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DALLENWIL: Heimtückischer Pilz befällt ganzen Wald

Die Eschen beim Waldfestplatz sind von der Eschenwelke befallen. Und drohen umzustürzen. Rund 200 Bäume müssen gefällt werden.
Forstwart Severin Murer beim Fällen einer vom Pilz befallenen Esche. (Bild: Corinne Glanzmann)

Forstwart Severin Murer beim Fällen einer vom Pilz befallenen Esche. (Bild: Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

Die Säge heult auf. Es knackt. Der mächtige Baum fällt. Die Erschütterung des Aufschlags ist auch noch einige Meter entfernt zu spüren. Es sollte nicht bei diesem einzelnen Baum bleiben, der in den kommenden zwei Wochen gefällt wird. Zahlreiche Bäume sind mit einer roten Markierung versehen, was bedeutet, dass sie in Kürze der Kettensäge zum Opfer fallen.

Ein Stapel mit den gefällten Bäumen türmt sich auf. Auf einer Fläche von rund 15 000 Quadratmetern im Gebiet Erlenbann beim Steini­bach rund um den Waldfestplatz fällen drei Forstarbeiter der Uertekorporation Dallenwil rund 200 Bäume. Alles Eschen, die von der Eschenwelke befallen sind, einer Pilzkrankheit, die Bäume innert dreier Jahre absterben lässt (siehe Kasten).

Ein Sicherheitsrisiko

«Von Eschenwelke befallene Bäume können plötzlich umstürzen oder Äste verlieren. Das Risiko wollen wir in diesem beliebten, stark frequentierten Naherholungswald nicht eingehen. Auch Schulkinder und Fussgänger passieren diese Stelle. Darum handeln wir», begründet Felix Odermatt, Uertevogt der Grundeigentümerin Uertekorporation Dallenwil, diese Aktion. Der Eingriff ist gross. Rund 80 Prozent der Bäume hier verschwinden. Das traditionelle Waldfest des Skiclubs Dallenwil werde natürlich auch weiterhin stattfinden, wohl aber in einem etwas gelichteten Wald.

Eine Kahlfläche sollte es gemäss Revierförster Sepp Odermatt nicht geben, da der Wald auch aus anderen Bäumen bestehe. Trotzdem: «Das Bild wird sich spürbar verändern, vor allem aus der Distanz betrachtet.» Das Ausmass des Pilzbefalls habe ihn geschockt. «Bedauerlich ist auch, dass junge Bäume davon betroffen sind.»

Rund 200 Kubikmeter Brennholz

Gemäss Felix Odermatt hat man mit der Fällaktion frühzeitig reagiert. Und ausserdem sei der Winter die ideale Jahreszeit zum Fällen, da die Bäume jetzt am wenigsten Saft produzieren, ergänzt Sepp Odermatt. Die gefällten Eschen ergeben rund 200 Kubikmeter Brennholz, welches für die korporationseigenen Schnitzelheizungen verwendet wird.

Ausrotten kann man den Pilz mit der Fällaktion nicht, aber glücklicherweise sei die Esche als einzige Baumart davon betroffen, und einige Eschen sähen so aus, als seien sie resistent. Felix Odermatt geht davon aus, dass bis in rund 50 Jahren der Wald wieder in seinem jetzigen Zustand ist. Auch in anderen Wäldern auf dem Gebiet der Uertekorporation seien Eschen vom Pilz befallen. Wo sie für die Bevölkerung kein Sicherheitsrisiko darstellten, würden sie bei ordentlichen Holzschlägen gefällt oder stehen gelassen.

Rasant in der Schweiz verbreitet

map. Die Eschenwelke stammt aus Ostasien und trat 2007 das erste Mal in der Schweiz auf. Sie hat sich rasant ausgebreitet. Deren Erreger ist ein Pilz namens Falsches Weisses Stängelbecherchen. Die Auswirkungen sind gravierend. Die Pilzsporen werden vom Wind verbreitet. Sie dringen über die Blätter in die Eschen ein und befallen zuerst die Äste und dann den Stamm. Weil in den befallenen Pflanzenteilen die Leitfähigkeit für Wasser stark eingeschränkt ist, welken Äste und ganze Kronenteile und sterben schliesslich ab.

Die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt, dass bis zu 90 Prozent der Eschen absterben können. Dies bereitet Forstdiensten und Waldbesitzern grosse Sorgen, da die Esche eine wertvolle und vielseitige Baumart ist, wie das kantonale Amt für Wald und Energie schreibt.

Zweithäufigste Laubholzart

In Nidwalden ist die Esche nach der Buche die zweithäufigste Laubholzart. Es gibt Hoffnung, dass einige der über 500 000 Eschen im Kanton dafür sorgen, dass diese Baumart überlebt. Inmitten grossflächig befallener Eschenwälder bleiben einige Exemplare grün. Sie scheinen resistent gegenüber dem Pilz zu sein.

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