Interview

Chef des Nidwaldner Steueramts: «Das Nidwaldner E-Tax ist akzeptiert» 

Seit gut zwei Monaten ist E-Tax, die neue Nidwaldner Steuererklärungsplattform, verfügbar. Die Umstellung fiel nicht allen Bürgern leicht.

Matthias Piazza
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Seit diesem Jahr können die Nidwaldner ihre Steuererklärung vollständig digital einreichen – dank E-Tax.

Seit diesem Jahr können die Nidwaldner ihre Steuererklärung vollständig digital einreichen – dank E-Tax.

Bild: PD

Wer will, kann nun auch in Nidwalden seine Steuererklärung über den digitalen Weg ausfüllen und einreichen. Dank E-Tax lässt sich die Steuererklärung von jedem Gerät mit Internetanschluss aus erledigen. Mit wenigen Klicks sind die Daten bei der Steuerbehörde. Es muss nichts mehr ausgedruckt werden. Anfang Februar wurden dafür die rund 28 000 privaten steuerpflichtigen Nidwaldner Personen und 4500 Unternehmen per Post mit einem Zugangscode bedient, um sich in E-Tax zu registrieren. Raphael Hemmerle, Leiter des Steueramts Nidwalden, zieht eine Zwischenbilanz.

Raphael Hemmerle, Leiter Steueramt Nidwalden.

Raphael Hemmerle, Leiter Steueramt Nidwalden.

Bild: PD

Die Steuern auf Papier oder mit der bisherigen Software ausfüllen und dann die Steuererklärung ausdrucken und einschicken kann man ja immer noch. Wie viele sind auf E-Tax umgestiegen?

Raphael Hemmerle: Rund 88 Prozent der privaten Steuererklärungen wurden bisher elektronisch übermittelt. Rund 7300 der 9900 privaten Steuererklärungen, die wir bisher erhalten haben, wurden mit E-Tax ausgefüllt und eingereicht. Weitere 1400 wurden mit Dr. Tax, einer Lösung für Treuhänder, ebenfalls elektronisch übermittelt, und etwa 1200 Steuererklärungen sind auf Papier eingegangen. Von den 350 Unternehmen, die ihre Steuererklärung bereits eingereicht haben, wurden 310 elektronisch eingereicht, je die Hälfte mit E-Tax und mit Dr. Tax. 

Über 70 Prozent der Privaten sind also im ersten Jahr auf E-Tax umgestiegen. Was sagen Sie zu diesem Wert?

Damit sind wir sehr zufrieden, vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die Darstellung von E-Tax deutlich von der alten Software unterscheidet, welche sich noch an den gedruckten Formularen orientierte. Das zeigt, dass wir die Nidwaldner zum Umsteigen auf
E-Tax motivieren konnten. Das Nidwaldner E-Tax ist akzeptiert.

In der ersten Zeit gab's viel Kritik. Es war davon die Rede, dass E-Tax nicht benutzerfreundlich sei.  

Kurz nach Lancierung Anfang Februar hatten wir viele Rückmeldungen, und wir spürten die Verunsicherung im Umgang mit der neuen Software. Die Hilfeseiten vermochten noch nicht alle Fragen zu klären, weshalb wir – zusammen mit der Lieferantin Ringler-Informatik – die Anleitungen, aber auch die E-Tax-Software seither laufend erweitern und verbessern.

Wegen der Coronapandemie haben Sie die Frist für das Einreichen der Steuern für Privatpersonen von Ende März auf Ende Juni verlängert. Warum genau?

Die Steuererklärung für Privatpersonen betrifft auch alle, die selbstständig erwerbstätig sind. Mit der generellen Fristerstreckung will man insbesondere das Kleingewerbe, aber auch alle Personen unterstützen, die durch die Folgen der Coronapandemie stark getroffen werden. Die Fristerstreckung hilft auch, weil inzwischen viele Steuerämter und Gemeindeverwaltungen ihre Schalter geschlossen haben und nur noch telefonische Auskünfte erteilen können. Zudem wird auch die Frist für die Einreichung der Steuererklärung für Unternehmen von Ende Juni auf Ende September erstreckt.

Wie gewährleisten Sie die Datensicherheit?

Mit zunehmender Digitalisierung wird die Datensicherheit zu einem absolut zentralen Thema. Wir tauschen uns bei E-Tax eng mit anderen Kantonen aus und lernen voneinander. Zudem haben wir zusammen mit unserem Betreiber, dem Informatikleistungszentrum Nidwalden/Obwalden, die Datensicherheit durch externe Spezialisten überprüfen lassen.

E-Tax: www.steuern-nw.ch, Hotline: 041 766 40 63.

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