Denkmalpfleger André Meyer tritt ab

Nidwalden besitzt vor allem Kulturgüter aus neuerer Zeit. Es fehle an Sensibilität, diese zu schützen, sagt der abtretende Denkmalpfleger André Meyer.

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Ende 2007 hat André Meyer seinen Posten als Denkmalpfleger des Kantons Nidwalden geräumt. Er war 11 Jahre lang im Amt. (Bild Urs Rüttimann / Neue NZ)

Ende 2007 hat André Meyer seinen Posten als Denkmalpfleger des Kantons Nidwalden geräumt. Er war 11 Jahre lang im Amt. (Bild Urs Rüttimann / Neue NZ)

Sein Beruf brachte es mit sich: die Rolle des Verhinderers, oder, wie er selbst sagt, des «Störenfrieds». Entsprechend nüchtern bilanziert André Meyer, der nach elf Jahren seine Anstellung als Nidwaldner Denkmalpfleger gekündigt hat, sein Wirken: «Wenn man uns Denkmalpflegern applaudiert, dann haben wir etwas falsch gemacht.» Wo er sich professionell einmischen musste, war folglich ein Konflikt programmiert. 

Wollte beispielsweise ein Hauseigentümer einem schützenswerten Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert zur Sonnseite einen Balkon anhängen oder mit einem Anbau mehr Wohnraum schaffen, war Meyer zur Stelle und mahnte zu kulturellem Feingefühl. Der Denkmalpfleger ist einerseits dafür zuständig, erhaltenswerte Bauten und Malerei zu restaurieren. Andererseits wird er vom Kanton beigezogen, wenn Bauten oder Umbauten in historisch sensiblem Umfeld ausgeführt oder dafür raumplanerische Regeln aufgestellt werden müssen. 

Für seinen Nachfolger Gerold Kunz und eine zukünftige Generation von Denkmalpflegern wünscht er sich ein sicheres Gefühl für die denkmalpflegerische Aufgabe des Erhaltens. «Jüngere Denkmalpfleger neigen dazu, alte Gebäude, die Schaden genommen haben, historisierend zu restaurieren.» Statt solchermassen gestaltende Eingriffe an einem Gebäude vorzunehmen, fordert er auf, sich klar auf die Sicherstellung der alten Bausubstanz zu beschränken. 

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Nidwaldner Zeitung