Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki (FDP) steigt ins Bundesrats-Rennen ein

Nach lediglich drei Jahren im Ständerat will es Hans Wicki wissen: Die FDP Nidwalden hat am Mittwochmorgen bekannt gegeben, den 54-jährigen Hergiswiler als Bundesrat nominieren zu wollen. Die Fraktion in Bundesbern wird Mitte November entscheiden.
Oliver Mattmann
Der Nidwaldner Freisinnige Hans Wicki will vom Ständerat in den Bundesrat wechseln. Der 54-Jährige hat seine Kandidatur anlässlich einer Medienkonferenz am Mittwoch im Rathaus Stans bekannt gegeben. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 17. Oktober 2018))

Der Nidwaldner Freisinnige Hans Wicki will vom Ständerat in den Bundesrat wechseln. Der 54-Jährige hat seine Kandidatur anlässlich einer Medienkonferenz am Mittwoch im Rathaus Stans bekannt gegeben. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 17. Oktober 2018))

Eine gehörige Portion Ehrgeiz ist Hans Wicki noch nie abzusprechen gewesen. Dies war schon so zu Zeiten, als er als Gemeindepräsident von Hergiswil (2006-2010) ab und an harte Verhandlungen mit dem Kanton führte, später als Baudirektor (2010-2016) desselben gewollt oder ungewollt im Rampenlicht stand, und auch als es 2015 darum ging, Paul Niederberger als einziger Nidwaldner Ständerat zu beerben und der CVP das Jahrzehnte währende Abo auf den Sitz in der Kleinen Kammer wegzuschnappen.

Nun will Hans Wicki noch eine weitere Stufe erklimmen – die höchste im Land. Am Mittwochmorgen hat der 54-jährige Ökonom zusammen mit Stefan Bosshard, dem Präsidenten der FDP Nidwalden, an einer Pressekonferenz in Stans verlauten lassen, dass er für den Bundesrat kandidieren will. Er habe sich während seines Entscheidungsprozesses mit der Frage auseinandergesetzt, was man als Bundesrat alles mitbringen müsse. Er sei auf ein sehr «differenziertes und komplexes Jobprofil» gekommen. Man müsse unter anderem einen Grossbetrieb führen und Allianzen schmieden können, die Kommissionsarbeit beherrschen und vor dem Parlament bestehen und sich auch auf dem internationalen Parkett bewegen können. «Ich habe meinen Erfahrungsrucksack auf das Jobprofil des Bundesrates gelegt und durfte feststellen, dass es passt», sagte Hans Wicki vor zahlreichen Medien.

Als möglicher Kandidat ist Hans Wicki schon länger gehandelt worden. Nun ist es offiziell - sofern die FDP Nidwalden ihn am 23. Oktober an einer ausserordentlichen Nominationsversammlung in Stans portieren wird, wovon aber auszugehen ist. Seitens der Liberalen hat sich bisher die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter als Bundesratskandidatin geoutet. Andere potenzielle FDP-Vertreter für den Sitz des zurücktretenden Parteikollegen Johann Schneider-Ammann haben abgesagt oder ihren Entscheid bisher noch nicht kommuniziert.

Hans Wicki hat viele VR-Mandate inne

Bereits im Vorjahr, als es darum ging, den Posten von Didier Burkhalter in der Landesregierung neu zu besetzen, hatte die FDP Nidwalden bei Hans Wicki die Fühler ausgestreckt. «Wir sehen ihn ihm einen ausgezeichneten Kandidaten für den Bundesrat», hiess es in einer Medienmitteilung. Damals hatte Wicki noch signalisiert, dass er nicht zur Verfügung stehe. Nun ist für ihn nach lediglich drei Jahren im Ständerat offenbar die Zeit reif, den nächsten Schritt zu vollziehen. «Ich habe mir diesen Entscheid reiflich überlegt, selbstverständlich auch mit meiner Familie.»

Der ehemalige Regierungsrat verfügt über ein intaktes Netzwerk. Derzeit übt er verschiedene Verwaltungsratsmandate aus, so bei den Titlis-Bahnen, der Schurter Holding, bei den Schindler Aufzügen sowie bei der Auto Holding AG Rothenburg. Zudem führt der zweifache Familienvater zusammen mit seiner Frau ein eigene Gesellschaft mit Sitz an seinem Wohnort, die laut Eintrag im Handelsregister unter anderem die Erbringung von Beratungen im Bereich Mentaltraining und in der Förderung der persönlichen, sportlichen und unternehmerischen Entwicklung bezweckt. Ferner war Wicki früher Verwaltungsratspräsident der Pfisterer Gesellschaften in der Schweiz und über viele Jahre Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz.

Das Medieninteresse an Hans Wickis Pressekonferenz ist gross. (Bild: Oliver Mattmann, Stans, 17. Oktober 2018)

Das Medieninteresse an Hans Wickis Pressekonferenz ist gross. (Bild: Oliver Mattmann, Stans, 17. Oktober 2018)

Die Vereinigte Bundesversammlung wird am 5. Dezember die beiden Bundesräte wählen, die in die Fussstapfen von Johann Schneider-Ammann (FDP) und Doris Leuthard (CVP) treten. Die FDP hat ihren Kantonalparteien bis zum 24. Oktober Zeit gegeben, Kandidaten zu nominieren. Die Fraktion wird dann am 16. November entscheiden, mit wie vielen Kandidaten und wem sie in die Wahl steigt.

Im Fall einer Nomination und späteren Wahl wäre Hans Wicki der erste Bundesrat aus Nidwalden überhaupt. «Es ist aus meiner Sicht an der Zeit für einen Nidwaldner Bundesrat. Es kann nicht sein, auch nicht im Sinne der Gründerväter, dass die Urschweiz derart untervertreten ist», so Wicki. Bisher stellte die Zentralschweiz acht Bundesräte, darunter den Obwaldner Ludwig von Moos (CVP, 1959-1971). Der letzte Zentralschweizer Magistrat war der Luzerner Kaspar Villiger (FDP, 1989-2003). Seither ist die Landesmitte aussen vor geblieben. Gut möglich, dass dies die Chancen von Wicki erhöht, von der Fraktion tatsächlich für die Wahl aufgestellt zu werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.