Der Stanser Samichlaus auf neuen Wegen

Trotz geänderter Route konnte sich der Samichlaus in Stans an einem würdigen Umzug erfreuen.

Edi Ettlin
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Der Samichlaus im Mittelpunkt des Umzugs.

Der Samichlaus im Mittelpunkt des Umzugs.

Bild: Edi Ettlin (Stans, 5. Dezember 2019)

Pünktlich um 19.40 Uhr gingen am vergangenen Donnerstag im Dorf die Lichter aus. Zum dumpfen Dröhnen von 528 Trichlern trugen zwölf starke Männer den Samichlaus auf seiner Sänfte unter dem purpurroten Baldachin durchs Dorf. Freundlich winkte er der Menge am Strassenrand zu, beleuchtet nur vom flackernden Schein der Fackeln, einer Batterielampe und der einen oder anderen Leuchtreklame, die jemand vergessen hatte auszuschalten. Während die Geiggel klingendes Kleingeld sammelten und die Schmutzli auf Funken sprühenden Nagelschuhen ausschwärmten, sorgten die Dotschenträger mit ihren Laternen für bunte Farbtupfer. Bedächtigen Schrittes angeführt wurde der Umzug wie immer von einem gelb gewandeten Zugführer, dem «Chines».

Es war bereits das 52. Mal, dass der Samichlaus am Vorabend des Nikolaustages auf diese Weise dem Dorf seine Aufwartung machte. Doch etwas war diesmal anders. Wegen der Baustelle in der Nägeligasse steuerte der Tross aus der Schmiedgasse kommend direkt auf die Stansstaderstrasse zu, bog bei der Stanserhornbahn links ab und drehte eine Runde um die parkierten Autos im Steinmätteli. Die Gemeinde hatte sich mit dem Feuerwehrverein, der den Umzug seit Jahrzehnten organisiert, darauf geeinigt, dass bei diesem Anlass für einmal die Baugrube Nägeligasse nicht zugeschüttet und anschliessend wieder neu ausgehoben werden soll.

Pausenfreier Umzug kommt gut an

Für viele Zuschauer gehört es dazu, während des Umzugs den Standort zu wechseln, damit sie den Samichlaus aus verschiedenen Winkeln sehen. Dieses Jahr säumte auf dem Rückweg mehr Volk die Strasse als üblich. Weil der Zwischenhalt beim Alters- und Pflegeheim ausfiel, mussten die Schaulustigen nicht so lange warten, bis der Zug zu seinem Ausgangspunkt beim Schulzentrum Tellenmatt zurückkehrte. Immerhin hatten die Chlausträger beim Salzmagazin kurz Zeit, den Samichlaus abzustellen und ihre Schultern zu lockern.

Nach dem Austricheln auf dem Schulhausplatz, wo alle nochmals einen gemeinsamen Takt gefunden hatten, wartete dann die Belohnung für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Im Velokeller gab es wie immer Cervelat und Brot mit einem Kaffee Zwetschgen.