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Der Buochser Piero Indelicato fühlt sich ein bisschen wie Galileo Galilei

Die Sterne und das All sind seine Leidenschaft – nicht nur, wenn wie am Freitag eine totale Mondfinsternis bevorsteht. Piero Indelicato beobachtet Sterne und Planeten schon seit über 40 Jahren – und vermag mit seiner Leidenschaft anzustecken.
Matthias Piazza
Piero Indelicato mit seinen Teleskopen bei sich im Garten. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 24. Juli 2018))

Piero Indelicato mit seinen Teleskopen bei sich im Garten. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 24. Juli 2018))

Wenn der Mond am Freitagabend um 21.30 Uhr total in den Schattenkegel der Erde eintaucht, wird er während einer Stunde und 43 Minuten ein Grossteil seiner Leuchtkraft einbüssen. Um 23.13 Uhr endet der Spuk. Piero Indelicato kommt ins Schwärmen, wenn man ihn auf diese totale Mondfinsternis anspricht. «In einem sonst ereignisarmen astronomischen Jahr ist diese Mondfinsternis ein herausragendes Ereignis. Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts trifft mit einer speziellen Konstellation des Mars zusammen. Er wird rechts unterhalb des verfinsterten Mondes als sehr heller, rötlich leuchtender Punkt sichtbar. Der Mars leuchtet dann heller als der Mond», schwärmt der Buochser Hobby-Astronom. «Ein solches Ereignis wird so erst wieder eintreffen, wenn wir alle längst tot sind.»

Er wird dieses Naturspektakel mit seinem Teleskop vom Bürgenberg aus verfolgen. Wobei sich viele Orte eignen würden, Hauptsache, man habe einen möglichst freien Südosthorizont.

Als leidenschaftlicher Hobby-Astronom lässt er die Sterne sozusagen nie richtig aus den Augen, selbst nicht in Zeiten, in denen es keine schlagzeilenträchtigen Ereignisse im Weltraum gibt. Davon zeugen auch die zwei mächtigen Teleskope auf seinem Gartensitzplatz in Buochs. Sie machen Sterne sichtbar, die man von blossem Auge nicht sieht. Dank GPS und eingebautem Motor folgt ein Teleskop den Sternen während der ganzen Nacht. Am liebsten packt der 59-Jährige aber seine Ausrüstung ins Auto und richtet sich auf einem Berg für die Sternenbeobachtung ein, wo es weniger störende Lichtquellen gibt. Der technische Fortschritt kommt ihm entgegen. «Früher musste die Autobatterie als Stromlieferant für den Teleskop-Motor herhalten. Oft lief dann der Wagen nicht mehr an», lacht er. Heute gebe es dafür leistungsstarke Batterien, die bis zu acht Stunden Strom lieferten.

Ganz dunkel ist es in der dicht besiedelten Schweiz allerdings nie. Und so reist Piero Indelicato öfters nach Namibia. Er schwärmt von sternenklaren Nächten ohne störende Lichter in diesem dünn besiedeltem westafrikanischen Staat. «Sieht man in der Schweiz 3000 Sternen durchs Teleskop, sind es in Namibia gut das Doppelte. Selbst das Licht der Milchstrasse wirft einen Schatten auf den Boden.»

Faszination begann vor über 40 Jahren

Angefangen hat seine Faszination für die Sterne und Planeten vor über 40 Jahren. Damals, im Lehrerseminar, half Piero Indelicato zufällig seinem Physiklehrer beim Auspacken und Aufstellen eines neuen Fernrohres. «Die Astronomie liess mich seither nicht mehr los.» Er beschaffte sich eine eigene Ausrüstung und trat der Astronomischen Gesellschaft Luzern bei. Diese betreibt im Luzerner Hubelmattquartier eine eigene Sternwarte. Nächtelang beobachtet er die Vorgänge im Weltraum und ist je länger je mehr begeistert. «Mit der Zeit versteht man die Mechanismen am Himmel immer besser. Dort oben herrscht kein Chaos. Wie in einem Räderwerk bewegen sich die Himmelskörper. Wenn man sich lange genug damit beschäftigt, erkennt man, wie die Bahnen verlaufen.»

Wenn er im Fernrohr den Jupiter mit seinen vier hellsten Monden sehe, die momentan sehr helle Venus am Abendhimmel oder die Krater auf dem Mond, fühle er sich ein bisschen wie Galileo Galilei.

Er überträgt seine Begeisterung auf andere

Dank langer Belichtungszeit gelingen Piero Indelicato auch spektakuläre Aufnahmen. So fotografierte er 2005 während 45 Minuten die Andromedagalaxie M31, eine Spiralgalaxie in etwa 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Seine Leidenschaft für Sterne und Planeten überträgt er auch auf andere, früher war dies bei Schülern im Geografieunterricht der Fall, als er vor seiner Zeit als Schulleiter in Buochs noch unterrichtete. «Die Besucher unserer Sternwarte sind jeweils begeistert, können es kaum glauben, was sie durchs Teleskop sehen. Nie werde ich die japanischen Touristen vergessen. Als sie durch unser Teleskop die Sterne bestaunten, weinten sie. So etwas kannten sie vom lichtverschmutzten Tokio nicht.»

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