Der Nidwaldner Marco Odermatt: Ein Skirennfahrer mit Bodenhaftung

Im sommerlich heissen Zelt an der Iheimisch gab Marco Odermatt Auskunft über seine Erfahrungen im alpinen Skizirkus. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfuhren, wie der Nachwuchsstar so tickt.

Edi Ettlin
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Skirennfahrer Marco Odermatt (rechts) wird im Sporttalk an der Iheimisch von Moderator Christian Graf befragt. (Bild: Edi Ettlin, Buochs, 2. Juni 2019)

Skirennfahrer Marco Odermatt (rechts) wird im Sporttalk an der Iheimisch von Moderator Christian Graf befragt. (Bild: Edi Ettlin, Buochs, 2. Juni 2019)

Zum letzten Sport-Talk im Forum der Iheimisch begrüsste Moderator Christian Graf mit Skirennfahrer Marco Odermatt einen aufstrebenden Athleten, der seit mehreren Wintern mit Erfolgsresultaten auf sich aufmerksam macht. In Davos gewann er 2018 an der Juniorenweltmeisterschaft gleich fünf Goldmedaillen. Das hatte vor ihm noch niemand geschafft. Letzten Winter erreichte Odermatt dann Podestplätze im Weltcup. Sein Ziel, im Riesenslalom unter den besten 30 mitzumischen, übertrumpfte er und aktuell ist er die Nummer sieben in der Weltcup-Startliste seiner Paradedisziplin. Kein Wunder, dass ihm Kenner eine vielversprechende Zukunft in Aussicht stellen und die Medien nicht mit Vorschusslorbeeren geizen.

«Früher Erfolg ist kein Problem»

Doch Christian Graf ging es nicht darum, die bekannten Erfolge aufzuwärmen. Mit seinen Fragen rückte er immer wieder den Menschen Marco Odermatt ins Zentrum, worauf dieser in seiner unaufgeregten Art einging. Auf die Frage nach den Schattenseiten seines frühen Erfolgs antwortete der 21-Jährige zum Beispiel, dass er damit überhaupt kein Problem habe. «Es ist gut, wenn du früh all diese Erfahrungen sammeln kannst», reflektierte er. «Was ich habe, habe ich.» Sogleich unterstrich er die Wichtigkeit der Gesundheit. «Es ist ein schmaler Grat – Verletzungen können dich weit zurückwerfen.» Unweigerlich dachte man an Odermatts Meniskusriss beim Super-G in Andorra gegen Ende der Saison.

Das ganze Unterstützerteam gibt Vertrauen

Wie es dann aber bezüglich Angst oder Respekt aussehe, wollte der Moderator wissen. «Angst zu haben, wäre sicher falsch», antwortete Odermatt sofort. «Wenn man am Start steht und weiss was man will, hält sich auch der Respekt in Grenzen.» Beim Zuhören begriff man schnell, dass solche Aussagen nicht mit Gedankenlosigkeit, sondern im Gegenteil mit der seriösen Vorbereitung des ganzen Teams zu tun haben. Im Privatleben merke er immerhin, fuhr Marco Odermatt fort, dass er nicht mehr so risikofreudig sei wie früher. Und: «Meine Eltern wissen, dass ich im Normalfall mit Hirn fahre.»

Solche Äusserungen und der Umstand, dass ihn noch niemand hat aufbrausen sehen, haben Odermatt den Ruf eingetragen, ein besonders geerdeter Athlet zu sein. Doch welches Image möchte er eigentlich selber nach aussen vermitteln? «Das habe ich mir nie überlegt», erwiderte er. «Am einfachsten ist es, wenn du einfach dich selber bist.»

Zum Schluss wollte Christian Graf wissen, was Odermatt all den noch jüngeren Skifahrern rate, für die er bereits ein Vorbild sei. «Sie sollen einfach Freude haben am Skifahren», sagte er, ohne zu zögern. «Es braucht Spass, aber auch Durchhaltewillen.»