Der «Glögglifrösch» soll auf den Bürgenstock zurückkehren

Lange galt die Geburtshelferkröte im Chrottenseeli auf dem Bürgenstock als ausgestorben. DNA-Proben weisen sie nun wieder nach.

Zeline Odermatt
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Ein Geburtshelferkröten-Männchen trägt Laich auf seinem Rücken. (Bild: PD/Andreas Meyer (Karch))

Ein Geburtshelferkröten-Männchen trägt Laich auf seinem Rücken. (Bild: PD/Andreas Meyer (Karch))

«Du bisch en Glögglifrosch» ist ein im Schweizer Volksmund beliebter Ausruf. Viele wissen jedoch nicht, dass es tatsächlich ein so genanntes Tier gibt. Die Geburtshelferkröte erhielt diesen Übernamen aufgrund ihres glockenhellen Rufes. Die Amphibie ist in der Schweiz auf der roten Liste, also stark gefährdet.

«Sie galt im Chrottenseeli lange als ausgestorben, man hat die Tiere nicht mehr gehört», erzählt Felix Omlin, Leiter der Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz des Kantons Nidwalden. Der Grund: Der Lebensraum der Kröte ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. «Und es ist ein sehr heikles Tier mit hohen Ansprüchen an den Lebensraum», erklärt Omlin.

Ihr Lebensraum wird aufgewertet

Nun ist ihr Ruf wieder erschallt. Zumindest bildlich gesprochen. Im natürlich entstandenen Chrottenseeli am Waldrand des Tannenwäldli auf dem Bürgenstock konnte nämlich die DNA des Tieres nachgewiesen werden. «Dort wurden noch in den 80er-Jahren solche Geburtshelferkröten festgestellt», erzählt Omlin. Und weiter: «Die Experten konnten mittels einer neuen Untersuchungsmethode in den Gewässerproben neue DNA der Kröte finden.»

Deshalb habe man sich entschlossen, ihren Lebensraum wieder aufzuwerten und ein Projekt in die Wege geleitet. Ziel ist es, das Gewässer und die Umgebung aufzuwerten, um den «Glögglifrosch» wieder zu hören. Im letzten Winter wurden deshalb bereits einige Bäume gefällt. «Jetzt geht es darum, einige Mauern aus Stein und Holz zu bauen. In einem zweiten Schritt wird das Chrottenseeli vorsichtig in einem kleinen Bereich ausgehoben», erklärt Felix Omlin. Die Arbeiten sollen ab Herbst durchgeführt werden. Dann, wenn die Natur ruht und die Geburtshelferkröte nicht zu stark gestört wird.

Finanziell wird das Projekt durch Bundessubventionen unterstützt. «Die Geburtshelferkröte ist eine national prioritäre Art», sagt Felix Omlin. Und das Chrottenseeli sei ein Laichgebiet von nationaler Bedeutung. Die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) begleitet die Aufwertung des kleinen Gewässers fachlich und schaut regelmässig auf dem Bürgenstock vorbei. Geburtshelferkröten wurden bisher jedoch noch nicht gesichtet.

«Ist sie einmal verschwunden, ist es schwierig, sie zurückzuholen», erklärt der Fachstellenleiter Omlin. Um das möglichste für die gefährdete Art zu tun, sind deshalb auch andernorts Projekte am Laufen. In Kerns oberhalb des Kernwalds Richtung Stanserhorn hat der Kanton Obwalden zum Beispiel den Lebensraum für die Geburtshelferkröte aufgewertet. Das Gleiche macht der Kanton Luzern in an Nidwalden angrenzenden Gebieten von Horw und Kriens.