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Cabrio-Bahn aufs Stanserhorn bleibt einzigartig – trotz Kopieversuchen

Auch wenn die Cabrio-Bahn dank des Supersommers auf eine Rekordsaison zusteuert – in den vergangenen zwei Jahren waren die Gästezahlen rückläufig. Ist der Effekt der Weltneuheit bereits verpufft? Der Bahndirektor glaubt ans Gegenteil.
Oliver Mattmann
Die Cabrio-Bahn mit Besuchern auf dem Verdeck unterwegs auf den Berggipfel. (Bild: Pius Amrein (Stans, 27. Juli 2018))

Die Cabrio-Bahn mit Besuchern auf dem Verdeck unterwegs auf den Berggipfel. (Bild: Pius Amrein (Stans, 27. Juli 2018))

Die Stanserhorn-Bahn ist in Feierlaune. Seit 125 Jahren transportiert sie Gäste auf den 1900 Meter hohen Ausflugsberg. Das Jubiläum wird am 18. August mit einem grossen Fest für die ganze Bevölkerung begangen. Zu feiern gab es für die Bahn in der jüngsten Vergangenheit ohnehin einiges. Seit die weltweit einzigartige Cabrio-Bahn mit offenem Verdeck 2012 in Betrieb genommen worden ist, sind die Zahlen in die Höhe geschnellt: von früher rund 120000 bis 130000 Besuchern pro Jahr auf über 186000 in der Rekordsaison 2015. Im Folgejahr kam man nahe an diesen Wert, doch 2017 sackte er auf knapp 164000 Fahrgäste zusammen.

Ist der Cabrio-Effekt etwa schon verpufft? «Nein», meint Jürg Balsiger, seit über 20 Jahren Direktor der Stanserhorn-Bahn, bestimmt. «Die Cabrio-Bahn zieht noch immer. Und ich glaube an eine lang anhaltende Attraktivität», sagt er selbstbewusst. Doch von woher rührt der Rückgang an Besuchern? «Wir sind stark wetterabhängig, weil Schweizer Tagesausflügler unser grösstes Kundensegment sind.» Eigentlich eine erstaunliche Aussage für einen Berg mit globalem Alleinstellungsmerkmal und seiner Nähe zur Tourismusdestination Luzern. Doch Balsiger beteuert: «Das internationale Gruppengeschäft macht bei uns nur rund 15 Prozent aus», um anzufügen, dass ihnen im Vorjahr die zweite Sommerhälfte mit mehrheitlich schlechten Tagen einen Strich durch die Rechnung gemacht habe. «Bis dahin sind wir auf Rekordkurs gewesen.»

Fast hätte auch Monaco auf eine Cabrio-Bahn gesetzt

Anlass zur Sorge besteht beim Bahndirektor nicht. Dank des aktuellen Supersommers sei man neuerlich auf bestem Weg zu einer Rekordsaison. Und: «Im Businessplan für die Cabrio-Bahn hatten wir damals drei verschiedenen Szenarien aufgestellt. Bei der Bestvariante gingen wir von 150000 Gästen aus.» Er muss auch nicht befürchten, dass nächstens eine Destination mit einer Kopie der Cabrio-Bahn auftrumpft und ihnen zumindest internationale Gäste streitig macht. Versuche indes haben bereits stattgefunden. «Mir sind sechs Vorprojekte bekannt, die aber alle zum Stillstand gekommen sind», erzählt Jürg Balsiger. Mancherorts aus raumplanerischen Gründen. So waren etwa Vertreter von Bahnunternehmen aus Oman oder Norwegen schon bei ihm zu Besuch. Eine besondere Begegnung sei jene mit dem Königssohn des südafrikanischen Stammes Zulu gewesen, der sich zusammen mit seiner Entourage ebenfalls aus nächster Nähe ein Bild vom einzigartigen Transportmittel machen wollte.

Am weitesten fortgeschritten gewesen sei ein Vorhaben mit speziellem Konzept im Fürstentum von Monaco. Der zuständige Architekt und der Chef des öffentlichen Verkehrs berichteten Balsiger bei ihrem Augenschein in Nidwalden, dass man eine Cabrio-Bahn vom Hafen auf einen Felsen bauen wolle. Dort stehe ein Parkhaus, um Pendler hinunterzubefördern und damit der Parknot in der Stadt Einhalt zu gebieten. Umgekehrt sollen ein Restaurant und die Aussicht auf der Anhöhe Gäste anlocken. Laut Balsiger habe aber ein Bahnsystem mit höherer Förderleistung den Vorzug erhalten.

Stanserhorn bleibt ein werbefreier Berg

Doch zurück zum Stanserhorn. Mit dem Mix aus nostalgischer Standseilbahn und der Cabrio-Bahn in der oberen Sektion ist die Fahrt alleine bereits eine Attraktion. Auf dem Berg selbst herrscht mit Drehrestaurant, Gipfelrundweg und Murmeli-Gehege vergleichsweise Flaute. Balsiger muss bei dieser Aussage schmunzeln. «Wir wollen bewusst, dass es sanft zu und her geht. Nichts kann das Wow-Erlebnis ersetzen, das die Gäste haben, wenn sie aus der Bahn steigen und das Panorama vor sich haben», ist er überzeugt. Aus dem gleichen Grund werde die Bahn werbefrei bleiben. «Wir wollen keine Flughafenterminal-artige Station, in der man mit Werbewänden zugedröhnt wird, wie es inzwischen auf anderen Bergen der Fall ist.» Wenn mittelfristig Änderungen anstünden, dann beim Gastrokonzept mit dem Drehrestaurant. «Wir stehen aber noch am Anfang.» Grosse Sprünge wären derzeit trotz «fetten Jahren» sowieso nicht möglich, denn das 28 Millionen Franken teure Juwel «Cabrio-Bahn» hat eine Kehrseite: «Wir sind nach wie vor am Abzahlen von Schulden, die wir für das Megaprojekt auf uns nehmen mussten», so Jürg Balsiger.

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