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Der Stanser hat viel über geschüttelte Hände zu erzählen

Beat Klarers «spannende Erlebnisse» reichen für mehrere Leben. Wenn diesen Freitag ein Teil davon im Schweizer Fernsehen ausgebreitet wird, fehlt bereits ein Puzzlestein - weil die Sendung im April aufgezeichnet wurde.
Raphael Zemp
Beat Klarer bei der Gotthard Dampflokomotive C 5/6 im Verkehrshaus, wo er aufgewachsen ist. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. August 2018))

Beat Klarer bei der Gotthard Dampflokomotive C 5/6 im Verkehrshaus, wo er aufgewachsen ist. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. August 2018))

Beat Klarer, FDP-Ortspräsident aus Stans, ist ein Tausendsassa: Er hat sich einen Namen als Eisenbahn-Experte gemacht, US-Astronauten die Hand geschüttelt und von der Sängerin Paola del Medico einen Wangenkuss gekriegt. Und das alles, weil er im Verkehrshaus Luzern aufgewachsen ist. Der gebürtige Stadtluzerner war jahrelang in der IT-Branche tätig und ist heute unter anderem Präsident von ZB Historic. Zudem engagiert er sich im Marketing für die Dampfbahn Furka-Bergstrecke.

In der SRF-Sendung «Geboren am ...» am Freitag Abend um 21 Uhr schildert Klarer seinen bewegten Werdegang, wie auch Werner Baumann, der zeitweise als Hippie in Rio de Janeiro lebte, und der «Blödelvater der Nation», Peach Weber. Neben spannenden Lebenswandeln eint die Drei das Geburtsdatum 14. Oktober 1952. Wir trafen den umtriebigen 65-Jährigen vor kurzem im Café des Verkehrshauses.

Beat Klarer, wie ist das Fernsehen auf Sie aufmerksam geworden?

Es muss wohl einer Verkettung verschiedener Umstände geschuldet sein. Zum einen bin ich kein Unbekannter in der Medienbranche, habe etwa während über zehn Jahren fürs Regionaljournal Zentralschweiz gearbeitet – an den Wochenenden, in meiner Freizeit notabene. Zum anderen ist diesen Frühling das Buch des Berners François Loeb «Geschichten, die das Verkehrshaus schrieb» herausgekommen. Auch wenn ich nur im Editorial mit Namen aufgeführt bin; viele geschilderte Episoden sind aus meiner Kindheit und Jugendzeit entnommen. Dass ich nur wenige Tage nach dessen Vernissage eine Anfrage von der Produktionsfirma für die SRF-Sendung «Geboren am ...» bekommen habe, ist wohl nicht Zufall.

Sie waren also nicht überrascht, als Sie angefragt wurden?

Jäh, überrascht ...(denkt nach). Ich fand es sicherlich toll. Und doch, eigentlich war ich schon auch erstaunt.

Sie sind generell nicht so schnell zu überraschen?

In der Tat habe ich schon viel Aussergewöhnliches erlebt und viele einzigartige Personen kennen lernen dürfen. Auch weil ich im Verkehrshaus grossgeworden bin. Ohne schon zu viel von der Sendung vorwegzunehmen: Das prägendste Erlebnis war sicherlich die Begegnung mit den US-Astronauten Neils Armstrong und John Glenn. Letzteren durfte ich gar auf einer privaten Reise ins Berner Oberland begleiten, zusammen mit meinem Vater. Wir fuhren mit der Dampfbahn auf das Brienzer Rothorn und anschliessend mit dem Kursschiff von Brienz nach Interlaken. Wegen meiner begrenzten Englischkenntnisse bewegten sich die Gespräche nicht über Small Talk hinaus.

Nach dem Buch nun eine Fernsehsendung: Woher rührt Ihr Verlangen, die eigenen Erlebnisse mit einem breiteren Publikum zu teilen?

Ich habe mich erst in den letzten Jahren verstärkt mit meiner eigenen Geschichte befasst. Meine Eltern sind gestorben und ich habe weder Kinder noch Geschwister. Meine Mitteilungsfreudigkeit rührt wohl auch daher.

«Kritiker monieren sogar, ich sei mediengeil. Zu unrecht.»

Beat Klarer

Haben Sie denn nicht Angst, zu viel von sich preiszugeben?

Nein. Ich bin geübt im Umgang mit Medien. Kritiker monieren sogar, ich sei mediengeil. Zu unrecht. Ich erzähle lediglich von erlebten Tatsachen, von Treffen und Ereignissen, die so tatsächlich stattgefunden haben. Ich finde, dazu darf und soll man stehen. In der Sendung fehlt sogar ein wichtiges Puzzleteil meines Lebens, weil sie im vergangenen April gedreht wurde. In der Zwischenzeit habe ich nämlich eine Partnerin gefunden.

Sie sind ein ausgewiesener Eisenbahn-Experte, waren beruflich in der IT-Branche tätig, haben in Ihrer Freizeit für Medien gearbeitet. Sie scheinen auf vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Kann das mitunter auch ein Problem sein?

Ich interessiere mich in der Tat für sehr viel, beruflich und auch privat. Ich koche und fotografiere gerne, bin schon viel in der Welt rumgekommen. Fremde Kulturen und Sprachen, das fasziniert mich. All diese Interessen zu vereinen, habe ich allerdings nie als Belastung, sondern immer als Bereicherung empfunden. Meine Partnerin tickt diesbezüglich zum Glück gleich. Auch ihre Interessen sind breit gefächert.

Wer seine Lebensgeschichte preisgibt, hat meist auch eine Botschaft. Was ist Ihre?

Obschon mir meine Kindheit und Jugend im Verkehrshaus viele bereichernde Begegnungen mit interessanten Persönlichkeiten beschert und mir eine lebenslange Faszination für Eisenbahnen, ja Verkehrsmittel generell eingebrockt hat; es war nicht immer alles rosig. Ich hatte ein schwieriges Elternhaus, kaum Freunde und war als Einzelkind oft alleine. Trotzdem verstand ich es, mich aus diesem teils sehr einengenden Umfeld herauszukämpfen. Ich habe auch in meinem Leben stets vorwärtsgeschaut, war stets positiv eingestellt. Das hat sich ausbezahlt, mir viele schöne Momente und Erlebnisse geschenkt und mich zu dem gemacht, der ich heute bin: einer, der mit Zufriedenheit und Gelassenheit aufs Erreichte zurückblicken kann.

Zum Schluss. Was würden Sie heute anders machen?

Gerne würde ich mit «nichts» antworten. Tatsächlich aber wünsche ich mir, ich hätte früher einen Austausch ins Ausland gewagt. Andere Sprachen und Kulturen – das erweitert den Horizont ungemein.

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