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Der Camping-Boom in Obwalden und Nidwalden hält an

Die Campingplätze in Nid- und Obwalden freuen sich über sehr gute Gästezahlen. Die Zeichen stehen gut, dass sie an das Spitzenjahr 2018 anknüpfen können.
Zéline Odermatt und Matthias Piazza
Blick auf den Sarner Seefeldpark mit dem Campingplatz. Bild: PD (19. Juli 2019)

Blick auf den Sarner Seefeldpark mit dem Campingplatz. Bild: PD (19. Juli 2019)

Nicht alle reisen mit dem Flugzeug in die Ferien. Campieren erfreut sich steigender Beliebtheit, wie eine Nachfrage bei einigen Campingbetreibern in Nidwalden und Obwalden ergab.

«Wir sind sehr zufrieden, wie es bisher gelaufen ist», sagt etwa Markus Barmettler, Campingleiter des TCS-Camping in Buochs. Besonders an Ostern, Auffahrt und Pfingsten sei der 4-Sterne-Camping gut besucht gewesen. «An den Feiertagswochenenden ist der Platz voll gewesen. Nur an den Tagen rund um Fronleichnam war es etwas ruhiger, das ist halt ein rein katholischer Feiertag», erklärt Barmettler die geringere Auslastung.

Auch in Obwalden sind die Campingplätze diesen Sommer gut besucht. «Die Saison läuft bisher sehr gut», berichtet Dorine Brönnimann, die den Camping in Giswil mit Angelo Notter führt. Auch bei ihnen sei der Platz an den Feiertagen sehr voll gewesen. «Während es in der ersten Sommerferienwoche noch ein paar freie Parzellen gab, sind wir seit der zweiten Sommerferienwoche bis zum 5. August sehr gut gebucht oder teilweise sogar bereits ausgebucht», so Brönnimann. Die Zahlen seien bisher mit denjenigen des Vorjahres vergleichbar.

Von einer bisher aussergewöhnlich guten Saison spricht auch Adrian Barmettler, Leiter des Sarner Campings Seefeld. Im ersten Halbjahr wurden mehr Logiernächte gezählt als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Besonders an den Feiertagswochenenden wie Ostern oder Pfingsten seien alle Plätze belegt gewesen. Auch aktuell sei der Campingplatz ausgebucht, und zwar bis zum 4. August. «Wir spüren die Schulsommerferien, die in vielen Kantonen am 8. Juli begonnen haben. Und 80 Prozent unserer Gäste sind Schweizer, gefolgt von Holländern und Deutschen», sagt Adrian Barmettler. Auffällig unter den Schweizer Gästen sei allerdings, dass nach seiner Wahrnehmung auch immer mehr Westschweizer in Sarnen campieren würden. Eine Erklärung dafür habe er nicht, das sei ja auch nur ein Gefühl.

Den Boom fürs Campieren erklärt er sich mit der aktuellen Klimadiskussion. «Viele Schweizer verzichten diesen Sommer aufs Fliegen und bevorzugen stattdessen Campingferien in Sarnen, was für sie eine taugliche Alternative ist. Schliesslich bieten wir als familienfreundliche 5-Sterne-Anlage einen hohen Standard.» Markus Barmettler vom Camping Buochs sagt, dass auch sie auf Kurs seien. In den vergangenen Wochen habe es wegen der Regentage zwar den einen oder anderen Taucher gegeben. «Bei schlechtem Wetter fahren die Camper weiter in Richtung Süden.» Aber das sei normal. «Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es etwas weniger Gäste sein werden als im letzten Jahr. Aber das ist Jammern auf höchstem Niveau», sagt Barmettler.

Zentralschweiz verzeichnet grossen Zuwachs

Die Beliebtheit von Campingferien nimmt zu, da geben ihm die Zahlen recht. 2018 war ein sehr gutes Jahr für die Campingplätze in der Zentralschweiz. Brönnimann vom Camping Giswil meint sogar: «Für den Campingplatz Giswil war es ein Rekordjahr.»

Auch auf dem Camping in Buochs waren es rekordreiche 32156 Logiernächte, das sind 71 Prozent mehr Übernachtungen als noch 2017. «Man muss jedoch anfügen, dass der TCS-Camping in Buochs im Winter 2016/2017 vollständig umgebaut und dann erst gegen Ende Mai geöffnet wurde», erklärt Lukas Reinhardt, Mediensprecher des TCS die Zahlen von 2017 (siehe Infobox).

