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BUOCHS/BERLIN: Nidwaldner holt Chodorkowski aus Russland

Der russische Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski ist überraschend nach Deutschland ausgereist. Dabei spielte offenbar der Nidwaldner Unternehmer Ulrich Bettermann eine zentrale Rolle.
Sasa Rasic
Ulrich Bettermann in einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2000 vor seinem Firmenjet auf dem Flugplatz Buochs. (Archivbild Dominik Buholzer / Neue Luzerner Zeitung)

Ulrich Bettermann in einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2000 vor seinem Firmenjet auf dem Flugplatz Buochs. (Archivbild Dominik Buholzer / Neue Luzerner Zeitung)

Regierungskritiker Michail Chodorkowski, der am Donnerstag vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begnadigt wurde, landete am Freitagnachmittag auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Nach seinem Aufenthalt in Deutschland plant Chodorkowski die Weiterreise in die Schweiz. Dies meldet «Spiegel online» unter Berufung unbestätigter Quellen. Dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sind die Reisepläne von Chodorkowski nicht bekannt.

Klar ist, dass sein Transport mit einem Flugzeug der Unternehmensgruppe OBO Bettermann geschehen ist. Die Firma OBO Bettermann hat auch einen Sitz in Wolfenschiessen. Ulrich Leo Bettermann, der aus Deutschland stammende Eigentümer der OBO Bettermann GmbH & Co. KG, lebt seit über 30 Jahren in der Schweiz und derzeit in Buochs. Falls Chodorkowskis Reise in die Schweiz mit demselben Jet geplant ist, besteht so die Chance, dass er auf dem Flugplatz in Buochs landet, der auch sonst vom Unternehmen genutzt wird.

Letztes Treffen vor 10 Jahren

Seit langem befreundet: Hans-Dietrich Genscher (rechts) mit seiner Frau Barbara und Ulrich Bettermann in einer Aufnahme von 2000. (Archivbild Neue NZ)

Seit langem befreundet: Hans-Dietrich Genscher (rechts) mit seiner Frau Barbara und Ulrich Bettermann in einer Aufnahme von 2000. (Archivbild Neue NZ)

Auf dem Flughafen in Berlin wurde Chodorkowski vom ehemaligen deutschen Aussenminister Hans-Dietrich Genscher empfangen. Bettermann und Genscher hatten Chodorkowski vor zehn Jahren das letzte Mal getroffen. Sie nahmen an einer der letzten Veranstaltungen teil, an welcher der Putin-Kritiker vor seiner Verhaftung im Oktober 2003 aufgetreten war. Im September 2003 prangerte der Russe im Berliner Hotel Adlon die Korruption und weitere Missstände in seiner Heimat an. Chodorkowski soll geahnt haben, was ihn in Russland erwartet. Als er sich von Genscher verabschiedete, sagte Chodorkowski, es sei womöglich für lange Zeit das letzte Treffen gewesen. «Ich weiss, was mich erwartet», sagte er laut dem Online-Portal der Zeitung «Welt».

Besuch bei seiner Mutter

Chodorkowski wurde am Freitagmorgen nach zehnjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen. Er habe Putin ersucht, ihn aus «familiären Gründen» zu begnadigen, erklärte er gestern. Die russische Strafvollzugsbehörde hatte zuvor mitgeteilt, Chodorkowski habe um die Ausreise nach Deutschland gebeten, weil dort seine krebskranke Mutter behandelt werde. Chodorkowskis Mutter selbst sagte dagegen der Staatsagentur Itar-Tass, sie sei momentan in Russland.

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