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BUOCHS/ENNETBÜRGEN: Kanton soll Ausnahme bewilligen

Die Korporationen möchten nach dem Versuchsbetrieb im Herbst weiterhin Kies aus dem See fördern. Das Gesuch liegt beim Kanton.
Martin Uebelhart
Der Seebagger im Delta der Engelbergeraa beim Testeinsatz im vergangenen Herbst. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Seebagger im Delta der Engelbergeraa beim Testeinsatz im vergangenen Herbst. (Bild Corinne Glanzmann)

Während mehrerer Wochen hat im vergangenen Herbst ein Bagger im Delta der Engelbergeraa Sand und Kies gefördert. Gleich vor Ort wurde das Gestein zum Teil gebrochen, in verschiedenen Grössen sortiert und per Nauen abtransportiert. Das war ein Versuchsbetrieb, zu dem die Behörden Hand geboten hatten. Es ging dabei auch darum, den Lärm korrekt zu ermitteln, den die Anlage verursacht. Denn gegen das Baugesuch für den Einsatz des Baggers, der ein älteres Modell ersetzen soll, waren verschiedene Einsprachen eingegangen.

Das erstellte Lärmgutachten hat der Kanton inzwischen ausgewertet. «Mit den Messungen wurden die Lärmquellen des Seebaggers erfasst, die als Grundlage für das Berechnungsmodell dienen. Zudem fanden auch Messungen bei Anwohnern statt, um das Berechnungsmodell zu validieren», sagt Gérald Richner, Leiter des Nidwaldner Amts für Umwelt. Die Messungen und die Berechnungen hätten ergeben, dass bei zwei Gebäuden der Planungswert von 55 Dezibel um 2 Dezibel überschritten werde. Der Planungswert der Lärmschutzverordnung kommt zur Anwendung, weil der Bagger als Aufbereitungsanlage mit Brecher und zusätzlichen Lärmquellen eine neue Anlage ist. Der Planungswert liegt 5 Dezibel unter dem Immissionsgrenzwert, der für bestehende Anlagen zur Anwendung käme.

Gesuch um Erleichterung

Die Korporationen Buochs und Ennetbürgen haben ein Gesuch für eine sogenannte Erleichterung – eine Ausnahmebewilligung – eingereicht. «Das liegt jetzt beim Kanton», sagt Josef Bucher, Geschäftsführer der Korporation Buochs, gegenüber unserer Zeitung. Die Genossenkorporationen Buochs und Ennetbürgen haben seit Jahrzehnten das verbriefte Recht zur Gewinnung von Sand und Kies beim Ausfluss der Engelbergeraa. Das Material möchten sie auch künftig fördern. «Wir möchten jeweils im Frühling während sechs bis acht Wochen den Bagger vor dem Aadelta platzieren und Kies und Sand heraufholen», sagt Bucher. Der Frühling habe gegenüber dem Herbst den Vorteil, dass man nicht mit fischereirechtlichen Vorschriften in Konflikt gerate, die dann gälten. Er erwähnt zudem, dass die Entnahme des Gesteins aus dem Delta auch dem Hochwasserschutz diene. «Es entsteht eine Art Auffangbecken, das Platz bietet für Geschiebe, sollte die Engelbergeraa bei einem Unwetter grosse Mengen davon in den See transportieren.» Bucher hofft, dass die Bewilligungen rechtzeitig eintreffen. «Wenn wir im Frühling den Bagger einsetzen möchten, müssen wir entscheiden und planen können.»

Öffentliches Interesse

Ein übergeordnetes öffentliches Interesse in Sachen Hochwasserschutz attestiert auch der Kanton. «Auch aus diesem Grund sind die Voraussetzungen für eine Erleichterung höchstwahrscheinlich gegeben», sagt Richner, ohne dem Entscheid der Landwirtschafts- und Umweltdirektion vorgreifen zu wollen. Die Lärmschutzerleichterung sei die Voraussetzung für weitere Schritte. Für den Betrieb des Baggers seien wegen des speziell heiklen Standorts im See von verschiedenen kantonalen Stellen gesetzlich vorgegebene Bewilligungen zu erteilen, namentlich für die Wasserentnahme, den Gewässerschutz sowie die Fischerei und Raumplanung, so Richner. «Das alles wird jetzt parallel zur Erleichterung bearbeitet», sagt der Amtsleiter. Er gehe davon aus, dass man bis spätestens im März sämtliche kantonalen Entscheidungsgrundlagen beisammenhabe. Dann könne auch die für das Gesuch zuständige Gemeinde Buochs die Bewilligung erteilen.

Martin Uebelhart

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