Auch der Campingplatz in Sarnen legte zu. Die Zahl der Übernachtungen im vergangenen Jahr stieg gegenüber 2017 um 15 Prozent an auf rund 44000.

Sommerbetrieb auf dem TCS-Campingplatz in Buochs. (Bild: Toni Odermatt, 18. Juli 2019)

Sommerbetrieb auf dem TCS-Campingplatz in Buochs. (Bild: Toni Odermatt, 18. Juli 2019)

Die Zentralschweiz verzeichnete 2018 neben Zürich den grössten Zuwachs an Campinggästen schweizweit. Insgesamt wurden knapp 385000 Übernachtungen auf Zentralschweizer Campingplätzen registriert, schreibt das Bundesamt für Statistik in einer Medienmitteilung. Das entspricht einer Zunahme von knapp 30 Prozent gegenüber 2017. Schweizweit nahmen die Übernachtungen auf Campingplätzen um rund 13 Prozent gegenüber 2017 zu.

Mit der ganzen Familie im VW-Bus verreisen

Das Rekordjahr 2018 führt Reinhardt vom TCS einerseits auf das schöne Wetter zurück, andererseits sei Campen «einfach wieder im Trend.» Nicht zuletzt könnten auch ökologische Gründe eine Rolle spielen. «Man verzichtet vermehrt auf Flugreisen und wählt nahe gelegene Reiseziele in der Natur», sagt Reinhardt. Vor allem junge Familien interessieren sich vermehrt für Ferien auf dem Campingplatz. Dies bestätigt auch Buochser Campingleiter Barmettler: «Viele junge Schweizer Familien haben das Campen neu für sich entdeckt. Sie reisen mit dem VW-Bus durch die Schweiz.» Adrian Barmettler vom Camping Seefeld spricht von einem Camping-Boom. «Das haben mir auch Firmen bestätigt, die in der Campingbranche tätig sind.»

Tatsächlich kommt der grösste Anteil der Gäste auf den Campingplätzen aus dem Inland. In Giswil waren 2018 75 Prozent der Gäste Schweizer, in Sarnen wie erwähnt 80 Prozent. Schweizweit gingen im letzten Jahr 2,4 Millionen Übernachtungen auf das Konto von heimischen Gästen. Die Besucher aus dem Ausland machten 1,2 Millionen Übernachtungen aus, wobei die meisten aus Europa kommen.

Der Campingplatz in Giswil. (Bild: PD)

Der Campingplatz in Giswil. (Bild: PD)

Diese Einschätzung kann Buochser Campingleiter Markus Barmettler auch für dieses Jahr bestätigen. «Während es in den letzten Jahren einen Einbruch bei den Kunden aus Europa gegeben hat – vor allem wegen des starken Frankens – ist sich die Situation jetzt wieder am Erholen.» Es kämen wieder viele Kunden aus Europa, vor allem Deutsche und Holländer und auch hier vor allem Familien, sagt Barmettler.

Zuversicht auch für 
den Rest der Saison

Ob man am Erfolg vom letzten Jahr anknüpfen kann? Für eine Prognose sei es noch zu früh, meint TCS-Mediensprecher Reinhardt. Gesamthaft liege man beim TCS-Camping Buochs ein paar Prozentpunkte über dem Vorjahr. Auch der Campingleiter Barmettler schaut trotz der Regentage in den letzten Wochen zuversichtlich auf den Rest der Saison. «Wir haben sehr gute Buchungen für den Rest des Sommers. Wenn das Wetter mitspielt, wird es sicher wieder ein super Ergebnis; wie bereits im letzten Jahr.»

Diese Einschätzung teilt auch Adrian Barmettler vom Sarner Camping Seefeld.

Campingplätze Buochs, Giswil und Sarnen

2017 wurde der Campingplatz in Buochs von 15000 auf 35000 Quadratmeter vergrössert und auch technisch auf den neusten Stand gebracht. Insgesamt gibt es 27 Reisemobil-Stellplätze, 124 Touristenplätze, 100 Saisonplätze sowie zahlreiche Unterkünfte wie Tipis, Bungalows oder ausgebaute Mini-Nostalgiewagen. In Giswil verfügt der Platz über 100 Touristenplätze und 60 Saisonplätze. Zudem soll es ab 2020 einen weiteren Zeltbereich im Wald geben. Das Camping Seefeld verfügt über 100 Stellplätze für Wohnwagen und Camper, 50 Zeltplätze, 14 Plätze mit Bungalows zum Mieten und 44 Residenzplätze für Dauermieter. (zfo/map)

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