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Der Film lässt tief in Franz Arnolds Seele blicken

Nach achtjähriger Arbeit präsentierte Sepp Sutter seinen Dokumentarfilm «Einä we ich» über den Musiker Franz Arnold (Wiudä Bärg).
Beat Christen
In erster Linie ist Franz Arnold Familienmensch und leidenschaftlicher Bauer - diese Seiten nehmen im Film (siehe Ausschnitt) eine wichtige Rolle ein. (Bilder: PD)

In erster Linie ist Franz Arnold Familienmensch und leidenschaftlicher Bauer - diese Seiten nehmen im Film (siehe Ausschnitt) eine wichtige Rolle ein. (Bilder: PD)

Sepp Sutter startete sein Filmprojekt Franz Arnold zu einem Zeitpunkt, als dieser in der lokalen Musikszene begann Fuss zu fassen. «Die Person Franz Arnold faszinierte mich vom ersten Augenblick an», beschreibt der gebürtige Ostschweizer die erste Begegnung mit dem Wolfenschiesser. Das vor acht Jahren entstandene erste Filmkonzept ist längst Makulatur. Die Musik des Nidwaldners kennt man inzwischen auch ausserhalb der Innerschweiz.

Fünf weitere Konzepte beziehungsweise Drehbücher folgten, bis am Wochenende der Film «Einä we ich» in Dallenwil Premiere feierte. Sepp Sutter ist heute dort sesshaft geworden, wo die wilden Berge des Protagonisten seines Films sind und diesem so viel bedeuten und Kraft geben. Rückblickend ist er froh darüber, diesen Film gemacht zu haben. Auch wenn es ihm sein Hauptdarsteller nicht immer einfach gemacht habe und nicht nur einmal die Bemerkung von sich gab: «Das interessiert doch niemanden.»

Die Erstaufführung am Freitagabend im Pit-Stopp in Dallenwil bewies: Der Film interessiert doch. Und wer Einlass fand, bereute sein Kommen nicht. Man sehe die Seele von Franz Arnold nicht nur, man spüre sie förmlich, meinte eine Zuschauerin. Das hat viel mit der Person des Filmemachers zu tun. In Sutters Atelier Cutart lagern in der Zwischenzeit mehrere Stunden Filmmaterial. Er verstand es, daraus einen 80-Minuten-Dokumentarfilm zu realisieren. Lassen schon die Texte der Arnold-Lieder tief in die Seele des Sängers blicken, schaffte es Sutter, noch tiefer zu gehen.

Freuen sich über das Werk: Filmer Sepp Sutter (links) und Franz Arnold.

Freuen sich über das Werk: Filmer Sepp Sutter (links) und Franz Arnold.

Im einsamen Studio und auf dem entfernten Bauernhof

Dass Arnold dies zulässt, zeugt von grossem, gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung. Konnte doch der Filmemacher mit seiner Kamera auch dabei sein, wenn dem Naturmenschen Arnold die Decke auf den Kopf fiel und dieser wieder einmal Abstand vom Alltag nehmen musste. In solchen Situationen zeigt sich, dass Sutter sein Handwerk versteht. Gerade beim Schnitt, dem oft unterschätzten Teil einer Filmproduktion, bewies Sutter ein goldenes Händchen für das ehrliche Portrait über den Menschen Franz Arnold. Es zeigt bisher teils unbekannte Seiten: Die einsamen Stunden im Tonstudio etwa, wenn der Sänger zwar weiss, wie die Liedpassage tönen sollte, im Hals aber ein einziger Klotz sitzt. Dann ist nichts vom Bühnendompteur zu spüren. Sutter war auch dabei, wenn Bauer Franz weitab von jeder Bühne im Prättigau auf seinem Bauernhof die Tiere besorgt, wo der Arbeitstag oft länger dauert als ein normaler Bürojob. Er zeigte das Portrait eines Menschen, der Ecken und Kanten hat und Hochs und Tiefs durchlebt wie wir alle – weit davon entfernt, den Menschen Franz Arnold zu verherrlichen. Fast als würde Sutter dem Zuschauer einen Spiegel vorhalten, in dem man einen Teil des eigenen ich wiedererkennt. Mit Franz Arnold eigentlich«einä we ich».

Die vielen Arnold-Lieder im Film, zum Teil nur kurz eingespielte Passagen, erhalten in Verbindung mit unverblümten Kommentaren des Sängers noch mehr Gewicht. Ganz anders die von Martin Wittwer im Bündner Dialekt gesprochenen Texte. Es scheint, dass jedes seiner Worte, bevor es über die Lippen kam, die Goldwaage passierte. Und was sagt der Porträtierte zum Film? «Ich habe ihn am Freitagabend zum ersten Mal gesehen und bin positiv überrascht.» Er sei authentisch und zeige, «dass es auch ein Leben abseits vom Scheinwerferlicht gibt.» Es ist ein offenes Geheimnis, dass Arnold der Scheinwelt der Showszene wenig abgewinnen kann und dies auch sagt. Genauso offen und ehrlich ist der Film, der einen Menschen zeigt, der trotz Erfolgen er selbst blieb. Gerade deshalb wird der Dokumentarfilm entgegen den Befürchtungen von Franz Arnold auf Interesse stossen.

Der Film «Einä we ich» ist weiterhin im Pit-Stopp in Dallenwil zu sehen: 14., 15., 16., 21., 22., 23., 28., 29., 30. November 2019, sowie 5., 6., 7. Dezember. Türöffnung 19 Uhr, Filmstart 20. Uhr. Tickets gibt es online

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