DALLENWIL: Strasse bleibt fast ein halbes Jahr gesperrt

Die Situation ist zu gefährlich: Die Wiesenbergstrasse bleibt bis Ende Juni 2013 für Fahrzeuge und Fussgänger gesperrt.

Adrian Venetz
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Aus der Distanz zeigt sich das Schaden­ausmass. Die Strasse wurde unterspült.

Aus der Distanz zeigt sich das Schaden­ausmass. Die Strasse wurde unterspült.

Einen Tag vor Heiligabend hatte ein Erdrutsch die Wiesenbergstrasse unpassierbar gemacht (wir berichteten). Nachdem die Schadensituation genauer analysiert worden ist, steht nun fest: Die Strasse bleibt bis Juni 2013 für jeglichen Verkehr – auch für Fussgänger – gesperrt. Dies hat der Kanton so entschieden.

Gefahr ist nicht gebannt

Der Erdrutsch hatte sich unterhalb der St. Stephanskapelle gelöst. Die halbe Fahrbahnbreite der Wiesenbergstrasse ist in einem Abschnitt von ungefähr 20 Metern unterspült. Für einen Laien mag die Situation vor Ort halb so schlimm aussehen. «Die Strasse ist aber höchst instabil», betont Albert Odermatt, Chef des Gemeindeführungsstabs. Etwa die Hälfte der Fahrbahn ist dort nicht mehr abgestützt.» Diese Instabilität wirke sich auch auf die angrenzenden Strassenabschnitte aus. Zudem bestehe die Gefahr von weiteren Rutschen oder Abbrüchen.

Nicht alle nehmen es gelassen

Für die rund 150 Einwohner im Wirzweli und in Wiesenberg bedeutet dies, dass sie auch nach der üblichen Wintersperre nur per Luftseilbahn zu ihren Liegenschaften gelangen können. «Einige können damit sehr gut umgehen», beschreibt Odermatt die Stimmung unter den Einwohnern. «Die sagen sich einfach: ‹Wir wohnen hier oben und wissen ja, dass dieses Risiko besteht.›» Andere wiederum können sich «weniger gut mit der Sitaution abfinden», so Odermatt.

Warum dauert es so lange?

Wenige Tage vor dem Erdrutsch hatte sich der Landrat dafür ausgesprochen, an der Kantonsstrasse nach Wiesenberg und ins Wirzweli festzuhalten. Sanierung und Ausbau dürften rund 39 Millionen Franken kosten. Ändert sich nun etwas an diesen Plänen? «Nein», sagte Kantonsingenieur Josef Eberli gestern auf Anfrage. «Die nun notwendige Instandstellung ist grundsätzlich losgelöst von der geplanten Gesamtsanierung.» Trotzdem braucht es viel Zeit, um die instabilen Strassenabschnitte wieder befahrbar zu machen. «Vor allem deshalb, weil das Gelände dort sehr steil ist», sagt Eberli. Voraussichtlich müsse ein ganzer Strassenabschnitt weiter in Richtung Berg «verschoben» werden. «Das sind sehr aufwendige Arbeiten – und deshalb dauert es auch relativ lange», betont der Kantonsingenieur.

Ab April 2013 – je nach Wetter und Schneesituation – ist vorgesehen, die Ächerlistrasse Richtung Kerns zu öffnen. Dann können die Einwohner von Wirzweli und Wiesenberg wieder mit dem Auto ins Tal fahren – auch wenn dies ein grosser Umweg bedeutet.

Die Situation werde laufend neu beurteilt, so Eberli. Auf heute Donnerstag ist wiederum eine Sitzung mit aktueller Lagebeurteilung anberaumt worden.