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BUOCHS: Yvonne von Deschwanden: «Wir müssten mehr Patienten haben»

Fünf statt sieben Regierungsräte haben laut Yvonne von Deschwanden auch Vorteile. Im Asylwesen habe der Kanton Ordnung.
Interview Markus von Rotz
Gesundheits- und Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden (59, FDP) gehört der Regierung seit 2010 an. (Bild: PD)

Gesundheits- und Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden (59, FDP) gehört der Regierung seit 2010 an. (Bild: PD)

Die Spitäler arbeiten heute mit Fallpauschalen statt Detailrechnungen. War die Befürchtung von sogenannten blutigen Entlassungen, um Kosten zu sparen, berechtigt?

Yvonne von Deschwanden: Wir haben diesbezüglich keine Probleme. Die Spitäler würden sich ins eigene Fleisch schneiden, denn Nachbesserungen müssen zum gleichen Preis abgerechnet werden. Es gibt keine neuen Fälle daraus. Das Kantonsspital Nidwalden ist von der Qualität her sehr gut aufgestellt, aber unser Problem ist das kleine Einzugsgebiet. Wir müssten mehr Patientinnen und Patienten haben, um wirtschaftlicher arbeiten zu können

Kann hier die Zusammenarbeit mit Luzern (Lunis) wirklich helfen?

Von Deschwanden: Lunis ist die Voraussetzung für die Erhaltung unseres Spitals. Mit dem vermehrten Einsatz von Konsiliarärzten aus dem Luzerner Kantonsspital, die hier Operationen durchführen, die bisher nicht möglich waren, kann der Standort Stans seine Rolle als führender Anbieter in der Grundversorgung stärken. Als Beispiele nenne ich die Wirbelsäulenchirurgie oder das Adipositaszentrum Zentralschweiz. Das hat einen positiven Effekt auf die Qualität und die Wirtschaftlichkeit. Die Luzerner Ärzte schätzen im Übrigen die familiäre Atmosphäre in Nidwalden. Gleichzeitig profitiert auch Luzern, weil wir dort Patienten zuweisen, die spezialisierte Medizin benötigen. Der Alleingang wäre auf jeden Fall teurer.

Einst war noch eine Spitalfusion mit Obwalden im Gespräch, inzwischen gibt es immer weniger Zusammenarbeitsfelder.

Von Deschwanden: Das ist so. Luzern und Nidwalden bilden die Lunis-Spitalregion, weshalb wir uns nach Luzern orientieren. Im Psychiatriebereich arbeiten wir erfolgreich mit Obwalden zusammen. Die Zusammenarbeit läuft gut. Die heutige Vereinbarung läuft noch bis 2016. Es ist in Vorbereitung, dass auch im Psychiatriebereich mit Fallpauschalen abgerechnet werden muss.

Ihr Mandat als Spitalrätin von Luzern wurde kontrovers diskutiert. Nun wird in einem Vorstoss verlangt, dass Ihr Honorar auch in die Staatskasse fliessen soll. Sind Sie dazu bereit?

Von Deschwanden: Die heutige Regelung entspricht der geltenden Gesetzgebung und wurde vom Regierungsrat so immer offengelegt. Zurzeit ist im Landrat eine Motion dazu hängig. Wenn die Gesetzgebung geändert wird, ist es für mich selbstverständlich, dass alle im geänderten Gesetz vorgesehenen Entschädigungen an die Staatskasse gehen.

Wäre es nicht ehrlicher, neu nur noch Regierungsräte im Vollamt zu haben und dann nur noch fünf statt wie jetzt sieben Mitglieder?

Von Deschwanden: Das Nidwaldner Volk hat sich 2005 deutlich für sieben Regierungsratsmitglieder im Hauptamt ausgesprochen. Eine Reduktion auf fünf wurde abgelehnt. Das Siebnermodell bietet den Vorteil, dass ein Regierungsratsmitglied während seiner Tätigkeit weiterhin eine berufliche Verbindung zur Wirtschaft oder zu seinem eigenen Betrieb aufrechterhalten kann.

Auch das Asylwesen ist Ihre Aufgabe. Der Kanton führt seine Unterkunft selber, andere setzen auf externe Fachleute. Ist Ihr Weg richtig?

Von Deschwanden: Bei uns läuft es sehr gut. Wir haben die nötige Durchsetzungskraft. Mit Flüchtlingen, die sich korrekt verhalten, gehen wir respektvoll um. Wir können aber auch konsequent durchgreifen, wenn die Situation es erfordert. Bei Bedarf können wir auch auf die Unterstützung durch die Polizei zurückgreifen. Bis heute ist es meinem Team und mir gelungen, dass wir Ordnung im Asylwesen haben. Dass es jedoch beim Zusammenleben von Menschen aus 26 Nationen Probleme geben kann, liegt auf der Hand. Deren Bewältigung ist unsere Aufgabe.

Wie ist Ihre Bilanz nach bald vier Jahren? Immer noch top motiviert?

Von Deschwanden: Ich kann mit Überzeugung sagen, dass ich mich in meiner Direktion wohl fühle. Es macht mir jeden Tag grosse Freude, diese verantwortungsvolle Aufgabe zum Wohle der Nidwaldner Bevölkerung zu erfüllen. Und ich bin motiviert, die vielen positiven und herausfordernden Projekte weiterzuführen, die ich in der aktuellen Legislatur aufgegleist habe.

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