BUOCHS: Zu Wasser gehts künftig mit dem Lift

Die Bauarbeiten für den neuen Boots­hafen sind im Endspurt. Ende Monat können die ersten Bootsplätze bezogen werden – einige haben einen Lift.

Matthias Piazza
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Die Arbeiten am neuen Bootshafen kommen dank der milden Witterung gut voran. (Bild Corinne Glanzmann)

Die Arbeiten am neuen Bootshafen kommen dank der milden Witterung gut voran. (Bild Corinne Glanzmann)

Fast lautlos senkt die Winde den Metallrahmen ins Wasser. Ebenso elegant bewegt sich die Vorrichtung aufwärts. Auf so einem Lift werden die Boote künftig aus dem Wasser in die Parkposition gehievt. 55 solcher modernen gedeckten Plätze mit Lift bietet der neue Bootshafen Buochs künftig an. Und zwar für alle Kategorien von Booten, von einer bis zu sechs Tonnen Gewicht. «Damit haben wir die Infrastruktur wesentlich modernisiert», erläutert Werner Barmettler, Präsident der Baukommission, während er den Lift zu Demonstrationszwecken bedient.

Nachfrage übersteigt Angebot

Die Anlage ist das Herzstück des erweiterten Bootshafens. Im Sommer 2012 fiel der Startschuss zu diesem Projekt. Nun ist man auf der Zielgeraden. Dazu trug auch die Witterung bei. «Dank des milden Winters hatten wir keinen Tag Unterbruch», erklärt Josef Bucher, Präsident der Genossenkorporation Buochs. Bereits fertig ist der neue Kran, der grössere Schiffe vom Wasser aufs Land heben kann. Daneben entsteht die neue Betankungsanlage. Ebenfalls schon gebaut ist die Aussenmole, eine Art schützender Damm. Und das bestehende Hafengebäude erhielt neue Duschen und WCs. Noch gibt es allerdings einiges zu tun, noch immer dominieren nicht Bootsfahrer, sondern Bauleute die Szenerie. Die Lifte müssen elektrisch noch fertig angeschlossen, die Bootsstege montiert werden, die Zuleitungen für Wasser und Strom bei den Anlegestellen fehlen auch noch.

«Bis Ostern sollte der Hafen bezugsbereit sein», meint Josef Bucher. Die ganze Hafenanlage umfasst rund 330 Boote. Damit wird das Angebot der Plätze um 30 Prozent aufgestockt. Im Gegensatz zu früher gibt es auch noch einen Mittelsteg. Die Nachfrage ist vorhanden. «Es stehen immer noch 150 Interessenten auf der Warteliste», so Werner Barmettler. Mit den komfortableren Plätzen wurden auch die Mieten angepasst. Ein Aussenplatz ist neu ab rund 2000 Franken pro Jahr zu haben, je nach Bootsbreite. Gedeckte Plätze kosten 6000 bis 6500 Franken. «Unsere Preise sind mit jenen von ähnlichen Häfen wie Stansstad und Hergiswil vergleichbar.» In den vergangenen Jahrzehnten seien die Preise unwesentlich angepasst worden, weshalb der heutige Ansatz mit den nun getätigten Investitionen angemessen sei. Das werde auch von den Bootsfahrern akzeptiert. Selbst diejenigen, die sich zunächst kritisch zur Preiserhöhung geäussert hätten, hätten den Bootsplatz behalten.

Ebenfalls auf grosses Interesse stossen die zehn Mietwohnungen, die über den Bootsplätzen erstellt wurden und ab November bezugsbereit sind. Zwei Drittel seien bereits vermietet.

Zeitgemäss und grösser

21,5 Millionen Franken investiert die Genossenkorporation als Besitzerin und Bauherrin in dieses Projekt. Nötig wurde die Sanierung, weil die Anlage aus den Sechzigerjahren zu klein wurde und komfortmässig den heutigen Anforderungen nicht mehr genügte. «Und auch der bauliche Zustand der Wohnungen liess keine vernünftige, den Anforderungen entsprechende Sanierung zu, darum entschieden wir uns für einen kompletten Neubau», erläutert Josef Bucher. Alle Interessierten seien berechtigt, sich für einen Bootsplatz zu bewerben, auch wenn sie nicht Genossenbürger seien. Die Frage, warum die Genossen so viel Geld investieren, beantwortet Josef Bucher einerseits mit der grossen Bedeutung für die Korporation. «Vor rund 50 Jahren erstellte unsere Korporation den Hafen und erweiterte ihn in den Achtzigerjahren. Diese Anlagen im Seefeld will man erhalten und den künftigen Generationen weitergeben.»

Den Abschluss bilden im kommenden Herbst die Umgebungsarbeiten. Dazu gehören auch ökologische Ausgleichsmassnahmen der Flachwasserzone. Das heisst, beim benachbarten Ufer wird die bestehende Mauer entfernt und ein flaches Ufer gestaltet. Am 13. September soll die offizielle Eröffnung des neuen Bootshafens mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.

Koordiniert wird das Projekt mit dem neuen Wassersportzentrum Nidwalden, das sich zurzeit im Bau befindet und südwestlich des neuen Hafens entsteht. Die Kanuten werden den gemeinsamen Seezugang benutzen.