Nidwaldner Vereine brauchen mehr Platz: Das Stanser Kollegi soll eine Dreifachturnhalle erhalten

Weil die beiden bestehenden Sporthallen der Mittelschule in Stans überlastet und sanierungsbedürftig sind, will die Nidwaldner Regierung beim Kollegium eine Dreifachturnhalle erstellen lassen. Sie favorisiert eine Halle «im Berg» – die teuerste Variante.

Florian Pfister
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Eine der beiden Sporthallen des Kollegis in Stans.

Eine der beiden Sporthallen des Kollegis in Stans.

Bild: PD

Der Regierungsrat Nidwalden will beim Kollegi Stans eine Dreifachturnhalle bauen. Die beiden bestehenden Sporthallen des Gymnasiums sind überlastet und stark sanierungsbedürftig. Zudem erfüllen sie die Ansprüche an einen modernen Sportunterricht längst nicht mehr. Das schreibt der Regierungsrat in einer Medienmitteilung. Er will deshalb die beiden Hallen durch eine grössere ersetzen.

Die bestehenden Kollegihallen sind über 40 respektive 60 Jahre alt. Der Unterhaltsaufwand wird immer grösser. So weist zum Beispiel das Dach der älteren Halle ein bisher unentdecktes Leck auf, Scheiben brechen aufgrund thermischer Spannungen und die Duschräume haben ihr Lebensende erreicht.

Momentan gibt es zu wenig Hallenmöglichkeiten für Vereine

Ein weiteres Problem stellt die Auslastung der Sporthallen dar. An den Wochentagen sind sie durchgehend von 7.30 Uhr bis 22 Uhr belegt. Die einzige Ausnahme bildet der Mittwochnachmittag. Dann werden die Sporträumlichkeiten geputzt. Da die Hallenkapazitäten nicht ausreichen, muss ein Teil der schulischen Sportlektionen im Kraft- und Gymnastikraum durchgeführt werden. Dieses Problem hat sich seit dem neuen Schuljahr noch weiter verschärft. Bei den 6. Klassen ist eine zusätzliche Sportlektion auf den Stundenplan gekommen, um die Vorgaben des Bundes zu erfüllen.

Eine Vergrösserung des Angebots dient auch den Nidwaldner Vereinen. Diese nutzen an den Abenden unter anderem die Sporträumlichkeiten des Kollegis. «Wir haben im Kanton Nidwalden ein Minus im Hallenangebot. Nicht alle Vereine, die es gerne möchten, können Turnhallen nutzen», sagt Bildungsdirektor Res Schmid. «Deshalb begrüssen die Vereine eine moderne Anlage, die ihren Bedürfnissen entspricht.»

Halle soll in den Hang vor dem Kollegi integriert werden

Der Regierungsrat hat eine Zustandsanalyse und eine Machbarkeitsstudie mit verschiedenen Varianten zur Erneuerung der Halleninfrastruktur erstellen lassen. Die Regierung favorisiert die Variante «im Berg». Dabei soll die Dreifachhalle als Unterniveaubau zwischen der bestehenden Schule und der Aussensportanlage entstehen. «Die Halle soll in den Hang vor dem Kollegi integriert werden», führt Res Schmid aus. «Der Boden in Nidwalden ist knapp. Der Regierungsrat sieht vor, das grosse Volumen möglichst ins Gelände einzubauen.» Darunter soll eine Einstellhalle mit rund 40 Parkplätzen entstehen. Diese dienen als Ersatz für die bestehenden oberirdischen Parkplätze.

Vorteile seien dabei die direkte Verbindung zur bestehenden Aussensportanlage und zum Schulgebäude. Dabei würde eine Verkehrserschliessung auf Höhe des Aussensportplatzes entstehen. Das soll die Mürgstrasse entlasten, die mit der kürzlichen Eröffnung des Culinarium Alpinum in Zukunft noch reger befahren werden dürfte als bisher. Der Platz der bestehenden Hallen könnte künftig anderweitig genutzt werden. Eine Renaturierung des Freiraums böte eine Aufwertung. Zudem würde eine Reserve für eine allfällige Erweiterung des Kollegiums geschaffen. Für Schmid passen die jetzigen Hallen zudem optisch nicht zum restlichen Teil der Schule.

Dem Regierungsrat ist bewusst, dass die Variante unkonventionell erscheint und architektonisch eine Herausforderung darstellt. Auch weil der Einbau der Dreifachhalle in die Hangkante eine starke optische Wirkung erzeugt und weil in zwei eidgenössische Schutzzonen eingegriffen wird. «Deshalb ist es wichtig, die Halle gut ins Ortsbild und die bestehende Topografie einzubetten», so Schmid.

Regierung bezeichnet Renovation als sinnlos

Andere Varianten sieht der Regierungsrat nicht als optimal. «Wir sind uns einig, dass eine Renovation keinen Sinn macht. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht», sagt Res Schmid. Geprüft wurde ebenfalls ein Neubau am aktuellen Standort der Hallen und der heutigen Aussensportanlage. Eine Fläche des Aussenbereichs in dieser Dimension zu opfern sei aber keine Option.

Die Variante «im Berg» sei die teuerste Variante. Genaue Zahlen kann Res Schmid noch nicht nennen. Dafür müssen im Rahmen der vertieften Machbarkeitsstudie weitere Abklärungen getroffen werden. Insbesondere wird mit einer Ortsbildanalyse die Eingliederung einer Halle im Hang in die bestehende Siedlungsstruktur genauer angeschaut. Ein Gutachten soll die konkreten Auswirkungen auf die Verkehrswege und das Potenzial für Optimierungen aufzeigen. Auch wird eine mögliche Offenlegung oder Umleitung des Stämpbachs beim Kollegi näher untersucht.

Der momentane Terminplan sieht vor, dass die Machbarkeitsstudie im Herbst 2021 vorliegt. Schmid sagt: «Wenn die Variante ‹im Berg› machbar ist, ist sie eine würdige Ergänzung zum historischen Bau des Kollegiums.»

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