Das Volkskulturfest Obwald wird um ein Jahr verschoben

Auf der Waldlichtung im Gsang bei Giswil werden Anfang Juli keine chinesischen Töne erklingen.

Martin Uebelhart
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Impression vom Obwald aus dem vergangenen Jahr: Mazaher Ensemble aus Ägypten.

Impression vom Obwald aus dem vergangenen Jahr: Mazaher Ensemble aus Ägypten.

Bild: Manuela Jans-Koch (Giswil, 4. Juli 2019)

Der Verein Volkskulturfest Obwald hat entschieden: «Wenig überraschend müssen wir die diesjährige Ausgabe von ‹Obwald› absagen», hält der künstlerische Leiter Martin Hess im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Der Vorstand habe den Entscheid bereits getroffen, bevor der Bundesrat vergangene Woche die schrittweise Lockerung der Massnahmen zu Bekämpfung der Coronapandemie und die Weiterführung des Verbots für Grossveranstaltungen verkündet hat.

«Es herrscht noch immer die ausserordentliche Lage», sagt Martin Hess. Alleine dies gebe zu wenig Planungssicherheit. «Doch es gibt noch andere Faktoren, die nicht geklärt sind. Etwa ob die Swiss im Juni überhaupt wieder nach Peking fliegt. Denn aus China wäre die Hauptattraktion des diesjährigen 15. Obwald gekommen. Ein vierzehnköpfiges Ensemble sollte mit typisch chinesischen Saiteninstrumenten Zhang und Guqin die Besucherinnen und Besucher in den Bann ziehen.

Man habe jetzt stoppen müssen, so Martin Hess weiter. «Bis jetzt sind die grossen Ausgaben noch nicht angefallen. Doch jetzt wären dann die Plakate und Werbung gedruckt worden, wir hätten das Holz für den Aufbau der Infrastruktur im ‹Gsang› bestellen müssen und bald wäre der Vorverkauf losgegangen.»

Martin Hess bleibt ein Jahr länger künstlerischer Leiter

Seine Arbeit sei mit dem Zusammenstellen des Programms und dem Suchen der Interpretinnen und Interpreten im Wesentlichen erledigt, sagt Hess. So wandere das Programm in die Schublade und er könne es nächstes Jahr wieder hervornehmen. Die Verschiebung um ein Jahr bedeute auch, dass er ein Jahr länger künstlerischer Leiter des Anlasses bleibe. «Nun werde ich 2022 zum letzten Mal das Programm zusammenstellen.» Es gehe auch darum, den Anlass in die Hände einer neuen Generation zu legen. Vier der Vorstandsmitglieder seien seit den Anfängen vor 15 Jahren dabei. «Der Auftrag für das Volkskulturfest kommt vom Kanton», sagt Martin Hess. Mit ihm zusammen wolle man die Kontinuität sicherstellen. «Es braucht nicht einen neuen Hess. Die neuen Leute werden das auf ihre Art machen.» Er sei jetzt 72. «Ich bin zwar noch ‹zwäg›, doch jetzt ist ein guter Moment, das Obwald in neue Hände zu geben.»

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