Der Geist der Fasnacht

Florian Arnold schreibt in seinem «Blitzlicht» über die Fasnacht daheim und an neuen Orten.

Florian Arnold, Redaktionsleiter
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Florian Arnold.

Florian Arnold.

Gibt es eine bessere Köchin auf der Welt als Ihre eigene Mutter? Und gibt es eine bessere Fasnacht als jene in Ihrer Heimat? Ich auf jeden Fall kenne nicht manchen, der sich neidlos eingestehen würde, dass sich die fünfte Jahreszeit in einer anderen Gemeinde oder einem anderen Kanton genauso geniessen lässt, wie zu Hause. Fragen Sie mal einen Luzerner, was er von den Piccolo-Tönen der Basler Fasnacht hält. Und wie steht es um das Image meiner Heim-Fasnacht?

Rein objektiv kann ich es ja verstehen, dass man nicht begreift, dass wir Urner während sechs Tagen im Jahr nur den einen Katzenmusikmarsch spielen, der aus gerade mal vier Naturtönen besteht und sich alle 24 Takte wiederholt. Wer sich dem Phänomen aber hingibt, merkt, dass man sich ganz schön in Trance spielen kann. Das beste aber: Bei der Katzenmusik spielen Regierungsräte kreuz und quer durch die Parteienlandschaft Seite an Seite mit Studenten, Angestellten und Lehrlingen. An der Fasnacht sind alle gleich – auch wenn man sich in Sachen Kostüm selbstverständlich zu übertrumpfen versucht.

Am Schmutzigen Donnerstag war ich zum ersten Mal in Stans an der Fasnacht. Ja, ich gebe es zu: Auch hier ist die Stimmung top, auch hier vermischt sich die Gesellschaft optimal – und auch hier tun Bier und Kaffee mit Geist das ihrige zur Atmosphäre. Aber – es tut mir leid, ich bleibe dabei: Meine Mutter kocht am besten.