Coronapandemie
Nidwalden nimmt kantonales Impfzentrum in Stansstad in Betrieb

Neben Hausarztpraxen und Apotheken können sich impfwillige Nidwaldnerinnen und Nidwaldner ab dem 3. Mai im kantonalen Impfzentrum gegen Covid-19 impfen lassen.

Martin Uebelhart
Merken
Drucken
Teilen

Bisher laufe die Covid-19-Impfaktion im Kanton Nidwalden über die Hausarztpraxen und Apotheken. Diese leisteten zu einem grossen Teil seit Monaten einen wichtigen Beitrag zur Durchimpfung der Bevölkerung, schreibt das Gesundheitsamt in einer Mitteilung. Da die Impfkapazitäten der Hausärzte für die gestaffelt und teils verzögert eintreffenden Impfstoffdosen ausreichen und viele ältere (Risiko) Personen eine Impfung bei ihrem Vertrauensarzt bevorzugen würden, sei ein kantonales Impfzentrum bisher zwar geplant, aber nicht umgesetzt worden.

Dies ändert sich laut der Mitteilung nun. Das kantonale Impfzentrum in der Zivilschutzanlage Stansstad geht am kommenden Montag, 3. Mai, in Betrieb. Die Anmeldung für eine Covid-19-Impfung laufe entweder direkt über die Arztpraxis oder unter nw.impfung-covid.ch. Online können sich bereits heute alle impfwilligen Personen ab 16 Jahren registrieren. Die beiden Impftermine werden per SMS zugestellt, sobald die jeweilige Person aufgrund der Gesundheits- und Alters-Prioritätenliste an der Reihe ist. Da die breite Bevölkerung prozentual den grössten Teil von zu impfenden Personen ausmacht, rechnet man bei der Gesundheits- und Sozialdirektion damit, dass die Impfaktion mehrere Monate in Anspruch nehmen wird.

Bei der Online-Registrierung kann neu das kantonale Impfzentrum als Impfstelle gewählt werden. Wer sich bereits online bei einem Hausarzt oder einer Apotheke angemeldet hat, dem wird in diesen Tagen ein SMS zugestellt, um sich zusätzlich auch beim Impfzentrum zu registrieren. Er oder sie erhält zum gegebenen Zeitpunkt von jener Impfstelle das Aufgebot, die zuerst freie Kapazitäten hat.

Impftempo hängt von Verfügbarkeit der Impfdosen ab

Das Impfzentrum befindet sich in der Zivilschutzanlage an der Kirchmatte 10 in Stansstad. Gestartet wird mit folgenden Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8.30 bis 18 Uhr. Das Gesundheitsamt geht im Durchschnitt von rund 200 zu impfenden Personen pro Tag aus. Allerdings sei absehbar, dass es je nach Schwankungen bei Impfstoffmengen auch bei den Öffnungszeiten zu vorübergehenden Änderungen kommen wird. «Die Kadenz im Impfzentrum wird nicht durch den Kanton vorgegeben, sondern von der tatsächlichen Verfügbarkeit von Impfdosen und der Impfbereitschaft der Bevölkerung. Auf jeden Fall ist eine frühzeitige Online-Registrierung hilfreich, um den Bedarf besser abzuschätzen und das Impfzentrum regelmässiger auszulasten», wird Gesundheits- und Sozialdirektorin Michèle Blöchliger zitiert. Zu erwähnen gelte es zudem, dass nach wie vor eine bestimmte Reserve an Impfdosen zurückgestellt wird, um das Risiko von verzögerten Zweitimpfungen zu reduzieren, sollte wie im März plötzlich über mehrere Wochen kein Impfstoff eintreffen.

Nidwalden betreibt das Impfzentrum selbst

Der Kanton Nidwalden führe das Impfzentrum in eigener Regie, sagt Michèle Blöchliger auf Anfrage. «Wir haben eine ärztliche Leitung und weiteres medizinisches Fachpersonal befristet bid Ende August angestellt», sagt sie. Es gebe die Option, falls es das Impfzentrum nicht mehr brauchen würde, die Verträge früher beenden zu können. Es würden immer drei medizinische Fachpersonen und eine ärztliche Oberaufsicht im Zentrum vor Ort sein, hält sie fest. Das administrative Personal im Impfzentrum werde im Mai durch den Zivilschutz gestellt, in einer zweiten Phase werde das Schweizerische Rote Kreuz diese Aufgaben übernehmen. Der Kanton rechnet laut Michèle Blöchliger mit Kosten von rund 230'000 Franken für die vier Monate von Mai bis August. Dem gegenüber stehe der vom Bund pro verimpfte Dose bezahlte Betrag von 14,50 Franken. Ziel sei es, sofern der Kanton genügend Impfstoff erhalte, rund 4000 Dosen pro Monat im Impfzentrum zu verimpfen. Natürlich nur unter der Prämisse, dass sich auch so viele Leute impfen lassen wollten, hält sie fest.

Keine Parkplätze direkt vor Ort

Personen, die mit dem Auto zu ihrem Termin im Impfzentrum anreisen, werden gebeten, die umliegenden öffentlichen Parkplätze zu verwenden. Von diesen aus ist der Weg zum Zentrum gut beschildert. Direkt vor Ort sind keine Parkplätze vorhanden.

Wichtig sei, dass angemeldete Personen pünktlich zum Termin erscheinen, um einen geordneten Betrieb zu gewährleisten, hält das Gesundheitsamt weiter fest. Für die Impfung mitsamt administrativer Anmeldung und kurzer Überwachungszeit müssten etwa 30 Minuten einkalkuliert werden. Vorzuweisen seien ein Personenausweis, die Krankenkassenkarte und das Terminbestätigungs-SMS.

Hinweis: Die Info-Hotline 041 618 24 91 gibt während der Öffnungszeiten des Impfzentrums bei Fragen Auskunft. Auch auf der entsprechenden Website des Kantons erhalten Personen Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Impfung.