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Cécile Donzé aus Beckenried: Intuitive Schöpferin irdener Schönheit

Seit 40 Jahren schafft Cécile Donzé mit Keramik. Und ihr gehen die Ideen noch lange nicht aus. Zum Jubiläum lädt sie ein in ihr Werkstattidyll zwischen Pflanzen, Bildern und ästhetischen Gegenständen.
Marion Wannemacher
Keramikkünstlerin Cécile Donzé in ihrem Atelier. (Bild Marion Wannemacher, Beckenried, 14. Juni 2019)

Keramikkünstlerin Cécile Donzé in ihrem Atelier. (Bild Marion Wannemacher, Beckenried, 14. Juni 2019)

Wer an der Seestrasse 26 in Beckenried vorbei kommt, sollte nicht versäumen, ins Atelier von Cécile Donzé zu schauen. Es braucht vielleicht etwas Überwindung, dem Schild mit der Einladung zum Eingang um die Ecke zu folgen. «Manche trauen sich nicht hinein, weil sie meinen, ich erwarte, dass sie gleich etwas kaufen müssten», sagt Cécile Donzé und lächelt. Die Künstlerin hat einfach Freude an Begegnungen. Sie erzählt von einer Engländerin, die Werkstatt und Laden am Vortag mit ihrer Tochter entdeckt habe. «Sie waren auf Anhieb begeistert, auch vom Dorf und vom See und haben sich hier spontan eine Ferienwohnung gemietet.»

Ahorne, Buchen in Bonsaiformat, tropische Stauden, Yuccapalmen und Birkenfeigen rechts und links von den Eingängen wuchern als grünes Idyll. Kein Zweifel, die Bewohnerin hat einen grünen Daumen. Im Laden gibt es viel zu entdecken: ästhetische Gebrauchskeramik wie Tassen, Henkelbecher oder Krüge in verschiedenen Farbthemen, stapelbare Gefässe als Stele, die als Übertopf dienen, künstlerische Vasen und Schalen oder expressive Wandbilder aus Keramik. Mittendrin Cécile Donzé. Mit ihren lebhaften braunen Augen und ihrer impulsiven Art wirkt sie viel jünger als 74 Jahre. Sie sprudelt vor Begeisterung und Schaffenskraft. «Mein Prinzip ist intuitives Schaffen. Ich mache, was mir in den Sinn kommt. Es ist spannend, wenn man am Morgen noch nicht weiss, was am Abend auf dem Tisch steht.» Leerläufe kennt die gebürtige Luzernerin nicht. Wenn sie am Abend die Tür zur Werkstatt schliesst und in ihr Wohnhaus gegenüber geht, macht sie sich Notizen für Objekte, die sie am nächsten Tag schaffen möchte.

Notizen für Ideen am nächsten Tag

Vielleicht lag es an der ungezwungenen Kindheit auf dem Bauernhof in Ruswil, die sie als viertes von fünf Kindern verbringen konnte. «Ich holte immer Lehm aus dem Bach, war viel in der Natur und bekam damals viel Energie von dort mit», betont sie. Der Fussweg in die Sekundarschule dauerte eine Stunde. Für die Cécile von damals kein Grund zum Jammern. «Das hat mich robust gemacht» ist sie überzeugt.

Vierzehn Jahre gab sie Hauswirtschaftsschule an der Bäuerinnenschule im Melchtal, in Sarnen und Ennetbürgen. Ausserdem verbrachte sie ein Jahr in England um die Sprache zu lernen und acht Monate in Finnland. «Damals mit Mitte zwanzig kam ich als ich selber heim», erzählt sie strahlend. «Von da ab ging die Post ab». Töpfern war immer ein Herzenswunsch. Sie erfuhr von der Landesfachschule für Keramik im österreichischen Stoob. Eine Töpferscheibe musste in ihre Küche. Irgendwann habe sie sich gefragt, ob sie noch zu hundert Prozent bei ihrem Beruf als Lehrerin sei.

Eine Begegnung an der ersten Veranstaltung der Ermitage in Beckenried vermittelte ihr den Kontakt zum Baubetrieb Murer AG. Sie konnte dessen alte Werkstatt im Dorf mieten und dort Kurse geben. Das war Ende der Siebziger. Das Töpfern kam in Mode, ihre Kurse waren ständig ausgebucht.

1983 lernte sie ihren Mann René kennen. Er fiel ihr als Tafelmajor an einer Hochzeit auf, weil es ihm vor allem drum ging, dass die Kinder ihren Plausch hatten. «Einer, der es so gut mit Kindern kann, ist der Richtige», habe sie damals gedacht. Wenig später heirateten die beiden.

Sie zeigt ein Bild von Söhnchen Flavio, der in der Werkstatt im Laufstall liegt. Drei Kinder und fünf Enkel hat sie mittlerweile. Ihr Mann René kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu Hause leben und wird pflegerisch betreut.

Ob jemand ihr Talent geerbt hat? Cécile Donzé überlegt nicht lange: «Meine Grosskinder Aileen (8) und Lenaya (6) dürfen bei mir werken», erzählt sie. Puppen zum Spielen gebe es bei ihr nicht. Dafür habe ihr die Grössere ein tolles Kompliment gemacht: «Du bist das rassigste Grossi, das ich kenne».

«Herzensglück nicht von andern erwarten»

Was haben 40 Jahre Töpfern mit Cécile Donzé gemacht? «Einen glückseligen Menschen. Ich würde alles wieder so machen», sagt sie und ihre Augen strahlen. «Aber man darf sein Herzensglück nicht von andern erwarten, man muss es selber in die Hand nehmen.» Manchmal versuchten ihre Söhne, sie zu überreden, weniger zu arbeiten, mehr herumzureisen. «Für mich ist das nicht arbeiten. Ich töpfere, bis ich umfalle.»

Werkschau in der Töpferei Cécile Donzé vom 20. bis 23. Juni, Seestrasse 26 in Beckenried. Eröffnung Donnerstag, 20. Juni, 17 Uhr mit musikalischer Unterhaltung. Freitag, Samstag, Sonntag, ab 17 Uhr.

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