsch. Es war auch Glück im Unglück: Verletzt wurde niemand. Und nach dem Brand konnten alle Hasen und Hühner mit einer Ausnahme gerettet werden, derweil die Kühe friedlich auf der Weide weiter grasten.

Riesige Solidaritätswelle

Dem Bauern schwappte eine riesige Solidaritätswelle entgegen. «Benachbarte Bauern waren extrem hilfsbereit, gewährten meinen Hühnern Asyl und boten mir auch sonst Hilfe an, munterten mich mit Zuschriften auf, sprachen mir Mut zu.» Die Nidwaldner Sachversicherung kümmerte sich um den materiellen Schaden, der alles in allem einige hunderttausend Franken beträgt. Um seine Existenz muss er sich darum keine Sorgen machen.

Sprung ins kalte Wasser

Trotzdem brachen für seine Frau und ihn schwierige Zeiten an. «Es war ganz schlimm. Eine Woche lang ging es mir ganz schlecht. Man wird bei so einem Ereignis ins kalte Wasser geworfen. Ein solch einschneidendes Erlebnis wie einen Brand mag man niemandem gönnen.» Die Frage nach dem Wie-Weiter tauchte auf. Lösungen mussten so schnell wie möglich her. Sorgen machte ihm vor allem das Heu. Einerseits wurden achtzig Fuder zerstört. Anderseits brauchte er einen geeigneten Stall, um den neuen Wintervorrat unterzubringen. Auch hier sprang ein befreundeter Bauer ein.

Nach dem ersten Schock machte man sich schnell an die Planung der Zukunft. Schon ein paar Tage später wurde das Baugesuch für den neuen Stall eingereicht. Wird es, wie erwartet, bewilligt, beginnen die Wiederaufbauarbeiten noch Ende dieses Monats. Wyrsch rechnet damit, den neuen Stall Mitte September bereits wieder benutzen zu ­können.

Einem früheren Schicksalschlag ist es zu verdanken, dass es mit dem Wiederaufbau so schnell vorwärtsgeht. Der Sturm Vivian zerstörte 1990 den Vorgängerstall. Die Pläne von damals sind glücklicherweise noch vorhanden, sodass man umgehend loslegen kann.

Um die Frage nach der Brandursache kümmern sich noch Spezialisten des Forensischen Instituts Zürich. Kurt Wyrsch wurde darüber informiert, dass man einen Heustockbrand ausschliesse und einen elektrischen Defekt in Betracht ziehe.

Das Dach erlitt beim Brand vor einem Monat massive Schäden. Ein Abbruch war unausweichlich. (Bild: Corinne Glanzmann / PD)

Das Dach erlitt beim Brand vor einem Monat massive Schäden. Ein Abbruch war unausweichlich. (Bild: Corinne Glanzmann / PD)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.