«Burglind» reisst ein Loch in die Kasse der Nidwaldner Sachversicherung

Die Nidwaldner Sachversicherung (NSV) blickt auf ein stürmisches Jahr zurück – auch wegen der Börse. Nach Jahren des Gewinns schliesst das vergangene Jahr mit einem Verlust von fast 2 Millionen Franken ab.

Matthias Piazza
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«Burglind» brachte selbst den Weihnachtsbaum beim Wohnhaus Mettenweg zu Fall. (Bild: Corinne Glanzmann, Stans, 3. Januar 2018)

«Burglind» brachte selbst den Weihnachtsbaum beim Wohnhaus Mettenweg zu Fall. (Bild: Corinne Glanzmann, Stans, 3. Januar 2018)

Beschädigte Dächer, Kamine und Lamellenstoren: Das Sturmtief Burglind, das am 2. und 3. Januar des vergangenen Jahres über die Schweiz wütete, hat bei der Nidwaldner Sachversicherung (NSV) deutlich seine Spuren hinterlassen. 1400 Schäden wurden gemeldet, mit einer Gesamtsumme von 2,6 Millionen Franken. Die Drähte liefen heiss. Drei Personen auf Stundenbasis unterstützten während Tagen die regulären fünf NSV-Mitarbeiter beim Entgegennehmen der Telefonate. Nur zwei Wochen später richtete das Sturmtief Evi Schäden von etwa 400'000 Franken an.

Damit wurden im vergangenen Jahr fast doppelt so viele Schäden gemeldet wie im Jahr zuvor. Mit 3,7 Millionen Franken war die effektive Schadensumme um 75 Prozent höher als im vergangenen Jahr. NSV-Geschäftsführer Peter Meyer spricht von einem schwierigen Jahr. «Gleich am ersten Arbeitstag des Jahres hat der Sturm Burglind nahezu das ganze Schadenbudget für 2018 aufgebraucht.» Dafür seien grosse Brandereignisse ausgeblieben. Der grösste Brand im vergangenen Jahr ereignete sich am 19. Januar am Sendenberg in Hergiswil, verursacht durch einen technischen Defekt an der Stromversorgung. Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr Hergiswil, unterstützt durch die Stützpunktfeuerwehr Stans, konnte ein Grossbrand verhindert werden. Der Sachschaden belief sich auf eine Viertelmillion Franken, heisst es im soeben erschienenen NSV-Geschäftsbericht.

Doch nicht nur die beiden Stürme hätten zum schlechtesten Geschäftsergebnis seit Jahren beigetragen. «Wir spürten die Turbulenzen an den Kapitalmärkten mit den Börsenschwankungen. Es war höchst unerfreulich», kommentiert Peter Meyer das Minus von 3,9 Millionen Franken bei den Finanzanlagen (Vorjahr: 7,5 Millionen Überschuss).

In der Gesamtrechnung der NSV resultierte im vergangenen Jahr ein Minus von 1,9 Millionen Franken, wie dem Geschäftsbericht weiter zu entnehmen ist. 2017 war es ein Plus von 7,3 Millionen Franken.

Prämien werden nicht erhöht

Wegen der soliden finanziellen Situation früherer Jahre wurden die Prämien ab 2016 dauerhaft um 30 Prozent gesenkt. Müssen die Versicherten jetzt wieder mit einer Prämienerhöhung rechnen? Peter Meyer verneint. «Da bräuchte es schon ein Schadenereignis in der Dimension eines Hochwassers wie im Jahr 2005, bis wir gezwungen wären, die Prämien wieder anzuheben», hält Peter Meyer fest. In die Zukunft blickt er zuversichtlich. «Das laufende Jahr hat erfreulich begonnen, ohne grosse Feuer-, Wasser- oder Sturmschäden. Auch die Finanzmärkte haben sich erholt.»

Die Stürme wirkten sich auch auf den Nidwaldner Hilfsfonds (NHF) aus, der Beiträge an nicht versicherbare Schäden wie etwa an Kulturland oder Waldboden leistet. Er wurden 265 Schäden mit 240'000 Franken gemeldet. Stark von «Burglind» betroffen waren Wolfenschiessen, Buochs und Beckenried mit vielen Baum- und Waldschäden. Der grösste Schaden wurde in Obbürgen erfasst. Zudem ereignete sich nach dem Sturm ein grosser Erdrutsch in Wolfenschiessen. Die NHF-Rechnung schliesst mit einem Jahresverlust von rund 134'000 Franken ab.