CVP-Kantonalpräsident mit 27 Jahren: Mario Röthlisberger übernimmt das Ruder der CVP

Führungswechsel bei der CVP Nidwalden: Mario Röthlisberger will die CVP wieder zur stärksten Partei Nidwaldens machen.

Kurt Liembd
Drucken
Teilen
Mario Röthlisberger ist neuer CVP-Kantonalpräsident.

Mario Röthlisberger ist neuer CVP-Kantonalpräsident.

Bild: Florian Arnold
(Stans, 2. September 2020)

Die Delegiertenversammlung der CVP, die am Mittwoch in Stans stattgefunden hat, stand nebst der Parolenfassung ganz im Zeichen des Präsidentenwechsels. 101 Leute fanden den Weg in den Engel-Saal, auch weil Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz, zu Gast war. «Das Coronavirus hat unseren Alltag immer noch voll im Griff», sagte einleitend Vizepräsident Bruno Christen, der die Versammlung leitete. Er sprach von einem «turbulenten Jahr 2020» und sah darin auch etwas Positives in Form von Solidarität und Menschlichkeit.

Die abtretende Präsidentin Theres Rotzer, welche der Partei sechs Jahre lang vorstand, hat ihr Amt bereits Ende Juni abgegeben, da sie zur Landratspräsidentin gewählt wurde. Sie wurde am Mittwoch ausgiebig verabschiedet.

Röthlisberger vermittelt Aufbruchstimmung

Höhepunkt bildete die Wahl des neuen Präsidenten. Mit dem erst 27-jährigen Mario Röthlisberger ist es der CVP gelungen, einen jungen und initiativen Vertreter einer neuen Generation zu finden. Entsprechend gross war die Freude über dessen einstimmige Wahl, welche mit lang anhaltendem Applaus quittiert wurde.

Mario Röthlisberger ist seit elf Jahren, das heisst seit seinem 16. Altersjahr, Mitglied der CVP, seit neun Jahren im Kantonalvorstand und seit kurzem Gemeinderat in Ennetbürgen. Während sieben Jahren leitete er mit grossem Erfolg die Geschicke der Jungen CVP Nidwalden. Beruflich arbeitet er als Versicherungsberater. In seiner Antrittsrede, die gemessen an seinem jugendlichen Alter äusserst souverän und erhaben daherkam, gelang es ihm, viel Optimismus zu verbreiten. «Die CVP hat den Schlüssel zum Erfolg in der Hand. Und mit diesem Schlüssel will ich mit euch zusammen in die Zukunft gehen.» Dabei wurde er gleich konkret und sagte:

«Bei den Wahlen 2022 soll die CVP wieder die stärkste Partei im Kanton werden.»

Das wirkte glaubwürdig, denn er verriet auch gleich, wie er dies erreichen will. «Den Schlüssel zum Erfolg läuft für mich über die Vernetzung und die Verknüpfung mit den Ortsparteien, wo es viele tolle und kompetente Leute gibt.» Seine Vision: «Die CVP Nidwalden soll überall zum Thema werden, sichtbar sein und durchaus auch auffallen.» Dabei soll auch Kreativität Platz haben in dem Sinne, dass alle miteinander reden, sich austauschen, miteinander ausprobieren und forschen. Über sich selber sagte der neue Präsident: «Dieses Amt ist für mich eine Möglichkeit, um mitzugestalten und etwas zu bewegen, aber sicher keine Last.»

Gerhard Pfister blickt optimistisch in die Zukunft

Bestätigt für weitere zwei Jahre wurden die Vorstandsmitglieder Karin Kayser, Othmar Filliger, Josef Niederberger, Alice Zimmermann, Andreas Gander, Regina Durrer und Bruno Christen. Zurückgetreten aus dem Vorstand sind Eva Keiser nach zehn Jahren und Rita Schuler nach sieben Jahren. Ihre Arbeit wurde mit grossem Applaus verdankt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Christa Blättler, Gemeinde-Vizepräsidentin von Hergiswil, und Stefan Hurschler aus Ennetbürgen (früher Oberdorf), der zudem auch die Geschäftsstelle der CVP Nidwalden leiten wird als Nachfolger von Rita Schuler.

Nationalrat Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz, wartete mit einem Grundsatzreferat über die CVP auf und sparte dabei nicht mit Lob an die Nidwaldner: «Wenn alle so gut wären wie die CVP Nidwalden, wäre ich arbeitsloser Präsident.» Für die Zukunft zeigte er sich optimistisch und gab sich überzeugt, dass die CVP die nationalen Wahlen 2023 gewinnen wird und 2027 wieder einen zweiten Bundesrat stellen wird.

Klare Abstimmungsparolen

Die Parolenfassung zur Eidgenössischen Abstimmung verlief erwartungsgemäss im Sinne der Mutterpartei und löste keine grossen Diskussionen aus. Die Begrenzungsinitiative wird abgelehnt (78 Nein, 0 Ja), dem Jagdgesetz (72 Ja, 0 Nein, 3 Enthaltungen), den Kinderabzügen bei der Bundessteuer (76 Ja, 1 Nein, 2 Enthaltungen), dem Vaterschaftsurlaub (59 Ja, 16 Nein, 3 Enthaltungen) sowie der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge (70 Ja, 5 Nein, 5 Enthaltungen) zugestimmt.

Bei der kantonalen Vorlage über die Teilrevision des Steuergesetzes, welche Steuersenkungen für Unternehmungen vorsieht, wurde bei der Stichfrage die Vorlage des Landrates mit 59 Stimmen favorisiert gegenüber dem Gegenvorschlag der Grünen, der nur 15 Stimmen erhielt. Vorausgegangen war eine kontroverse Diskussion zwischen Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger und Landrat Alexander Huser, Präsident der Grünen.

Mehr zum Thema

Lukas Waser ist neuer Präsident der JCVP Nidwalden

Fünfmal Ja, einmal Nein: Die Junge CVP hat an der Parteiversammlung die Parolen zu den Abstimmungen vom 27. September gefasst und spricht sich gegen die Begrenzungsinitiative aus. Ausserdem wurde der Vorstand neu gewählt.