BUOCHS/ENNETBÜRGEN: Gemeinderäte weibeln für Kinderplanschbecken

1,1 Millionen Franken kostet die Sanierung des Kinderbassins. An der Informations­veranstaltung legten Gemeinderäte und Fachleute nochmals dar, warum sich diese Investition lohnt.

Matthias Piazza
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Ein solches Sonnensegel wie in der Badi Sissach (Bild) ist auch beim Kinderplanschbecken in Buochs/Ennetbürgen geplant. (Bild: PD)

Ein solches Sonnensegel wie in der Badi Sissach (Bild) ist auch beim Kinderplanschbecken in Buochs/Ennetbürgen geplant. (Bild: PD)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Das Kinderplanschbecken im Strandbad Buochs/Ennetbürgen wird mit Leitungs- und Seewasser gefüllt. Nicht zur Freude des Laboratoriums der Urkantone. Denn dieses Vorgehen entspricht nicht mehr den aktuellen Hygienevorschriften. Seit 2011 verlangen die Normen für alle Schwimmbecken eine Wasseraufbereitungsanlage. «Wir müssen handeln, ansonsten müssten wir das Kinderplanschbecken früher oder später schliessen», erläuterte der Ennetbürger Gemeinderat und Projektverantwortliche Toni Odermatt den rund 40 interessierten Besuchern im Gemeindesaal Ennetbürgen. Gemeinderäte von Buochs und Ennetbürgen hatten zur Informationsveranstaltung geladen, um die Buochser über die Abstimmungsvorlage ins Bild zu setzen.

Es führe kein Weg an einer aufwendigen Sanierung vorbei. Der Wolhuser Bäderplaner Urs Köpfli stellte die favorisierte Variante vor. Das Bassin bleibt am jetzigen Standort am See. Das Becken aus Beton wird mit Edelstahl ausgekleidet, so brauche es weniger Chemie. Die eine Beckenhälfte wird etwas erhöht und über eine Rutsche mit der anderen verbunden. Spritzschlange, Spritzdüsen, Schiffchenkanal und Wasserrutsche dienen als weitere Attraktionen. Ein einrollbares Sonnensegel soll die Kinder bei Bedarf vor der Sonne schützen.

See sei keine Alternative für die Kinder

Marcel Granwehr, der als Planer für die Badewassertechnik beigezogen wurde, erläuterte das neue System der Wasseraufbereitung. Leitungswasser speist künftig das Bassin. Eine ausgeklügelte, zeitgemässe Technik mit Ausgleichsbecken, Filterpumpen, Druckfilter stellt sicher, dass das Bassinwasser den Hygienevorschriften entspricht und der Wasserspiegel immer konstant ist. Dafür wird bei der Garderobe ein Technikgebäude erstellt. Auf 1,1 Millionen Franken beziffert der Gemeinderat diese Investition. Mit 350 000 Franken den grössten Brocken machen die Steuerung und die Pumpen aus. Rund 250 000 kostet das Edelstahlbecken. Die Ge­bäudehülle schlägt mit rund 200 000 Franken zu Buche.

Aus dem Publikum tauchte die Frage nach günstigeren Alternativen auf. Beispielsweise, indem man einen Bereich des Sees für die Kinder einzäunen würde. Diese Variante ist gemäss Urs Köpfli aus Sicherheitsgründen verworfen worden: «Mit dem Seespiegel würde sich auch die Wassertiefe im Bassin verändern. Das wäre gefährlich und unverantwortbar.» Und Marcel Granwehr ergänzte, dass ein Bassin mit Seewasser sicher die günstigere Lösung wäre, aber wie erwähnt gesetzlich nicht mehr zulässig – wegen der «Verschmutzungen» wie Veralgungen oder Vogelkot.

Gemeinderat Toni Odermatt machte keinen Hehl daraus, dass 1,1 Millionen eine grosse Investition seien. Die Betriebskosten von jährlich 118 600 Franken werden auf die beiden Gemeinden im Verhältnis ihrer Einwohnerzahl aufgeteilt. Buochs beteiligt sich mit 65 200 Franken, Ennetbürgen mit 53 400 Franken. Toni Odermatt ist sich bewusst, dass der Defizitbeitrag steigen würde, auch eine Erhöhung des Eintrittspreises schliesse man nicht aus.

«Doch die Investition lohnt sich. Das neue Kinderplansch­becken lockt zusätzliche, auch auswärtige, Badi-Gäste an, generiert mehr Badi-Eintritte und höhere Umsätze im Restaurant», warb Odermatt für die Vorlage, über die die Buochser und Ennetbürger am 12. Februar an der Urne abstimmen. Wird sie angenommen, soll im September mit dem Bau begonnen und das Bassin im Mai 2018 eröffnet werden.