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Das UrRock-Festival reitet weiter auf der Erfolgswelle

Am Wochenende hat im Stanser Senkel das zweite UrRock stattgefunden. Das Festival wächst – nächstes Jahr muss ein grösseres Lokal her.
Christian Hug
Doctor Victor an der zweiten Ausgabe des UrRock in Stans. (Bild: André A. Niederberger, 25. Oktober 2019)

Doctor Victor an der zweiten Ausgabe des UrRock in Stans. (Bild: André A. Niederberger, 25. Oktober 2019)

Rock und seine Steigerungsform, der Heavy Metal, das ist eine hermetisch abgeschlossene Welt mit eigener Lebenshaltung, definierten Dresscodes und natürlich Musik, die in aller Härte von muskelbepackten Helden, von Rittern, Tod und Teufel und manchmal auch von der Liebe erzählt, dargeboten von rasenden Stromgitarristen und vielbeschäftigten Schlagzeugern. Diese Welt ist vergangenen Freitag und Samstag im Stanser Jugend- und Kulturhaus Senkel bei der zweiten Auflage des UrRock-Festivals aufgeblüht, und die Rockfreunde sind von weit hergereist, um sich die insgesamt zwölf auftretenden Bands zu Gemüte zu führen. Am ersten Tag waren es 450, am zweiten 700 Besucher. Für die Veranstalter waren das, rechnet man den zur Metal-Welt gehörenden Bierkonsum, den allgemein grossen Hunger, das Merchandising, Sponsoren und die freiwilligen Helfer hinzu, genug, um finanziell über die Runden zu kommen. So sagt es Jimmy Holmichel, einer der Veranstalter.

Das ist eine tolle Nachricht für Heavy-Metal-Fans – vor allem, wenn man bedenkt, wie das Festival entstanden ist: Da haben drei Freunde (Stephan Brüderlin, Jimmy Holmichel und Patrick Jakober) beschlossen, dass sie lieber tolle Konzerte quasi bei sich zu Hause veranstalten, statt dauernd für mässige Konzerte nach Zürich oder Pratteln zu fahren. Und wenn sie schon selber organisieren, dann soll es grad ein richtiges Festival mit allem Drum und Dran werden. Mit der ersten Auflage des UrRock letztes Jahr haben die drei Jungs dafür finanziell noch ziemlich draufgelegt. Aber die hohe Qualität des Festivals hat sich schweizweit so schnell rumgesprochen, dass der mit Festhütte ausgebaute Senkel schon bei der zweiten Auflage ausverkauft war.

Viele der Bands, die am Wochenende auftraten, sind Metal-Kombos von Weltrang: Primal Fear aus Deutschland zum Beispiel, Kissin’ Dynamite und Rage, beide ebenfalls aus Deutschland, sowie Eclipse aus Schweden. Dazu Lokalmatadoren wie End of Silence und Wielander sowie Schweizer Grössen wie Sickret und Emerald, dazu Bands aus Österreich (Blackening), Italien (Kalidia), Tschechien (Doctor Victor) und England (Fury).

Interessantes Detail am Rande: Weil sich die Rock-Welt schon mal im eigenen Kanton manifestierte, waren im Publikum auch Leute zu sehen, die mit Heavy Metal wenig am Hut haben, sich aber das Ganze mal in echt anschauen wollten. Andere warfen sich für den Anlass in mehr oder weniger passende Kleidung, was zusammen mit den sogenannten Die-Hards, den echten Metallern, insgesamt eine etwas sonderbar heterogene Publikumsmischung ergab. Aber das war okay, Rock ist für alle da. Zumal sich in den Augen der «Zaungäste» die «bösen Jungs» als ganz nette Zeitgenossen entpuppten.

«Die ganze Palette von Rock»

Richtig guten Rock gab’s an diesen beiden Tagen richtig viel. Ralf Scheepers, Sänger von Primal Fear, gilt als eine der besten Stimmen des klassischen Heavy Metals, der Sound der Band ist mit jenem der Metal-Götter Judas Priest vergleichbar. Kissin’ Dynamite sind aktuell auf Welttournee und zeigten sich nach über 100 Konzerten bei ihrem einzigen Schweiz-Auftritt in Höchstform. Julian Jenkins, Sänger von Fury, bot mit seiner Band, allen voran die überaus versierte Bassistin, emotionsgeladenen Hardrock. Wielander aus Obwalden sammelte Liveerfahrung unter dem Wohlwollen des Publikums. Doctor Victor spielten witzigen Rock mit viel Blues-Einschlag.

«Wir wollen die ganze Palette von Rock bei uns haben», sagte Stephan Brüderlin, der bei den Veranstaltern für die Bands zuständig ist, «von Symphonic Metal bis Death Metal». Das ist einwandfrei gelungen.

Grössere Bühnen und Säle nötig

Der Erfolg des Festivals und die Begeisterung der Bands, in einem Club wie diesem auf dem Land aufzutreten, zwingt die Veranstalter, einen Schritt weiterzugehen. Stephan Brüderlin: «Viele der Bands, die wir für weitere Festivals engagieren wollen, brauchen wegen ihres Bekanntheitsgrads grössere Bühnen und grössere Säle. Deshalb wird das dritte UrRock nächstes Jahr nicht mehr im Senkel, sondern in der Aula Cher in Sarnen stattfinden.» Darauf kann man sich jetzt schon freuen. Wer sich auskennt: Orden Ogan und Kryptos werden kommen. Erstere exklusiv in der Schweiz und die anderen zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz. Oder wie Primal Fear so passend im letzten Song ihres Auftritts sangen: «Metal is forever!»

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