Leserbrief

Coronabeitrag des EWN?

«EWN liefert mehr Strom und steigert Gewinn», Ausgabe vom 3. April

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Wir haben diese Woche mit der Quartalsrechnung den Geschäftsbericht 2019 unseres Elektrizitätswerkes Nidwalden erhalten. Die Zahlen sind eindrücklich. Jahresgewinn 2019: 12 Millionen Franken (Vorjahr 9,5 Millionen). Zudem konnten weitere Rückstellungen von 2,5 Millionen Franken gebildet werden. Analysieren wir die Bilanz, weist das Unternehmen der Nidwaldnerinnen und Nidwaldner ein Eigenkapital von sage und schreibe 174 Millionen Franken aus. Zusätzlich stehen Rückstellungen von 40 Millionen Franken zu Buche. Das EWN, ein kerngesundes Unternehmen, das nicht weiss, was mit dem Reingewinn und dem hohen Eigenkapital geschehen soll. Wäre das EWN eine Aktiengesellschaft, würden die Gewinne den Aktionären ausbezahlt. Meines Erachtens profitiert der Kanton Nidwalden mit rund 3 Millionen Franken pro Jahr nur marginal.

Vorschlag an den Verwaltungsrat des EWN: Die Nettoerlöse aus der Stromabgabe respektive der Strompreis ist einmalig für 2020 um 50 Prozent zu reduzieren. Alle Nidwaldner Firmen und auch Private würden von der Aktion profitieren. Es wäre ein Beitrag, um die Coronapandemie ein bisschen finanziell zu lindern. Diese einmalige Aktion würde dem EWN Kosten von 20 Millionen Franken verursachen. Der Ausfall ist über die langfristigen Rückstellungen oder über die Eigenmittel zu finanzieren. Es bleiben nach der «Aktion Corona» immer noch eindrückliche Bilanzzahlen. Vorschlag an die Politik: Es ist grundsätzlich zu überlegen, wie der Kanton beim EWN gesetzlich steuern kann, dass in ruhigen Zeiten vermehrte Gelder in die Staatskasse Nidwalden fliessen können. Ein Eigenmittelpolster von 175 Millionen Franken ist für das EWN übertrieben und nicht nötig.

Markus Marti, Hergiswil