Chäslager Stans:  Das Geld für die Sanierung ist beisammen

Der Zahn der Zeit nagte am Kulturhaus in Stans. Die Mittelbeschaffung für eine Sanierung verlief harziger als erwartet. Doch nun starten die Arbeiten.

Matthias Piazza
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Das Chäslager muss saniert werden. Blick in eine Stubete im Stanser Kulturhaus.  (Bild: Markus Frömml, 10. Januar 2018)

Das Chäslager muss saniert werden. Blick in eine Stubete im Stanser Kulturhaus.  (Bild: Markus Frömml, 10. Januar 2018)

Die bekannte Maskentheatergruppe Mummenschanz, die Schweizer Band Les Sauterelles oder der Musiker Stephan Eicher: Sie alle traten schon im Stanser Chäslager auf und trugen dazu bei, dass die über 50-jährige Institution weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt wurde.

Doch die Zukunft des Hauses mit Konzerten, Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen und anderen Anlässen schien ungewiss. Der Zahn der Zeit nagt am Gaden, der früher als Öko-nomiegebäude diente, als das Rosenburg-Areal noch Herrschaftssitz war. 1982 wurde das Gebäude zuletzt renoviert. Es ist sanierungsbedürftig und entspricht in punkto Brandschutz, Fluchtwegen, Wärmedämmung und Behindertengerechtigkeit nicht mehr zeitgemässen Anforderungen.

Sanierungen hätten schon im Juni starten sollen

Die Mittelbeschaffung für die dringend benötigte rund 1,1 Millionen Franken teure Sanierung gestaltete sich schwieriger als erwartet. Noch im vergangenen Februar fehlte rund eine halbe Million Franken. Aus der im vergangenen Juni geplanten Sanierung wurde nichts. Nun hat das Bangen ein Ende. Das Geld ist beisammen, wie der Stiftungsrat der Höfli-Stiftung und der Verein Chäslager diese Woche gemeinsam melden konnten. 530000 Franken kamen über Stiftungen, Gönner und Fundraising zusammen, 120000 Franken steuert der Verein Chäslager bei. Den Rest finanziert die Höfli-Stiftung als Besitzerin des Areals.

Das Baugesuch ist nun ein-gereicht. Im November 2019 soll das erneuerte Chäslager nach einer rund halbjährigen Umbauzeit wieder eröffnet werden. «Wir wollten warten, bis wir genug Geld für eine richtige Sanierung beisammen hatten und nicht etwas Halbbatziges machen», begründete Martin Mathis, Stanser Gemeinderat und Mitglied der Höfli-Stiftung und der Baukommission, den Aufschub.

Chäslager wird behindertengerecht

Das Dach bekommt neue Ziegel, die Fassade wird saniert und erhält einen besseren Schallschutz. Auch der Einbau eines Liftes und eines Invaliden-WC ist geplant. Zudem wird der oberste Stock mit neuer Bühnentechnik versehen und die Küche von der untersten in die mittlere Etage verlegt. Ebenso sind zusätzliche Fenster und eine Lüftung geplant. Das Dachgeschoss wird für Konzerte auf 100 Sitzplätze oder 150 Stehplätze ausgelegt, die Musik- und Lichtanlage erneuert. Das Regenwasser vom Dach fliesst künftig nicht mehr in die Kläranlage, sondern separat ab, im Rahmen des Trennsystems. «Wir freuen uns, dass wir mit dieser Sanierung das Chäslager in die Zukunft führen können», meinte dazu Roger Imboden, Präsident des 1967 gegründeten Vereins Chäslager.

STANS: Stiftung geht auf Geldsuche für Chäslager und Fluryhaus

Beim Chäslager steht eine dringende Sanierung an, das Fluryhaus verkommt allmählich zum «Schandfleck» im Dorfzentrum. Beide Gebäude will die Höfli-Stiftung renovieren. Doch bei der Finanzierung ist sie auf Hilfe von Dritten angewiesen.
Oliver Mattmann