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Der Herr der Schreiner auf dem Bürgenstock sagt Ade

Bruno Krucker geht in Pension und gibt die Schulleitung des Schreinerhauses in neue Hände: Der 44-jährige Michael Gnos aus Uri übernimmt. So nah wie sie beide ist sonst kaum einer am Puls der Schreinerzunft.
Simon Mathis
Michael Gnos (links) übernimmt auf den 1. Juli die Leitung der Höheren Fachschule Bürgenstock von Bruno Krucker. (Bild: PD)

Michael Gnos (links) übernimmt auf den 1. Juli die Leitung der Höheren Fachschule Bürgenstock von Bruno Krucker. (Bild: PD)

35 Jahre lang hat er die Höhere Fachschule Bürgenstock geprägt: der 65-jährige Stanser Bruno Krucker. Er waltete erst als Kursleiter und ab 2000 als Schulleiter im sogenannten «Schreinerhaus». Nun geht er Ende Juni in Pension. Die Schulleitung wird übernommen von Michael Gnos, Kruckers Stellvertreter. Der 44-jährige Gnos lebt in Silenen und wird das Amt am 1. Juli antreten.

Das Schreinerhaus steht seit nun schon 75 Jahren auf dem Bürgenstock. Die Zeit hat Spuren hinterlassen: Wo man früher einen einzigen Lehrgang zum Schreinermeister absolvieren konnte, bietet die Höhere Fachschule Bürgenstock heute diverse Diplomkurse und zahlreiche Seminare – und bis zu 80 Personen gehen täglich ein und aus.

Die Branche von morgen fest im Blick

Diese Entwicklung hat Bruno Krucker mitgemacht und mitgeprägt. «Als ich anfing, hat man noch gar nicht von einem Schulleiter geredet», erinnert er sich. «Wir waren zu zweit hier oben verantwortlich.» Schritt für Schritt sei die Schreinerei-Ausbildung systematischer und komplexer geworden. Als offizielle Schule des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) habe man das vorgelebt. «Als Verbandsschule werden wir von überall her beobachtet», sagt Krucker. «Man schaut auf uns, wenn man die aktuellen Trends in Erfahrung bringen will.»

Das höchste Ziel der Schule sei es denn auch, am Puls der Zeit zu bleiben. «Wissen auf Vorrat ist vorbei. Wir sind keine Uni: Wer zu uns kommt, will wissen, was die Branche morgen macht.» Heutzutage habe niemand mehr Zeit, innezuhalten. «Wir erachten es als unsere Aufgabe, Weitsicht zu verschaffen.» Mit der Tatsache, dass die Branche schnelllebiger wurde, hadert Bruno Krucker nicht: «Natürlich finde ich nicht alles gut, was passiert. Aber wenn sich das Rad immer schneller dreht, muss man immer schneller laufen.»

Wenn Krucker auf seine 35 Jahre im Schreinerhaus zurückblickt, erinnert er sich am liebsten an all jene, die in der Berufswelt dank der Bildung weiterkamen. «Zu viele Unternehmen sind im Tagesgeschäft gefangen. Sie sollten sich häufiger fragen: Wieso braucht es uns? Was wollen wir erreichen? Die Schweizer Bildung kann da helfen – das gilt nicht nur für die Schreinerbranche.»

Keine Ratschläge für den Nachfolger

Krucker habe sich stets an der Zukunft orientiert. «Das heisst, ich gehe auch jetzt nicht planlos in die Pension», sagt er mit einem Schmunzeln. Er freue sich darauf, mehr Zeit fürs Lesen und Wandern zu haben. «Zum Weltenbummler werde ich aber nicht, in der Schweiz sehe ich genug Schönheit.» Ratschläge wolle er seinem Nachfolger Michael Gnos keine geben: «Die braucht er nicht. Ich weiss, dass Michael das super machen wird.»

Gnos lässt es sich nicht entgehen, Kruckers Arbeit zu würdigen: «Bruno ist ein Vorbild für mich, ein Visionär. Seine gesunde, motivierte Beharrlichkeit wirkt ansteckend. Es ist mein Ziel, unser Team so zu begeistern, wie er es stets geschafft hat.» Angesprochen auf die Zukunft der Schreinerbranche, nennt Gnos die Digitalisierung und den Wunsch der Unternehmen, Weiterbildung und Arbeit enger, aber ressourcenschonend zu verknüpfen. «Natürlich wird uns weiter die Aufgabe begleiten, mehr Junge für das Gewerbe zu begeistern.» In der Schreinerbranche sei die Herausforderung noch grösser: «Sie ist so differenziert, dass man einfach in andere Branchen wechseln kann.» Für die Arbeiterinnen und Arbeiter sei das zwar attraktiv, aber der Verband würde sie auch gerne in der Branche behalten.

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