Interview

Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki zu seinem neusten Mandat: «Ich bin kein Tunnelfanatiker»

FDP-Ständerat Hans Wicki ist neu Verwaltungsratspräsident der Grimselbahn und setzt sich für den Bau eines Tunnels ein – nicht zum ersten Mal.

Christian Glaus
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Der Nidwaldner FDP-Ständrat Hans Wicki.

Der Nidwaldner FDP-Ständrat Hans Wicki.

Bild: PD

Der Nidwaldner FDP-Ständerat Hans Wicki ist neuer Verwaltungsratspräsident der Grimselbahn AG. Er wurde am Dienstag an der Generalversammlung gewählt, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist eines von zahlreichen Mandaten, die Wicki angenommen hat. Gegenüber unserer Zeitung erklärt er, was ihn am Mandat bei der Grimselbahn reizt, und ob er noch Zeit hat für das Amt als Ständerat.

Was hat Sie dazu bewogen, Verwaltungsratspräsident der Grimselbahn AG zu werden?

Hans Wicki: Die AG plant den Bau des Grimseltunnels zwischen Innertkirchen und Oberwald. Das ist ein sehr innovatives Projekt, das den Bau eines Eisenbahntunnels und den längst fälligen Ausbau der bestehenden Stromleitung vorsieht – beides kombiniert in einem Tunnel. Ich war schon bisher Mitglied im Grimsel-Tunnel-Komitee und habe mich im Ständerat dafür eingesetzt, dass die Planung in den Ausbauschritt 2035 der Bahn aufgenommen wird, was auch geschah. Das Mandat als Verwaltungsratspräsident habe ich übernommen, weil der bisherige Präsident altershalber zurücktritt.

Ein Grimseltunnel hat mit unserer Region wenig zu tun. Weshalb ist das Mandat trotzdem interessant?

Ich bin ein Verfechter des Tourismus, der Bergregionen, des attraktiven und optimierten kombinierten Verkehrs. Für mich als Mitglied der Verkehrskommission ist ein solches Mandat legitim und es ist auch gut für unsere Region.

Wie meinen Sie das?

Für die Zentralschweiz kann das sehr attraktiv werden, wenn eine Verbindung des Tourismusverkehrs zwischen Interlaken und Andermatt auf der Schiene zu Stande kommt. Auch für die Zentralbahn könnte das Projekt als mögliche Betreibergesellschaft attraktiv werden, was aber noch in weiter Ferne liegt. Ausserdem bin ich überzeugt, dass dieses Projekt auch für die Energieversorgung in unserem Land interessant ist.

Sie sind auch Verwaltungsratspräsident der Titlis Bergbahnen und Präsident des Komitees für den Durchgangsbahnhof Luzern. Bahnen scheinen Ihnen am Herzen zu liegen.

Es handelt sich bei der Grimselbahn erst um ein Planungsprojekt, das nicht in der Umsetzung ist. Jetzt geht es darum, das Projekt weiter zu begleiten und zu schauen, ob dessen innovativer Charakter umsetzbar ist, die gewünschte Synergie und den prognostizierten Mehrwert für den Tourismus bringt.

Mit dem Durchgangsbahnhof und dem Grimseltunnel setzen sie sich für zwei grosse unterirdische Projekte ein. Wollen Sie als Tunnelbauer in die Geschichte eingehen?

Ich engagiere mich auch für den Zentralbahn-Tunnel in Hergiswil. Aber das hat sich eher zufällig so ergeben. Mir ist eine gute ÖV-Anbindung wichtig, auch für den Kanton Nidwalden, damit er nicht abgehängt wird. Es ist aber nicht so, dass ich ein Tunnelfanatiker bin.

Auf der Website des Parlaments werden bei Ihren Interessenbindungen zehn Mandate ausgewiesen, die Grimselbahn ist da noch nicht einmal dabei. Haben Sie überhaupt noch Zeit für Ihr Amt als Ständerat?

Es sind nicht alle Mandate von gleicher Intensität. Vier Mandate nehmen neben dem Ständeratsmandat viel Zeit in Anspruch. Bei den anderen geht es eher darum, mein Netzwerk einzusetzen.

Welche Mandate beschäftigen Sie am stärksten?

Das sind zur Hauptsache das Präsidium bei den Titlis Bergbahnen sowie die Verwaltungsratsmandate bei Schurter, der Auto AG in Rothenburg und bei Schindler Schweiz.

Auf welches Pensum kommen Sie neben Ihrem Amt als Ständerat?

So genau kann ich das nicht beziffern. Der Ständerat beansprucht etwa 60 bis 70 Prozent meiner Zeit. In der verbleibenden Zeit können die anderen Mandate gut bewältigt werden.