BUOCHS/ENNETBÜRGEN: Planschbecken kommt zur Abstimmung

Die Wasserqualität im Kinderplanschbecken wurde wiederholt bemängelt. Jetzt investieren die Gemeinden in die Wasseraufbereitung und in ein neues Becken im Strandbad.

Martin Uebelhart
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Kinder vergnügen sich im Planschbecken. (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 24. August 2016))

Kinder vergnügen sich im Planschbecken. (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 24. August 2016))

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Über einen Kredit von 1,1 Millionen Franken befinden die Stimmberechtigten von Buochs und Ennetbürgen am 12. Februar an der Urne. Damit soll das Kinderplanschbecken im Strandbad Buochs-Ennetbürgen erneuert und eine Wasseraufbereitungsanlage dafür gebaut werden.

Das 1994 gebaute Plansch­becken wird jeweils in den frühen Morgenstunden mit Leitungs- und Seewasser gefüllt. Es genüge den geltenden Hygieneanforderungen in keiner Weise, schreiben die beiden Gemeinden in der Botschaft zur Abstimmung. Seit 2011 verlangen die Normen für alle Schwimmbecken eine Wasseraufbereitungsanlage. Das Kinderplanschbecken sei heute das einzige im Kanton Nidwalden, welches keine Filteranlage habe. 2012 hatte das Laboratorium der Urkantone erstmals die Wasserqualität beanstandet. Auch in den folgenden Jahren seien insbesondere immer wieder zu hohe Konzentrationen von Kolibakterien (Fäkalkeime) gemessen worden.

Das Laboratorium hatte die beiden Gemeinden aufgefordert, die Anlage zu sanieren. «Wir haben den klaren Auftrag, das Wasser aufzubereiten», sagt Toni Odermatt. Er ist im Ennetbürger Gemeinderat zuständig für das Strandbad. Weil ein Projekt zur Sanierung aufgegleist sei, werde das Becken im Moment im «Notbetrieb» geduldet. Bei allfälligen weiteren Beanstandungen drohe die sofortige Schliessung des ­Beckens.

Das Becken ist neu aus Edelstahl

Darum plant das Strandbad den Bau eines Technikgebäudes zur Wasseraufbereitung, und gleichzeitig soll auch das Plansch­becken saniert werden. Verschiedene Varianten waren geprüft worden, entschieden haben sich die Verantwortlichen des Bades für eine Lösung mit einem Edelstahlbecken. Dieses kann in das bestehende Betonbecken eingebaut werden. Es weist zwei unterschiedlich hohe Beckenbereiche auf, die durch eine Rutsche verbunden sind. Als Attraktionen des Kinderplanschbeckens werden eine Insel, ein Strömungs- und Schiffchenkanal, eine Spritzschlange, ein Wasserigel und Wasserdüsen angeboten. Ein Sonnensegel soll vor direkter Sonneneinstrahlung und zu grosser Hitze schützen. Die glatte Stahloberfläche hat zudem den Vorteil, dass dem Wasser weniger Chlor beigemischt werden muss. Weil sich vorwiegend kleine Kinder in dem Becken tummeln, soll zudem das Badewasser erwärmt werden. Dazu soll es durch spezielle Matten fliessen, in denen es von der Sonne erwärmt wird.

Bereits 2014 lag ein Projekt auf dem Tisch, das Kosten von rund 870000 Franken vorsah. Dieses wurde dann nicht weiterverfolgt. Laut Toni Odermatt unter anderem, weil das damals geplante Becken nicht dem neusten Stand der Technik entsprochen hatte. Beim Projekt, das jetzt an die Urne kommt, wird zudem das Technikgebäude an den Garderobentrakt angebaut. So wird die Sicht auf den See nicht beeinträchtigt.

«Es ist wichtig, dass wir auch in Zukunft ein Kinderplansch­becken haben», sagt Odermatt. «Viele Familien besuchen das Strandbad, weil es sehr kinderfreundlich ist. Die Kinder können sich spielerisch ans Wasser gewöhnen.»

Sagen die beiden Gemeinden Ja, tritt die Einfache Gesellschaft Strandbad Buochs-Ennetbürgen, die aus den beiden Gemeinden besteht, als Bauherrin auf, wie der Buochser Gemeinderat und Präsident der Betriebskommission Werner Zimmermann sagt.

Gemeinden teilen sich die Betriebskosten

Heute zahlen die beiden Gemeinden rund 20000 bis 30000 Franken im Jahr für das Defizit des Strandbads. Mit der geplanten Investition steigen diese Kosten. In der Botschaft wird mit 118600 Franken gerechnet. Einen grossen Anteil machen mit 69100 die Abschreibungen aus. Die Investition soll über 25 (Becken und Gebäude) respektive 10 Jahre (Technik und Einrichtungen) abgeschrieben werden. Hinzu kommen die Verzinsung mit 16500 Franken sowie die Betriebskosten von 33000 Franken. «Der Betrieb einer Wasseraufbereitungsanlage ist relativ teuer», sagt Werner Zimmermann. «Sie muss auch bei schlechtem Wetter betrieben werden.» Zudem müsse man zu Saisonbeginn alles bereitstellen und im Herbst darauf achten, dass die Anlagen wintersicher sind. «Das Technikgebäude ist nicht beheizt.» Die jährlichen Kosten teilen sich die Gemeinden nach ihrer Bevölkerungszahl. ­Buochs trägt 55, Ennetbürgen 45 Prozent.

Von der Attraktivitätssteigerung erhoffen sich die beiden Gemeinden zusätzliche Eintritte, wie Zimmermann weiter sagt. Im Durchschnitt verzeichnet das Bad rund 22500 Eintritte pro Saison. Denkbar seien auch zusätzliche Events, die etwas mit Wassersport zu tun haben. Profitieren könnte das Strandbad auch von mehr Besuchern im Restaurant. Dessen Zins ist umsatzabhängig.

Bei einem positiven Entscheid könne darüber hinaus mit einem Beitrag aus dem Sportfonds des Kantons gerechnet werden, so Zimmermann.

Beide Gemeinderäte und die Finanzkommissionen empfehlen den Kredit zur Annahme. Sagen die Ennetbürger und Buochser Ja, wird die Planung angepackt, im September ist Baubeginn, und auf die Saison 2018 soll das ­Becken in Betrieb gehen.

Hinweis

Informationsabend am 23. Januar, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Ennetbürgen.