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Der erste Stanser Schultag führt aufs Rütli

Das Schuljahr der Stanser Oberstufenschüler begann nicht im Schulzimmer, sondern auf dem See – mottogerecht.
Matthias Piazza
Besondere Mittagspause am ersten Schultag: Älplermagronen auf der Rütliwiese. (19. August 2019)Besondere Mittagspause am ersten Schultag: Älplermagronen auf der Rütliwiese. (19. August 2019)
Die Schüler besteigen in Stansstad das Extraschiff. (19. August 2019)Die Schüler besteigen in Stansstad das Extraschiff. (19. August 2019)
Schülerinnen geniessen die Schifffahrt von Stansstad zum Rütli. (19. August 2019)Schülerinnen geniessen die Schifffahrt von Stansstad zum Rütli. (19. August 2019)
Die rund 200 Pestalozzi-Schüler mit ihren Lehrpersonen posieren auf dem Rütli für ein Erinnerungsfoto. (19. August 2019)Die rund 200 Pestalozzi-Schüler mit ihren Lehrpersonen posieren auf dem Rütli für ein Erinnerungsfoto. (19. August 2019)
Vom Stanser Pestalozzi-Schulhaus zur Schifflände in Stansstad und zurück geht's mit dem Velo. (19. August 2019)Vom Stanser Pestalozzi-Schulhaus zur Schifflände in Stansstad und zurück geht's mit dem Velo. (19. August 2019)
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Das Stanser Pestalozzi-Schulhaus startet das neue Schuljahr auf dem Rütli

Gleich am ersten Tag des neuen Schuljahres haben sämtliche Schüler und Lehrpersonen des Stanser Orientierungsstufen-Zentrums Pestalozzi die Schule geschwänzt – mit dem Segen des Chefs. Schulzentrumsleiter Kurt Blättler begrüsst die gesamte Belegschaft im Pestalozzisaal, wo er die Katze aus dem Sack lässt. Statt in die Schulzimmer geht’s auf einen Ausflug aufs Rütli. Dass hier nicht nur eine Klasse auf ihrer Schulreise unterwegs ist, ist schon auf der ersten Etappe nicht zu übersehen. Die 196 Oberstufenschüler und 31 Lehrer nehmen den Weg zur Stansstader Schifflände mit dem Velo in Angriff. Die Kolonne will kaum enden.

Gegen 10.30 Uhr legt das Motorschiff Schwyz an. Touristen steigen aber keine ein. Die ORS Stans hat das SGV-Schiff eigens für diesen Schulausflug der Superlative gebucht.

Spezieller Abschluss vor der Pension

«Für mich war immer klar, dass ich in meinem letzten Schuljahr einen ganz speziellen Anlass zum Schulstart machen möchte», erklärt Kurt Blättler, der im nächsten Sommer in Pension geht, auf der Fahrt zum Rütli. Der Anlass wird finanziert aus den Zinsen der Sek-Stiftung (siehe Kasten am Ende des Textes).

Inspiriert wurde Kurt Blättler von seiner Schulzeit, als sämtliche Alpnacher Schüler einen Ausflug aufs Rütli machten. Dazu passe auch das diesjährige Motto des Pestalozzi-Schulhauses: «Wir sind alle im gleichen Boot – und versuchen, während des Schuljahres immer wieder alle ins Boot zu holen.» Damit meine er, dass das Schulhaus von aussen immer als Ganzes wahrgenommen werde – im Positiven wie im Negativen. Zudem sei er überzeugt, dass ein Klima, in dem sich die Schüler wohlfühlten, eine wichtige Voraussetzung für den Lernerfolg sei. «Ein solcher Gemeinschaftsanlass kann den Grundstein für ein gelungenes Schuljahr legen und für die Schüler der ersten ORS eine gute Gelegenheit sein, ihre neuen Klassenkameraden kennen zu lernen.»

Auf dem Schiff haben sich überall Grüppchen gebildet. Es wird geredet, Karten gespielt. Einige Lehrer und Schüler unterhalten die Reisegesellschaft mit Gesang, Gitarre und Schwyzerörgeli-Darbietungen. Die Schüler loben den sanften Übergang von den langen Sommerferien in den Schulalltag. Moira Verta (13) freut sich auf ihren ersten Rütli-Besuch.

Älplermagronen im Gepäck

Gegen Mittag legt das Extraschiff am Rütli an. Die rund 200-köpfige Schar nimmt den zehnminütigen steilen Fussmarsch auf die Rütliwiese in Angriff, mit im Gepäck: grosse schwere Kisten. Darin ist das vorgewärmte Mittagessen: Älplermagronen mit Apfelmus. Ursprünglich war Grillieren geplant gewesen, dies ist aber auf der Rütliwiese verboten. Plan B kommt an: Bei der Essensausgabe bilden sich lange Schlangen. Die Älplermagronen munden.

Der Rütliausflug kommt nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei Lehrer Michael Wyrsch gut an, der eine erste ORS-Klasse übernommen hat. «Ein Schulstart-Anlass einmal ausserhalb des Schulhauses ist für die Schüler ein guter Einstieg in die Orientierungsstufe. So können sie sich auf eine spezielle Art kennen lernen.»

Spiele und Alphornklänge

Einige Klassen nutzen die Zeit auf dem Rütli denn auch, um sich mit Spielen noch etwas näherzukommen, und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, sei es mit einem Band, das nur hält, wenn alle mithelfen, es straff zu halten. Bei einem Wurfspiel liefern sich Schüler mit Lehrern einen Wettkampf. Musiklehrer Roman Berlinger spielt Alphorn.

Nach einem Erinnerungsfoto vom Rütli, das im Pestalozzi-Schulhaus aufgehängt wird, ist es Zeit für die Heimreise. Grossandrang bei der Rütli-Schiffstation. Die «Schwyz» taucht auf für die Rückreise nach Stansstad. Zeit für eine Bilanz: Die fällt bei Siebtklässlerin Amelie Engelberger (12) äusserst positiv aus:

«Ich lernte viele neue Gspändli kennen, und zwar besser als dies in der Schule möglich wäre.»

In der neuen Klasse fühle sie sich sehr wohl. Zufrieden äussert sich auch Kurt Blättler. «Meine hohen Erwartungen wurden erfüllt oder gar übertroffen. Die Schüler sind in einer lockeren Atmosphäre in ihrer Schule angekommen und damit bereit für ein erfolgreiches Schuljahr.»

Bei der Rückfahrt regelte die Polizei spontan den Verkehr, um den Schülern und Lehrern die Rückfahrt mit dem Velo nach Stans zu erleichtern. Wenn das kein gutes Omen ist.

Spezielle Stiftung ermöglichte den Anlass

12'000 Franken kostete der Ausflug des ganzen Pestalozzi-Schulhauses inklusive gechartertem SGV-Schiff. Die Steuerzahler wurden deswegen aber nicht zur Kasse gebeten. Die sogenannte Sek-Stiftung der ehemaligen (und mittlerweile von der UBS übernommenen) Ersparniskasse Nidwalden hat noch Vermögen, welches in früheren Zeiten viel Zins abwarf. Gemäss Stiftungszweck können die Zinserträge für klassen- und stufenübergreifende Projekte der Stanser Orientierungsschule verwendet werden, welche den Rahmen des normalen Budgets sprengen würde. «Für diesen speziellen Ausflug auf das Rütli haben wir das Geld gerne gesprochen, als wir dafür angefragt wurden», sagte auf Nachfrage der Stanser Gemeinderat Marcel Käslin, der für die Bildung zuständig ist und auch die Stiftung präsidiert. Er war am Ausflug auch dabei.

Das letzte von der Stiftung finanzierte Projekt war die Ausrüstung des Pestalozzi-Schulhauses mit drahtlosem Internet. Es sind gemäss Marcel Käslin noch weitere Projekte möglich, wenn auch im kleineren Rahmen, wegen des derzeit niedrigen Zinsniveaus. Genauere Beträge wollte er nicht nennen.

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