DALLENWIL: «Und uns sagt man: Das liegt nicht drin»

Noch ist unklar, wie die Wiesenberg­stras­se saniert werden soll. Doch die Gräben zwischen den Interessen sind bereits jetzt unüberbrückbar.

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Die Wiesenbergstrasse in Dallenwil wird teilweise saniert. (Bild Urs Rüttimann/Neue NZ)

Die Wiesenbergstrasse in Dallenwil wird teilweise saniert. (Bild Urs Rüttimann/Neue NZ)

Landwirt Werner Niederberger drängt: «Trotz den Geldern aus dem Finanzaus­gleich findet es die Gemeinde nicht nötig, dem Kanton Dampf zu machen.» 

Denn für ihn ist klar: Die Wiesenberg­strasse muss man möglichst zweispurig ausbauen und in der Gefahrenzone durch einen Tunnel führen. «Fragwürdig» war für ihn auch das Verhalten jener Landräte, die 1977 an der Landsgemeinde eine durchgreifende Sanierung mit teils neuer Linienführung abblitzen liessen. 

Wirtschaftlich benachteiligt
Das Problem war schon damals dasselbe: Die auf Fahrzeuge von acht Tonnen beschränkte Strasse führt durch ein Moränengebiet mit instabilem Untergrund. Diese Geologie an der steilen Flanke des Stanserhorns birgt das Risiko von Rutschungen. 

Der Unterhalt der Bergstrasse und deren notwendige Gesamtsanierung ist folglich teuer und politisch umstritten. Für Niederberger ein zusätzlicher Affront: «Im Tal wird alles gemacht. Doch uns Bergbewohnern sagt man: Das liegt nicht drin.»

Käserei vor Markt abgeschnitten
«Für meinen Bauernhof ist eine gut ausgebaute Strasse existenziell.» Mit Vieh und Hausrat zügelt Niederberger im Mai jeweils von Buochs hinauf nach Wirzweli. Ende Januar gehts dann wieder hinunter ins Tal. «Da wir schwere Transporte mit doppelter Distanz übers Ächerli nach Obwalden abwickeln müssen, kommt uns der Quadratmeter Holz 5 Franken teurer zu stehen», rechnet Niederberger vor. 

Vom Markt abgeschnitten sei auch die hauseigene Käserei, die er bald aufgeben müsse. Da bleibt noch der Zusatzverdienst aus zwei Ferienwohnungen, immerhin jährlich 15 000 Franken. Doch müsse er manche Anfragen ausschlagen. «Wer die Schweizer Bergstrassen nicht kennt, dem wird am Wiesenberg angst und bange.» Auch schon musste er «perplexe Gäste» hinunterchauffieren.

Strasse für Notfälle wichtig
Davon weiss auch Lubi Jankovic, der das Berggasthaus Arviblick führt, zu berichten. Den Touristen empfiehlt er, die Luftseilbahn zu benutzen. Doch auch er drängt: «Wir brauchen eine bessere Strasse mit mehr Ausweichstellen. Bei gesundheitlichen Notfällen brauchen wir die Strasse.»

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Nidwaldner Zeitung.