Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Das Nidwaldner Zivilstandsamt hat immer mehr zu tun

Die Aufgaben des Zivilstandsamts werden immer aufwendiger, nicht zuletzt, weil immer öfter auch ausländisches Recht zu beachten ist. So steht es im Rechenschaftsbericht der Nidwaldner Regierung. Was heisst das konkret?
Martin Uebelhart
Hochzeitstorte an einer früheren Hochzeitsmesse in Luzern.

Hochzeitstorte an einer früheren Hochzeitsmesse in Luzern.

«Es ist nicht nur ‹ein bisschen Verheiraten›», sagt Doris Leutwyler, Leiterin des Nidwaldner Zivilstandsamtes, zu den Aufgaben ihres Teams. Wie dem Rechenschaftsbericht des Regierungsrats zu entnehmen ist, führen die Zivilstandsbeamtinnen die amtlichen Register – das Papierregister wie auch das elektronische Personenstandsregister, erstellen Mitteilungen an Ämter und Urkunden für Private, beurkunden Geburt und Tod, führen Ehevorbereitungen durch, vollziehen Trauungen, beurkunden eingetragene Partnerschaften und nehmen Kindesanerkennungen, Erklärungen über die gemeinsame elterliche Sorge, Namenserklärungen und Hinterlegungsorte für Vorsorgeaufträge entgegen.

«Allgemein kann gesagt werden, dass die Geschäftsfälle immer anspruchsvoller werden», steht im entsprechenden Abschnitt des regierungsrätlichen Berichts. Das habe vor allem auch damit zu tun, dass immer öfter ausländisches Recht mit hineinspiele, hält Leutwyler im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Sie macht ein Beispiel: «Wenn ein ausländischer Staatsangehöriger bei uns heiraten will, muss auch überprüft werden, ob ausländisches Recht zur Anwendung kommt.» Das sei dann Aufgabe des Zivilstandsamts. Aufwendig sei es auch, wenn ausländische Personen im Register erfasst werden sollen. «Wir müssen dann die beigebrachten Dokumente überprüfen.» Diese seien von Land zu Land ganz verschieden.

Die Mitarbeitenden im Amt an der Marktgasse mitten in Stans können auch mit Themen wie Schein- oder Zwangsehen in Berührung kommen. Werde eine Zwangsehe festgestellt, müsse das Amt von Gesetzes wegen tätig werden, so Leutwyler. Für Scheinehen müssten Beweise vorliegen. Da müsse man sehr vorsichtig sein. Gleichzeitig müsse man sich der Thematik auch bewusst sein und dürfe nicht blauäugig an die Sache herangehen.

Zahl der Geburten stieg in den vergangenen Jahren

Zugenommen im Vergleich mit vor einigen Jahren hätten auch die Beratungen von Personen bei Heirat oder der Namensführung. «In diesem Bereich wird das Recht immer häufiger angepasst und viele Leute haben vielleicht noch alte Bestimmungen im Kopf.» Laut Rechenschaftsbericht ist zudem die Anzahl der Geburten in Nidwalden in den vergangenen fünf Jahren um rund einen Drittel angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte 2018 ein Anstieg um 16 Prozent ausgewiesen werden.

Aufwendig gestalte sich ferner die Nachführung des Papierregisters, sagt Doris Leutwyler. Die elektronische Erfassung gebe es erst seit 15 Jahren. Die Arbeit auf einem Zivilstandsamt verlange nach gut ausgebildetem Personal, hält die Leiterin fest. «Das Gesetz schreibt den Erwerb eines Fachausweises vor.» Die Ausbildung führt zunächst zu einem Zertifikat, mit dem man bereits als Sachbearbeiter tätig werden kann. «Doch erst der Fachausweis befähigt einen für die Aufgaben als Zivilstandsbeamter.»

Die Zweitausbildung setzt eine Berufslehre voraus, wobei es nicht unbedingt eine Verwaltungslehre sein müsse. «Ich selber bin auch eine Quereinsteigerin», sagt Doris Leutwyler. Wichtig sei, dass man gerne mit dem Recht arbeite und dass man genau arbeite: «Die Register müssen so geführt werden, wie es die Zivilstandsverordnung vorschreibt.» Und nicht zuletzt müsse man in dieser Funktion auch gerne mit Menschen arbeiten. «Es braucht auch ein wenig Herzblut», meint Doris Leutwyler.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.