Der Hergiswiler Gemeinderat will Gutscheine verschenken

Jeder erwachsene Hergiswiler soll einen Gutschein über 500 Franken erhalten. Damit will der Gemeinderat neuen Schwung in die von der Coronakrise gebeutelte Hergiswiler Wirtschaft bringen.

Matthias Piazza
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Auch die Betriebe an der Seestrasse würden von den Gutscheinen profitieren.

Auch die Betriebe an der Seestrasse würden von den Gutscheinen profitieren.

Bild: Philipp Unterschütz (Hergiswil, 27. April 2020)

2,55 Millionen Franken will der Hergiswiler Gemeinderat seinen Bürgern schenken – allerdings nicht in Form von Bargeld. Ein Gutschein über 500 Franken, den jeder Hergiswiler ab 18 Jahren erhalten soll, könnte in Restaurants, bei Coiffeuren, Kosmetikstudios, Blumenläden und allen anderen Geschäften und Gewerbebetrieben im Dorf bis Ende Jahr eingelöst werden. Auf der Hergiswiler Filiale der Nidwaldner Kantonalbank könnten sich die Unternehmen diese Gutscheine auszahlen lassen.

«Viele Leute haben wegen der Coronakrise ihre Arbeit verloren oder erleiden Lohneinbussen wegen Kurzarbeit, Unternehmen kämpfen teilweise mit massiven Umsatzeinbussen», erklärt Gemeindepräsident Remo Zberg. «Mit den Gutscheinen kurbeln wir den Wirtschaftskreislauf wieder an. Privatpersonen werden finanziell entlastet, das örtliche Gewerbe kommt zu Umsätzen und Liquidität.»

Gutscheine statt Steuergeschenk

Ursprünglich stand wegen des Einnahmenüberschusses von rund sechs Millionen Franken im vergangenen Jahr für das Budget 2021 eine Steuersenkung um eine Zehntelseinheit oder ein Steuerrabatt zur Debatte, was rund 2,55 Millionen entsprochen hätte.

«Mit dem eingesparten Geld durch die Steuersenkung könnte jeder machen, was er will. Aber mit den verschenkten Gutscheinen bleibt das Geld im Hergiswiler Wirtschaftskreislauf, was ja auch wieder Steuererträge generiert», begründet Remo Zberg die Idee des Gemeinderates, über welche die Hergiswiler an ihrer nächsten Gemeindeversammlung abstimmen werden.

Diese wurde wegen der Coronakrise auf den 29. Juni verschoben, da noch immer ein Versammlungsverbot von über fünf Personen gilt. Remo Zberg ist zuversichtlich, dass der Bundesrat am 27. Mai wie angedacht dieses Versammlungsverbot lockert und damit die Durchführung der Gemeindeversammlung ermöglicht. «Und im grossen Loppersaal könnten wir problemlos den geforderten Abstand von zwei Metern zwischen den Personen sicherstellen.»

Das Eröffnungsfest der frischsanierten Hergiswiler Badi vom 9. Mai ist hingegen abgesagt worden. Ob und mit welchen Sicherheitsmassnahmen die Badi am 8. Juni eröffnen kann, ist ungewiss.

Kein Volksfest für die neue ZB-Haltestelle

Ins Wasser fällt auch das auf den 20. Juni angesetzte Volksfest. Dann hätte die Gemeinde zusammen mit der Zentralbahn die Eröffnung der modernisierten und am 1. März wieder in Betrieb genommenen Zentralbahn-Haltestelle Hergiswil Matt und des benachbarten Spielplatzes feiern wollen. «Hier hätten wir die Abstandsregeln nicht einhalten können», sagt dazu Remo Zberg. Ein Kinderfest in einem kleineren Rahmen soll später nachgeholt werden.

Der Spielplatz Matt wurde 2014 für 285000 Franken erneuert, nachdem ein Sturm zwei Jahre zuvor Spielgeräte zerstört hatte. Wegen der Baustelle der Zentralbahn (ZB) für die erneuerte Haltestelle und die verlängerte Doppelspur musste der Spielplatz rückgebaut werden. Die ZB baut diesen nun auf eigene Kosten wieder auf – grossmehrheitlich mit denselben Spielgeräten.