Das neue Bier aus Nidwalden glänzt wie ein kupferner Brennkessel

Pünktlich zum Tag des Schweizer Bieres kommt aus Stans das neue Migi-Bräu Amber.

Florian Pfister
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Braumeister Julius Rohm und Geschäftsführerin Alexandra Lussi stossen mit dem neuen Migi-Bräu Amber an.

Braumeister Julius Rohm und Geschäftsführerin Alexandra Lussi stossen mit dem neuen Migi-Bräu Amber an.

Bild: Florian Pfister (Oberdorf, 21. April 2020)

1800 Liter sind abgefüllt. Zum heutigen Tag des Schweizer Bieres erscheint die fünfte Sorte des Migi-Bräu-Biers der Getränke Lussi AG, Stans. Die neue Geschmacksrichtung heisst Amber. «Das Spezielle am Amber-Bier ist die Kupferfarbe», erklärt Brauer Julius Rohm. «Wir haben uns ein Beispiel genommen an den alten kupfernen Brennkesseln, da diese eine grosse Tradition haben.»

Der Braumeister hat seine genauen Vorstellungen. «Ein Amber soll einen röstigen, leicht karamellartigen Geschmack haben. Wir haben eine schöne Verbindung geschaffen mit Röstnoten, einer schönen Malzsüsse und mit einer hopfigen Note», erzählt Julius Rohm. «Zukünftig kommen wir vielleicht in Richtung dunkle Biere. Das Amber-Bier ist eine schöne Mischung zwischen hell und dunkel, indem eine schöne Malzaromatik mit drin ist», sagt er weiter. In der Schweiz habe sich das Amber-Bier etabliert. In den anderen deutschsprachigen Ländern sei Amber-Lager kein wirklicher Bierstil. «Damit kann sich die Schweiz schon sehen lassen.»

Ein Bier für Frau und Mann

«Vom Amber-Bier sagt man auch, dass es für Frau und Mann sei», sagt Geschäftsführerin Alexandra Lussi. «Somit hoffen wir, mit diesem Bierstil mehr Frauen gewinnen zu können. Als ich es probiert habe, war ich überwältigt. Ich muss sagen, es schmeckt mir wirklich sehr.» Abgefüllt wird das Bier in Flaschen mit Kronkorken-Verschluss. Der Nidwaldner Schlüssel ziert wie schon bei den Sorten Lager, Naturtrüb und Weizen die Etikette.

Der Nidwaldner Schlüssel ziert auch die Amber-Sorte des Migi-Bräu.

Der Nidwaldner Schlüssel ziert auch die Amber-Sorte des Migi-Bräu.

Bild: Florian Pfister (Oberdorf, 21. April 2020)

Die Abfüllmaschinen wurden in dieser Woche extra für zwei Tage hochgefahren. Neben dem neuen Amber-Bier wurde ebenfalls die Sorte Naturtrüb abgefüllt und etikettiert. Seit dem 18. März ist die Produktion nämlich im Stillstand. Brauen müsse Getränke Lussi momentan nicht, man habe bereits Vorarbeit geleistet für den Frühling und den Sommer. «Für die Europameisterschaft, die vor der Türe gestanden wäre, brauten wir extra mehr, sodass wir bereit für einen Ansturm gewesen wären», erzählt Alexandra Lussi. «Unsere Lagertanks sind voll und wir sind jederzeit bereit, eine Sorte abzufüllen.»

«Freude in die schwierige Zeit bringen»

Seit der Idee zum Migi-Bräu Amber verging ein gutes halbes Jahr. «Letztes Jahr hatten wir am Tag des Schweizer Bieres den Fassanstich unseres vierten Biers, dem India Pale Ale», erklärt Alexandra Lussi. «Jetzt haben wir das Amber wiederum auf diesen Tag gebraut und wollen es auf den Markt bringen.» Ursprünglich sei ein kleiner Event dazu geplant gewesen. «Wir haben bereits Ende Februar gesehen, dass dieser wohl nicht stattfinden kann.» Das ist aber kein Grund, um mit der Lancierung zu warten. «Wir wollen das Amber-Bier in dieser schwierigen Zeit rausbringen, um den Bierliebhabern in der Schweiz etwas Neues zu zeigen, den Migi-Bräu-Fans ein neues Bier zu geben und etwas Freude in die schwierige Zeit zu bringen.»

Im letzten Jahr sei einiges gelaufen. Im September 2019 ist Getränke Lussi am Swiss Beer Award mit ihrem Weizenbier ausgezeichnet worden. «Das erfreut uns sehr. Es zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Auszeichnung gibt auch neuen Mut, weiterzumachen, und war Ansporn, eine neue Sorte zu kreieren.» Remigi Lussi ergänzt: «Wir haben einen jungen dynamischen Bierbrauer engagieren können und das hilft natürlich extrem. Er hat gute Ideen und hilft mit. Es macht Spass so.»

Seit der Einführung des Migi-Bräu im Jahr 2018 zieht Remigi Lussi, Vater von Alexandra Lussi, eine positive Bilanz. «Wir haben unsere Ziele erreicht und sind mit dem Volumen sehr gut unterwegs. Es kommt sehr gut an, das ist eigentlich das Wichtigste.» Trotz Coronaeinbussen ist die Familie Lussi optimistisch, dass bald wieder bessere Zeiten kommen. Weitere Projekte sind bereits im Gang.

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Oliver Mattmann