Das Nidwaldner Hotel-Ticket wird wegen zu wenig Interesse eingestellt

Hotelgäste können ab zwei Übernachtungen in Nidwalden den ÖV gratis benutzen. Doch nur noch bis Ende Jahr.

Matthias Piazza
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Das Nidwaldner Hotel-Ticket.

Das Nidwaldner Hotel-Ticket.

Symbolbild: Corinne Glanzmann

Bucht man ein Hotel, darf man gratis den öffentlichen Verkehr benutzen. Was in der Stadt Luzern seit Januar 2017 mit der Gästekarte Realität ist, ist in Nidwalden schon bald wieder Geschichte. Das Hotel-Ticket, das erst im Sommer des vergangenen Jahres lanciert wurde, wird per Ende Jahr wieder eingestellt, wie Nidwalden Tourismus in einer Medienmitteilung schreibt. Gäste, welche für mindestens zwei Nächte in einem Nidwaldner Hotel übernachteten, durften während ihres Aufenthaltes den öffentlichen Verkehr in Nidwalden und in der Stadt Luzern gratis benutzen (ohne Schiff und Bergbahnen).

Josef Lussi-Waser, Präsident von Nidwalden Tourismus, begründet die Einstellung mit dem fehlenden Interesse. «Von den 1000 Tickets, die wir beim Tarifverbund Passepartout abgekauft hatten, wurden bisher nur rund die Hälfte an Gäste abgegeben.» Er macht für den fehlenden Erfolg mehrere Gründe aus. «Die meisten Hotelgäste bleiben nur eine Nacht in Nidwalden und kommen darum fürs Hotel-Ticket gar nicht in Frage.»

Hinzu käme, dass nur etwa die Hälfte der Hotel- und übrigen Nidwaldner Beherbergungsbetriebe mitgemacht hätten, beziehungsweise bereit gewesen wären, sich hälftig an diesem Hotel-Ticket zu beteiligen. Am ehesten hätten Hotels im Talboden mit guter ÖV-Anbindung mitgemacht. Ein Drittel ans Ticket bezahlt Nidwalden Tourismus und der Rest die örtliche Tourismusorganisation. Wie viel Nidwalden Tourismus dem Tarifverbund Passepartout für das Kontingent dieser 1000 Billette zahlte, wollte Josef Lussi-Waser nicht sagen. «Wir haben Stillschweigen vereinbart. Aber es war ein fairer Preis.» Normalerweise kostet eine Tageskarte für die entsprechenden Zonen 31.60 Franken (ohne Halbtax-Abo).

Neues Tourismusgesetz als Pferdefuss

Gemäss Josef Lussi-Waser ist das neue Tourismusfördergesetz nicht für ein Hotel-Ticket ausgelegt. Das Gesetz kennt keine Kurtaxe mehr, die der Gast selber entrichtet. Stattdessen liefern die Hotels eine umsatzabhängige Tourismusförderabgabe an den Kanton Nidwalden ab. «In Luzern kommt die sogenannte Gästekarte an. Sie wird den Gästen über die entsprechend erhöhte Kurtaxe verrechnet, ohne dass die Hotelbetriebe sich an der Finanzierung beteiligen müssen.» Vielleicht müsse man das 2017 eingeführte Tourismusgesetz anpassen.

Mit dem Hotel-Ticket wollte Nidwalden Tourismus auch jene Gäste, welche mit dem Auto angereist waren, dazu ermuntern, für Ausflüge den öffentlichen Verkehr zu benutzen und so das Strassennetz entlasten. Die Idee wolle man weiterverfolgen, hält Lussi-Waser fest.

Der von mehreren Hotels geäusserte Wunsch, das Geltungsgebiet auf Engelberg und Teile von Uri zu erweitern oder Bergbahnen und Schiffe ins Boot zu holen, wurde verworfen. «Das Hotel-Ticket wäre so nicht mehr finanzierbar.» Lussi-Waser schwebt eine Zentralschweizer Lösung vor. Touristen und Einheimischen, die mit der Bahn, Postauto, Schiff und Bergbahnen vergünstigt Ausflüge unternehmen wollen, empfiehlt er den Tell-Pass.