DALLENWIL: Bürger wollen Sammlung zurück

In vier Nidwaldner Gemeinden fuhr im vergangenen Oktober das letzte Mal der Sperrgut-Lastwagen vor. Drei Dallenwiler wollen die Sammlungen für ihre Gemeinde wieder einführen.

Matthias Piazza
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Die Sperrgutsammlung gehört auch in Stans (wie hier auf dem Bild) der Vergangenheit an. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 20. Oktober 2016))

Die Sperrgutsammlung gehört auch in Stans (wie hier auf dem Bild) der Vergangenheit an. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 20. Oktober 2016))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Wer in Dallenwil ein Möbel oder sonst einen Gegenstand entsorgen will, der für die reguläre Kehrichtabfuhr zu gross, zu sperrig oder zu schwer ist, muss ihn mit Sperrgutmarken versehen. Für 5 Kilo bezahlt man 2 Franken. Oder die Bürger entsorgen ihr Sperrgut bei einem privaten Recycling-Center. Drei Vorstandsmitglieder der CVP Dallenwil beantragen nun eine Rückkehr zum «alten» System. Bis im vergangenen Jahr holte der Kehrichtverwertungs-Verband Nidwalden (KVVNW) im Frühling und Herbst das Sperrgut der Nidwaldner Gemeinden ab. «Dieses System hat sich bewährt und trägt auch dem ökologischen Gedanken Rechnung», begründet CVP-Vorstandsmitglied Oliver Rüedi. «Statt wegwerfen, können Private am Strassenrand noch brauchbare Gegenstände abholen und weiterverwenden.»

Auch entspreche die Sperrgutsammlung einem Bedürfnis der Bürger, erwähnt er mit Blick auf Buochs. Dort stimmten in einer Umfrage 75 Prozent der Bürger für die Beibehaltung der zwei jährlichen Sperrgut­sammlungen. «Leider hat der Dallenwiler Gemeinderat auf eine solche Bedarfsabklärung verzichtet», bedauert Rüedi. Dallenwil solle sich der Mehrheit – sieben von elf Gemeinden – anschliessen, die das System beibehalten. Auch aus finanzieller Sicht spreche alles dafür. «Pro Tonne ist mit Kosten von 263 Franken zu rechnen, das entspricht einem Kilopreis von 26,3 Rappen. Die Sperrgutmarke kostet mindestens 40 Rappen pro Kilo», rechnet Rüedi vor.

Auch würden für ein optimales Bringsystem die nötigen Recycling-Center fehlen. «Das Recycling-Center an der Stanser­strasse in Buochs oder auch die Altmaterial-Sammelstelle im Brandboden in Dallenwil ist nicht für grösseren Publikumsverkehr geeignet, Fahrten mit Privatautos oder Kleinbussen sind nicht effektiv.» An der Frühlingsgemeindeversammlung will der CVP-Vorstand die gewohnte Sperrgutsammlung auf 2018 wiedereinführen und den dafür nötigen Gemeindebeitrag von 12 Franken pro Haushalt und Gewerbeeinheit auf 32 Franken erhöhen.

Unterstützung für Anliegen

«Der Antrag wird durchkommen», gibt sich Oliver Rüedi siegessicher. «Aus der Bevölkerung und auch aus SVP- und FDP-Kreisen spüre ich Unterstützung.»

Auch Ennetbürgen, Emmetten, Hergiswil, Beckenried, ­Buochs, Oberdorf und Stansstad halten an der Sperrgutsammlung fest. Sie müssen diese aber seit diesem Jahr selber bezahlen, abhängig von den effektiven Mengen. Dies hatte die Delegiertenversammlung des KVVNW so beschlossen – nicht ganz freiwillig. Die Regierung wollte einen Regimewechsel, weil das heutige System, via Verbandsgebühr finanziert, nicht verursachergerecht und somit nicht rechtens sei. Auch Stans, Ennetmoos und Wolfenschiessen haben die Sperrgutsammlung abgeschafft.

Die Gemeinde Dallenwil wollte sich zum Antrag noch nicht äussern. Er werde nun detailliert geprüft, und die entsprechenden Schritte würden in die Wege geleitet, heisst es.