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Der Stanser Verkehr fliesst im Uhrzeigersinn

Ab Juli dürfen die Autos auf einem Abschnitt der Robert-Durrer- und der Stansstaderstrasse nur noch in eine Richtung fahren. In einem einjährigen Versuch will der Gemeinderat Erkenntnisse sammeln – und die Meinungen der Bürger einholen.
Matthias Piazza
Ab hier wird künftig Einbahnsystem sein: Gemeinderätin Sarah Odermatt vor dem «Engel» am Dorfplatz. (Bild: Boris Bürgisser, Stans, 9. Mai 2019)

Ab hier wird künftig Einbahnsystem sein: Gemeinderätin Sarah Odermatt vor dem «Engel» am Dorfplatz. (Bild: Boris Bürgisser, Stans, 9. Mai 2019)

Autofahrer müssen sich umgewöhnen. Der Gemeinderat setzt um, was die Stanser an der Gemeindeversammlung im vergangenen Herbst mit einem Ja-Stimmen-Anteil von fast 70 Prozent beschlossen haben: den Versuch eines Teil-Einbahn-Betriebs im Stanser Dorfzentrum. Nun steht die genaue Verkehrsführung fest. Auf der Robert-Durrer-Strasse zwischen der Einfahrt ins Parkhaus der Nidwaldner Kantonalbank und der Einfahrt in den Bahnhof Stans (Tottikonstrasse) herrscht für Autos, Lastwagen und Postautos Einbahnverkehr in Richtung Bahnhof. Auf der Stansstaderstrasse zwischen dem Dorfplatz und dem Karli-Kreisel fliesst der motorisierte Verkehr nur in Richtung Stansstad. Falls bis zum Ende der Frist vom 28. Mai keine Beschwerden eingehen, werden die Signalisationen ab Mitte Juli angepasst und die neue Verkehrsführung in Kraft gesetzt.

Diese Uhrzeigervariante sei nicht willkürlich gewählt, erklärt die Stanser Gemeinderätin Sarah Odermatt, die für das Ressort Tiefbau zuständig ist. «Würde der Verkehr auf der Stansstaderstrasse in Richtung Dorfplatz fliessen, wäre das Nadelöhr beim Tellenegg, wo jetzt schon Einspurbetrieb Richtung Oberdorf gilt, noch stärker belastet. Auch die Postautos von Stansstad und Sarnen müssten sich durch diese enge Passage zwängen, was sich negativ auf die Fahrplanstabilität auswirken könnte.»

Das Postauto ist auch ein Hauptgrund, dass das Einbahnregime bei der Robert-Durrer-Strasse nicht schon bei der Verzweigung in die Buochserstrasse beim Coop gilt. So kann das Postauto, das von Buochs herkommt, auch weiterhin über die Robert-Durrer-Strasse zum Bahnhof einbiegen.

Bedenken, dass der Verkehr im Dorfkern zunimmt, hat Sarah Odermatt nicht. «Zwar werden mehr Postautos durch die Stansstaderstrasse fahren, aber der ganze Verkehr ostwärts rollt dafür neu durch die Robert-Durrer-Strasse.»

Von dem durch ein Verkehrsbüro begleiteten Versuch, für den die Stanser einen Kredit von 125000 Franken sprachen, will der Gemeinderat insbesondere eine Antwort auf die Verkehrsprobleme auf der Robert-Durrer-Strasse finden, wo sich Velo- und Autofahrer gerade mal drei Meter Fahrbahn je Richtung auf der stark befahrenen Strasse mit täglich rund 7500 Fahrzeugen teilen.

Velofahrer bekommen mehr Platz

Das dürfte auch die Velofahrer freuen, nicht nur, weil sie auch künftig in beide Richtungen fahren können. Sie bekommen zudem mehr Platz in den Abschnitten, in denen Autos nur noch in eine Richtung fahren. Auf der aufgehobenen Autospur bekommen sie eine 1,8 Meter breite Velospur. Velofahrer, die in Richtung des motorisierten Verkehrs unterwegs sind, teilen sich wie gewohnt die Fahrspur mit den Autofahrern.

Mehr Platz bekommen auch die Fussgänger. An zwei Stellen der Stansstaderstrasse, wo die Trottoirs nur 70 Zentimeter breit sind, wird die Fussgänger-«Spur» auf eineinhalb Metern, der vorgeschriebenen Mindestbreite für Trottoirs, verbreitert. Nichts ändert sich am Geschwindigkeitsregime: Tempo 50 auf der Robert-Durrer-Strasse und der Stansstaderstrasse zwischen Karli-Kreisel und Stanserhornbahn und Tempo 30 zwischen Dorfplatz und Stanserhornbahn.

Gemeinderat behält Nägeligasse im Auge

Stichwort Schleichverkehr: Natürlich sei es nicht die Idee, dass Autofahrer über die schmale Nägeligasse ausweichen würden, wenn sie vom Karli-Kreisel in Richtung Dorfplatz fahren wollten. Man werde die Situation beobachten und bei Bedarf reagieren, so Sarah Odermatt. Wenn die Stanser am 22. Mai an der Gemeindeversammlung einem Sanierungskredit von 1,9 Millionen Franken zustimmen, ist die Durchfahrt wegen Bauarbeiten ab September sowieso gesperrt. Die Nägeligasse solle aber auch nach den Bauarbeiten nicht zur Durchfahrtsstrasse werden.

Bei der Einfahrt von der Robert-Durrer-Strasse in die Buochserstrasse beim Coop staut sich der Verkehr jetzt schon, dieses Problem dürfte sich mit dem Einbahn-Regime verschärfen, wenn sich der ganze Autoverkehr von Stansstad Richtung Buochs auf der Robert-Durrer-Strasse abwickelt. Das ist sich Sarah Odermatt bewusst. «Wir müssen gewährleisten, dass man auch künftig nach links Richtung Buochs abbiegen kann. Wir prüfen dafür vor dem Knoten ein Lichtsignal für den Verkehr von Buochs.»

Während der einjährigen Versuchsphase will der Gemeinderat zusammen mit dem kantonalen Amt für Mobilität und der Kantonspolizei die Erfahrungen auswerten. Dabei sollen auch die Meinungen der Bürger einfliessen, die sie unter anderem in einer Umfrage kundtun können. Je nachdem werde das Einbahn-System definitiv eingeführt.

Ob Einbahnverkehr oder nicht: Die rund 50-jährige Robert-Durrer-Strasse ist sanierungsbedürftig. Für die Erneuerung des Belags inklusive neuer Beleuchtung, Ersatz der Trinkwasserleitung und Einführung des Trennsystems stimmten die Stanser an der Gemeindeversammlung 2017 einem Planungskredit von 530000 Franken zu. Die Planung werde fortgeführt, sobald die Verkehrsführung feststehe, so Sarah Odermatt. Frühestens Ende nächsten Jahres sei mit der Urnenabstimmung für den Sanierungskredit zu rechnen.

Die Gemeinde Stans nimmt Anregungen zum Versuchsbetrieb entgegen: bauamt@stans.nw.ch, 041 619 01 20.

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