DALLENWIL: Im Moor morden sie um die Erbschaft

Die Theatergesellschaft Dallenwil führt «Schau nicht unters Rosenbeet» auf. Und bietet damit tiefschwarzen Humor mit vielen Überraschungen.

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Ines Schuler (links) als Dora Henk, Claudia Odermatt als Anne Franklin. (Bild Roger Zbinden/Neue NZ)

Ines Schuler (links) als Dora Henk, Claudia Odermatt als Anne Franklin. (Bild Roger Zbinden/Neue NZ)

Schauerlich beginnt es auf der Bühne, und grausig geht es weiter bis zum Schluss. Der bekannte amerikanische Schauspieler, Regisseur und Autor Norman Robbins hat mit «Schau nicht unters Rosenbeet» eine Kriminalkomödie geschrieben, welche die rund 320 Zuschauerinnen und Zuschauer bei der Premiere vom Anfang bis zum Ende in Atem hielt.

Es beginnt mit Tod des Vaters
Im heruntergekommenen Monument House im Moor leben die Henks, deren Familienoberhaupt gerade das Zeitliche gesegnet hat. Die Familie ist mehr als eigenartig. Da sind die rabiate und rücksichtlose Emily (Sabine Christen), die in ihrer Rolle und der schwarzen Kleidung fürchterlich wirkt, Dora (Ines Schuler), die passionierte Giftmischerin, und die Männer verschlingende Monica (Priska Niederberger). Die Brüder sind allesamt irre. Marcus (Sascha Bieri) hält sich für Caesar und tritt dementsprechend auf. Er wird von der Krankenschwester Anne Franklin (Claudia Odermatt) liebevoll betreut. «Marcus ist der einzige, der sich in seinen Passagen nicht in Lügen verstrickt, und so gesehen die sympathischste Rolle hat», meinte der Regisseur Guido Infanger. Lucien (Klaus Odermatt) ist ein verkappter Wissenschaftler. Oliver ist im Keller in einer Zelle eingesperrt und heult, weil er glaubt, ein Werwolf zu sein. Agatha Hammond (Erika Niederberger) passt als undurchsichtige Hausangestellte bestens in die Familie Henk.

Die Spielfreude der Jungen
Die Situationskomik kommt hie und da etwas überspitzt daher, was die Leistung der Schauspieler jedoch nicht schmälert. Gekonnt bewältigen die Akteure die langen Textpassagen. Der Regisseur Guido Infanger, der auch für die Dialektfassung verantwortlich zeichnet, hat das Stück sehr gut inszeniert und besetzt. Es kommen auch junge, unerfahrene Schauspielerinnen und Schauspieler zum Zug, die durch ihre Spielfreude auffallen. Vor allem die weiblichen Rollen überzeugen durch ihre Ausdruckskraft und drücken dem Spiel ihren Stempel auf. «Schau nicht unters Rosenbeet» bleibt bis zum bitteren Ende spannend, auch wenn man während des Stücks immer wieder überzeugt ist, den Täter oder die Täterin ertappt zu haben.

Monika Barth

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.