DALLENWIL: Im Rossstall fliegen bald die Bienen

Ein ehemaliger Stall der Armee dient den Bienenzüchtern künftig als Lokal für die Ausbildung von Nachwuchs. Dieser lernt hier die fachgerechte Pflege.

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Diesen Stall in Dallenwil können die Bienenzüchter übernehmen. (Bilder Richard Greuter)

Diesen Stall in Dallenwil können die Bienenzüchter übernehmen. (Bilder Richard Greuter)

Insgesamt 100 Nidwaldner Bienenzüchter pflegen rund 900 Bienenvölker. Was ihnen bisher noch fehlte, ist ein Lehrbienenstand. In einem leer stehenden Gebäude, wo früher Pferdestallungen der Schweizer Armee untergebracht waren, kann der Verein nun sein eigenes Kurslokal realisieren.

Idealer Standort

Für Präsident Hampi Krähenbühl ein wichtiger Schritt: «Für die Nidwaldner Imker ist es ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte.» In diesem Lehrbienenstand lernen Jungimker in Grundkursen die fachgerechte Pflege von Bienenvölkern. Erfahrene können in Königinnenzuchtkursen die hohe Schule des Imkern erlernen. «Im Zeitalter von Varroa und Bienensterben ist die Aus- und Weiterbildung der Imker immer wichtiger», hielt Krähenbühl an der letzten Generalversammlung vergangenen Freitag in Dallenwil fest.

Auch Platz als Vereinslokal

«Es ist ein idealer Standort für die Bienenhaltung», lobte Vizepräsident Charly Burch, der das Projekt vorstellte. Und als ebenso wichtig hob Burch hervor: «Wir müssen nur den Lehrbienenstand einrichten. Der Rest ist vorhanden.» Denn im oberen Geschoss, wo früher Unterkünfte für Soldaten eingerichtet waren, befindet sich ein grösserer Raum. Dieser bietet Platz für Weiterbildungskurse und Beratungsabende. Selbst für die jährliche Generalversammlung ist genügend Platz vorhanden. So mag es wenig erstaunen, dass die 65 stimmberechtigten Mitglieder dem Projekt einstimmig grünes Licht erteilten.

Als Hampi Krähenbühl vor vier Jahren als neuer Präsident gewählt wurde, konnte er dem Verein einen Check von 20 000 Franken überreichen. Ein Geschenk des Lions Clubs Unterwalden. Unter Leitung von Charly Burch begann eine intensive Suche nach einem geeigneten Standort. «Wir haben rund zehn Objekte angeschaut, davon waren vier brauchbare Varianten.» In einem alten Ökonomiegebäude hinter dem Winkelriedmuseum war nur noch die Zustimmung des Landrates notwendig. Doch das historische Gebäude brannte vor drei Jahren ab.

Dass das Vorhaben nun doch gelingt, wird als Glücksfall bezeichnet. Der Bienenzüchterverein bekam einen Tipp über das leer stehende Gebäude. Und Biobauer Wendel Odermatt, seit letztem Herbst Eigentümer dieses Stalles, willigte begeistert ein. «Für uns ist das buchstäblich ein Sechser im Lotto», freute sich Präsident Hampi Krähenbühl.

Finanzen noch nicht gesichert

Noch nicht ganz gesichert ist der finanzielle Aufwand. Der Vorstand rechnet mit Gesamtkosten von rund 60 000 Franken. Die Lions Unterwalden übernehmen einen Betrag von 20 000 Franken. Rund 15 000 Franken kommen aus der Vereinskasse. «Für den Rest sind wir froh um Spenden», erklärte Hampi Krähenbühl. Einen grossen Teil leisten die Imker mit Fronarbeit.

Neues Vorstandsmitglied

Peter Christen aus Kehrsiten wurde an der GV überdies neu in den Vorstand gewählt und übernimmt die Kasse von Brigitta Burch. Diese bleibt als Beraterin und Kursleiterin im Vorstand. Sie präsentierte eine ausgeglichene Rechnung mit 150 Franken Gewinn. Alle zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wurden bestätigt.

Richard Greuter