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Buochser Boden soll der Erdbebenforschung dienen

Der nationale Erdbebendienst möchte beim Bootshafen Messstationen installieren. Der Standort ist nicht zufällig. Der sandige Boden hat das Potenzial sich zu verflüssigen – das kommt in der Schweiz nicht häufig vor.
Manuela Liem

Im Gebiet des Bootshafens Buochs hat der Boden eine besondere Beschaffenheit. Darauf ist der Schweizerische Erdbebendienst der ETH Zürich aufmerksam geworden. Es handelt sich um sehr sandigen Boden, der sich verflüssigen kann. Daher möchte die Forschungsanstalt unter anderem eine Bohrlochstation errichten, die das Bodenverflüssigungspotenzial misst.

Die Messstation soll der Erdbebenforschung dienen. Der Schweizerische Erdbebendienst der ETH Zürich hat bei der Gemeinde nun ein Baugesuch eingereicht. Die Genossenkorporation Buochs stellt das Gelände für das Projekt als Grundeigentümer zur Verfügung.

Risikomodelle sollen verbessert werden

«Dieser Boden, wie er in Buochs vorkommt, ist in der Schweiz sehr selten und tritt oft nur lokal auf», sagt Manuel Hobiger, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Schweizer Erdbebendienst. Aus diesem Grund sei der Bootshafen ein idealer Ort für die Bohrungen. Dass sich der Boden verflüssigt, könne durch starke Erdbeben ausgelöst werden. Ob es in Buochs, wo es normalerweise nur schwache Erdbeben gibt, tatsächlich zu Bodenverflüssigungen kommt, ist allerdings nicht sicher. Doch wenn dieser Fall eintrifft, möchte die ETH mit der neuen Messstation entsprechende Daten erheben. Aber auch die Daten von schwachen Erdbeben helfen, die Effekte von starken Erdbeben genauer abzuschätzen. Schadensbeben treten in der Schweiz zwar selten, aber doch immer wieder auf.

Das stärkste bekannte Erdbeben in Nidwalden ereignete sich im Jahr 1601. Seine Magnitude wird heute auf 5,9 geschätzt. Das Beben hatte Rutschungen im Vierwaldstättersee ausgelöst, die folglich zu einem Tsunami führten. Es ist überliefert, dass die Reuss in Luzern dadurch kurzzeitig trocken war.

Die geplante Bohrlochstation der ETH ist Teil eines grösseren Projekts, in dem seit 2009 insgesamt 100 zusätzliche Messstationen speziell an Orten installiert werden, wo die Erdbebengefährdung gross ist – etwa in grossen Städten oder Tourismusregionen. Damit sollen die Risikomodelle verbessert werden.

Eines der Bohrlöcher reicht bis in 120 Meter Tiefe

In Buochs gibt es heute noch keine Erdbebenmessstation. Solche befinden sich im Kanton Nidwalden bisher beim Kantonsspital Stans und auf der Bannalp. In Buochs sind südlich der Trockenbootsplätze drei Löcher für Messstationen geplant. Die Bohrungen sollen voraussichtlich im Herbst dieses Jahres durchgeführt werden. «Wir möchten abwarten, bis die Saison auf dem Campingplatz vorbei ist», sagt Manuel Hobiger.

Wie lange die Arbeiten dauern werden, sei nicht absehbar. Dies hänge davon ab, wie zügig man mit dem Bohrer durch die Schichten im Boden vorwärts komme. Eines der Löcher soll 100 bis 120 Meter tief werden. Für die weiteren zwei Löcher wird etwa 20 Meter tief gebohrt. Eine vierte Station soll an der Oberfläche angebracht werden.

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