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Stanser Musiktage: Das Weidli macht echt ehrliches Radio

Sieben Klienten der Stiftung Weidli machen Radio an den Stanser Musiktagen. Sie führen Interviews und sprechen abends live am Dorfplatz. Dabei können nicht nur Radio-Laien, sondern auch Profis etwas lernen.
Simon Mathis
Hochkonzentriert: Melanie Egger und Kevin Schaumlechner an ihrem ersten Sendetag. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 30. April 2019)

Hochkonzentriert: Melanie Egger und Kevin Schaumlechner an ihrem ersten Sendetag. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 30. April 2019)

Die Hälse der Mikrofone leuchten rot auf. Livio Carlin, Moderator bei Radio 3fach, begrüsst sein Publikum: «Heute Abend sind wir nicht in Luzern, sondern an den Stanser Musiktagen.» Während des Festivals könne der Sender auf die Unterstützung der Stanser Stiftung Weidli zählen, bei der Menschen mit Beeinträchtigungen wohnen und arbeiten. Zwei der Weidli-Klienten stehen Carlin gegenüber – Kopfhörer auf, ihr Blick konzentriert und ernst. Mit fünf Mitstreitern haben sich Daniela Odermatt und Kevin Schaumlechner intensiv auf diesen Dienstagabend vorbereitet.

Nervosität und Freude sind ihnen gleichermassen anzusehen. Die beiden erzählen live von ihren Erfahrungen als Radio-Produzenten. Am Nachmittag haben sie diverse Personen interviewt, darunter den Co-Festivalleiter Marc Rambold. Schaumlechner befragte ihn unter anderem über die Sicherheit am Festival. «Denn Sicherheit ist das A und B», erläutert Schaumlechner.

Zwei Lektionen für Radio-Laien

Die Weidli-Klienten waren in ihren Fragestellungen völlig frei. «Wir haben sie im Handwerk unterrichtet, aber ihre Beiträge haben sie selbst gestaltet», sagt 3fach-Moderationsleiter Matthias Büeler. «Wir bieten unseren eigenen Mitarbeitern ebenfalls die Möglichkeit, zu experimentieren. Das dürfen unsere Freunde aus dem Weidli natürlich auch.» Radio 3fach hat seine Sendezentrale heuer auf dem Dorfplatz aufgeschlagen. Diverse Besucher verfolgen die Entstehung der Livesendung mit.

Dabei können Laien einige wichtige Lektionen lernen. Erstens: Blickkontakt ist wichtig, sonst fällt man sich gegenseitig ins Wort. Zweitens: Manchmal geschieht Spontanes – und das ist gut so. Etwa dann, wenn Kevin Schaumlechner kurz vor dem Start eines Songs ins Mikrofon ruft: «Mein Name ist Kevin Schaumlechner!» Das Publikum freut’s. Schon vor der Sendung versprühte Schaumlechner Begeisterung pur: Fleissig verteilt er 3fach-Sticker und tanzt freudig zum Beat der Musikbeiträge. Wenn um 20 Uhr die einstündige Sendung zu Ende ist, nennt er die Erfahrung resümierend «huere geil».

Das Team bei der Nachbesprechung des ersten Sendetages. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 30. April 2019)

Das Team bei der Nachbesprechung des ersten Sendetages. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 30. April 2019)

«Ich habe mich selbst überrascht»

Stiller – wenn auch nicht weniger glücklich – ist Daniela Odermatt. «Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft», sagt sie mit einem herzlichen Lachen. «Denn sonst bin ich eher schüchtern. Ich habe mich selbst überrascht.»

Die Ruhe in Person ist Thomas Arnold. Während seine Weidli-Freunde ihre Aufregung kundtun, bleibt er gefasst. Arnold ist ein begeisterter Musikhörer, hat über 2000 CDs in seiner Sammlung. «Das Projekt ist eine tolle Gelegenheit, die Stanser Musiktage von einer anderen Seite kennen zu lernen», sagt Arnold. Darüber hinaus sei der Radioauftritt eine willkommene Werbung fürs Geschäft.

Für alle Weidli-Klienten gilt: Ihre Interviewfragen sind ehrlich, direkt und unbefangen. Das ist erfrischend. Auch für 3fach-Moderator Livio Carlin war die Erfahrung bereichernd: «Es ist schön zu sehen, wie viel Freude und Ehre ein Auftritt im Radio bereitet. Wenn man jeden Tag auf Sendung ist, vergisst man, was für ein Privileg das ist.»

Hinweis: «Weidli am Mik» live vom Stanser Dorfplatz am Donnerstag und Freitag von 19 bis 20 Uhr; am Samstag von 18 bis 19 Uhr auf Radio 3fach.

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