DALLENWIL: Er macht seine Leidenschaft zum Beruf

Die Wintersportler stehen in den Startlöchern. Gut möglich, dass ihre Latten an den Füssen die Handschrift von Roman Bregy tragen. Der 21-Jährige hat einen eher seltenen Beruf, er ist Skibauer.

Carina Odermatt
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Hat sich mit der Ausbildung zum Skibauer einen Traum erfüllt: Roman Bregy. (Bild: Verband Luzerner Schreiner)

Hat sich mit der Ausbildung zum Skibauer einen Traum erfüllt: Roman Bregy. (Bild: Verband Luzerner Schreiner)

«Wenn ich Leuten erzähle, welchen Beruf ich gelernt habe, erregt das immer Aufsehen», erzählt Roman Bregy mit einem gewissen Stolz in den Augen. Der 21-jährige Dallenwiler hat in diesem Jahr beim Schweizer Skihersteller Stöckli seine vierjährige Lehre als Skibauer abgeschlossen. Eine ungewöhnliche Lehre, denn Stöckli ist in der Schweiz der einzige Arbeitgeber, der bis zu vier Lehrlinge pro Jahr im Skibau ausbildet. Bregy war in seinem Jahrgang der Einzige, zur Berufsschule ging er mit den Schreinern. «Die Schule ist mir immer sehr leicht gefallen. Ich hätte ruhig noch die Berufsmaturität machen können. Vielleicht werde ich das noch nachholen», erzählt er.

Täglich fuhr er mit dem Zug nach Malters in die Produktionsstätte und arbeitete in den verschiedensten Sparten des Skibaus. «Ein Ski wird nie am Stück gebaut», erklärt Bregy. Er durchlaufe mehrere Phasen, von der Materialvorbereitung, bei der unter anderem die Form des Skis bestimmt wird, übers Leimen und Schleifen bis hin zur Endkontrolle. «Die Rennski gehen dann noch in die Abteilung des Rennsports», fährt er fort. Die reine Arbeitszeit an einem Ski beträgt rund vier Stunden, zwischendurch muss er aber immer wieder trocknen. In zwei bis drei Tagen wird ein Ski im Durchschnitt fertiggestellt. Zudem gibt es die Abteilung für Entwicklung, in der Verbesserungen der momentanen Produktion angestrebt wird. Das Team experimentiert mit verschiedenen Materialien, Härten und Formen.

Selber einen Ski von A bis Z konstruiert

Langweilig wird es Roman Bregy nie, denn als «Springer» führt er die verschiedensten Arbeitsschritte aus und erfährt immer die neusten Trends in der Skiproduktion. «Ich mag alles, das mein Job mit sich bringt. Die Arbeit im Team schätze ich besonders.» Überhaupt war die Lehrstelle für Roman Bregy ein Glückstreffer. Er war begeisterter Skirennfahrer, als er sich mit seiner Berufswahl auseinandersetzte. Naheliegend, dass er seine Leidenschaft zum Beruf machen wollte, am liebsten in einem handwerklichen Metier. Er schrieb genau eine Bewerbung, schnupperte einmal, und schon hatte er die Lehrstelle im Sack. «Wahrscheinlich hat mir die Erfahrung im Rennsport geholfen, um an die Stelle zu kommen. Man muss für diesen Job wirklich ein Ski-Fan sein», stellt Bregy fest.

Schon vor der Lehrabschlussprüfung konnte er beweisen, was er drauf hat. Er nahm an einem Wettbewerb des Schreinerverbands teil. Zum Thema «Relax» baute Bregy einen Ski mit allem Wissen und handwerklichem Können, das er in den vier Jahren erworben hatte. Er hat den Ski selber geplant und umgesetzt, vom Design bis zur Endkontrolle, und kam damit in die erste Ranggruppe. «Es hat Spass gemacht, kreativ zu sein. Normalerweise kommen die Ideen eher aus der Entwicklung, und der Lehrling kümmert sich um die Umsetzung», erzählt der Skibauer.

Rekrutenschule «stört» die Winterfreuden

Bregy selbst fährt seit vier Jahren keine Rennen mehr, dennoch ist er regelmässig auf und neben der Piste anzutreffen. «Ich widme mich nun mehr dem Freeriden», so der Dallenwiler und fügt lächelnd an: «Natürlich auf Stöckli-Ski.» Momentan muss der Wintersport aber etwas zurückstehen, Roman Bregy absolviert gerade die Rekrutenschule. Was ihm die Zukunft bringt, ist unklar. Dem Skibusiness will er auf jeden Fall treu bleiben. Erst einmal weiter bei Stöckli, «vielleicht bilde ich mich später in einer zusätzliche Schule weiter». Das Fundament dazu hat er gelegt.

Carina Odermatt

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch