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Der Fernbus kommt in Nidwalden nicht in Fahrt

Seit drei Monaten fahren Fernbusse durch die Schweiz. Auch Stans wird auf der Linie zwischen Zürich Flughafen und Lugano bedient. Im Nidwaldner Hauptort steigt aber kaum jemand aus oder ein.
Matthias Piazza
Der Flixbus verlässt den Turmatt-Platz in Stans in Richtung Luzern.Bild: Matthias Piazza (Stans, 10. September 2018)

Der Flixbus verlässt den Turmatt-Platz in Stans in Richtung Luzern.Bild: Matthias Piazza (Stans, 10. September 2018)

Wie aus dem Nichts taucht der weiss-rot-grüne Doppelstöcker-Car gegen 18.30 Uhr auf und biegt in den Gemeindeparkplatz beim Stanser Turmatt-Schulhaus ein. Um 15 Uhr fuhr er in Lugano los, unterwegs hielt er in Bellinzona, Biasca, Airolo, Göschenen und Flüelen. Neben der Entsorgungsstelle parkiert er. Die Tür geht auf. Doch ausser dem Chauffeur steigt niemand aus oder ein. Der Bus wirkt neben parkierten Autos, Kartonpresse und Leuten, die Glas und anderes entsorgen, fast wie ein Fremdkörper. Um kurz nach 18.30 Uhr setzt er seine Fahrt nach Luzern, Sursee und Olten fort. Um 21.45 Uhr wird er beim Flughafen Basel, um 23.40 Uhr beim Flughafen Zürich, der Endstation, ankommen.

Seit dem 10. Juni fährt Eurobus Swiss-Express AG in Stans um 8.15 Uhr und 18.30 Uhr Richtung Norden und um 10.10 Uhr und 20.45 Uhr Richtung Süden.

Bahnhof ist rund einen halben Kilometer entfernt

Täuscht die Momentaufnahme, oder läuft der Halteort Stans ­tatsächlich schlecht? Auf Nachfrage will Roger Müri, Leiter Fernbus bei Eurobus Swiss-Express AG, keine Umsatz- und Fahrgastzahlen bekanntgeben. «Aber wir können sagen, dass die Benutzung der Haltestelle in Stans bis dato gering war.»

Als möglichen Grund führt er die Distanz von rund einem halben Kilometer zum Bahnhof ins Feld. «Das Ziel war es, auf dem Weg ins Tessin möglichst vielen Passagieren das Ein- und Aussteigen zu ermöglichen», begründet er den Halt in Stans. Wenn immer möglich habe man Haltestellen in der Nähe von Bahnhöfen gesucht, damit die Passagiere einfach umsteigen könnten. Dies sei in Stans aber nicht möglich gewesen.

Trotzdem erachtet Roger Müri die Nord-Süd-Verbindung als Nidwaldner attraktiv. «Wir sehen uns auch nicht als Konkurrenz zur Bahn, sondern als Ergänzung. Mit uns fährt man ohne umzusteigen ins Tessin oder in Richtung Basel», hebt er den Vorteil hervor. Die Preise für die rund dreistündige Fahrt nach ­Lugano beginnen bei 5 Franken mit dem Halbtax, gebucht über die Website. Zum Vergleich: Für die rund zweieinhalbstündige Bahnfahrt (via Luzern) bezahlt man mit dem Halbtax regulär 32.50 Franken (mit Sparbillett etwa 15 Franken).

Für Ausflüge in die Region oder zum Pendeln ist der Eurobus, der auch die Strecken Sitten–Chur und Genf Flughafen–St. Gallen bedient, aber keine Alternative. Fahrten von Stans nach Luzern oder Sursee sind nicht buchbar, weil Eurobus nicht dem Tarifverbund Passepartout angehört.

Fährt der Fernbus bald in Stans vorbei? «Wir werden nach den Erfahrungen der ersten Betriebsmonate den Fahrplan noch besser an die Kunden­bedürfnisse anpassen. Dies kann auch heissen, dass wir Haltestellen streichen, die sehr wenig ­frequentiert sind», meint Roger Müri, ohne Stans explizit zu nennen. Der Entscheid solle noch dieses Jahr fallen.

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