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Sie baut bei Pilatus Flieger: «Diese Ausbildung ist auch für Mädchen super»

Durch Zufall und dank ihrer Mutter absolvierte Celine Dürler eine Schnupperlehre bei den Pilatus Flugzeugwerken – und ist nun die dritte Frau seit 20 Jahren in diesem Berufsfeld.
Monika Burri
In der Montagehalle ist Celine Dürler (20) am liebsten, denn hier werden die Flieger fertig gebaut. (Bild: Nadia Schärli, Stans, 1. Juli 2019)

In der Montagehalle ist Celine Dürler (20) am liebsten, denn hier werden die Flieger fertig gebaut. (Bild: Nadia Schärli, Stans, 1. Juli 2019)

Wer kann von sich schon behaupten: «Ich baue richtige Flugzeuge»? Bei Celine Dürler ist dies, ohne zu übertreiben, der Fall. Dank ihrer Ausbildung als Anlage- und Apparatebauerin EFZ bei der Pilatus Flugzeugwerke AG in Stans ist sie in der Lage, alle Metallteile, und das sind ganz schön viele, für einen Pilatus-Flieger herzustellen. «Die Ausbildung war extrem vielseitig. Wir lernten, mit allen Metallarten umzugehen, und erhielten auch sonst eine handwerklich solide Grundlage», sagt die 20-Jährige.

Sie ist erst die dritte Frau seit zwanzig Jahren in diesem Beruf. Eigentlich kann sie das gar nicht nachvollziehen. «Diese Ausbildung ist für handwerklich begabte Mädchen super, weil man dafür nicht bärenstark sein muss», meint Dürler. Sie sei in der Volksschule immer gut im Werken gewesen, also war schon immer klar, dass sie nicht ins Büro wollte. Mehr durch Zufall und dank ihrer Mutter kam sie dazu, eine Schnupperlehre bei den Pilatus-Flugzeugwerken zu machen. Mit einem Schmunzeln berichtet die Horwerin:

«Zum Glück fand meine Mutter, das Berufsbild könnte zu mir passen.»

Viel Übung macht die Meisterin

Im ersten und zweiten von insgesamt vier Ausbildungsjahren stellen die angehenden Anlage- und Apparatebauerinnen und -bauer in der Lehrwerkstatt unzählige Übungsteile her. «Es geht darum, die Grundlagen der Metallbearbeitung zu lernen», erklärt Celine Dürlers Berufsbildner Peter Weber.

Mit fortgeschrittener Kenntnis der Materie folgen dann immer mehr reale Aufträge für das Unternehmen. «Unsere Lernenden werden sehr eng betreut, denn besonders im Flugzeugbau dürfen keine Fehler passieren», so Weber.

Celine Dürler und ihre Kollegen trifft man in der Werkstatt, aber auch in der Montagehalle an. Hier ist die Fachfrau am liebsten, denn das ist der Ort, an dem die vorgefertigten Teile zu einem Flugzeug zusammengesetzt oder ältere Maschinen repariert werden. «Wir schweissen, nieten, sägen, biegen oder bohren, was gerade nötig ist, immer Hand in Hand mit den Polymechanikern und Automatikern», erklärt die Lernende.

Beim Abschluss ein rosa Kleid

Für Celine Dürler geht nun nach vier Jahren eine spannende Zeit zu Ende. Sie hat das Qualifikationsverfahren bestanden, das weiss sie bereits. Nun steht die Abschlussfeier vor der Tür mit einer hoffentlich guten Note. «Gerade weil ich in einem Männerberuf tätig bin, trage ich an diesem Anlass ein rosarotes Kleid», meint sie schelmisch. Das gibt bestimmt ein schönes Abschlussfoto: Sie in Rosa, inmitten all der jungen Männer. Die frischgebackene Fachfrau wird ab dem 1. September bei einem Oldtimer-Flugzeughersteller erste Erfahrungen als Arbeitskraft sammeln. Zuvor besteigt sie aber selber ein Flugzeug und reist in die USA. Sie strahlt:

«Ich war noch nie dort. Darum freue ich mich riesig.»

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