Der Startschuss für das neue Logistikgebäude in Oberdorf ist gefallen

Am Montagmorgen fand der Spatenstich statt. Der Ersatzbau Süd beim Waffenplatz Wil soll im Mai 2021 bezugsbereit sein. 

Philipp Unterschütz
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Es dürfte wohl der erste Anlass des Kantons Nidwalden gewesen sein, an dem man sich nur zulächelte, anstatt sich zur Begrüssung die Hand zu geben. Doch die Schutzmassnahmen gegen das Corona-Virus trübten die Freude am Spatenstich für den Ersatzbau Süd in Wil kaum. Südlich des Kasernenareals Wil begannen am Montagmorgen die Bauarbeiten für ein multifunktionales, dreistöckiges Gebäude mit unterirdischer Tiefgarage. Realisiert wird es vom Kanton Nidwalden gemeinsam mit dem Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) Bern.

Marcel Adam, Armasuisse, Judith Odermatt, Gemeindepräsidentin Oberdorf, Alexander Furer, Kdt. Kompetenzzentrum Swissint Oberdorf, Karin Kayser, Justiz- und Sicherheitsdirektorin NW und Josef Niderberger, Baudirektor NW (von links) beim Spatenstich.

Marcel Adam, Armasuisse, Judith Odermatt, Gemeindepräsidentin Oberdorf, Alexander Furer, Kdt. Kompetenzzentrum Swissint Oberdorf, Karin Kayser, Justiz- und Sicherheitsdirektorin NW und Josef Niderberger, Baudirektor NW (von links) beim Spatenstich.

Bild: Philipp Unterschütz (Oberdorf, 2. März 2020)

Im Beisein der Regierungsräte Josef Niederberger und Karin Kayser, sowie Marcel Adam von Armasuisse Immobilien, Alexander Furer, Kommandant des Kompetenzzentrums Swissint, Judith Odermatt, Gemeindepräsidentin der Standortgemeinde Oberdorf sowie der
Korporation Stans als Landeigentümerin, wurde in einem symbolischen Akt mit dem Bau des Logistikgebäudes begonnen.

Oberdorf kann neues Dorfzentrum entwickeln

Josef Niederberger freute sich, dass im Baubewilligungsverfahren keine Einsprachen eingegangen sind: «Für mich ist dies auch ein Beweis, dass wir mit der Wahl einer schlichten Holzfassade und dadurch sanften Einbettung des Gebäudes in die Umgebung richtig gelegen sind.»

So soll der Ersatzbau Süd beim Waffenplatz Wil in Oberdorf aussehen:

So soll der Ersatzbau Süd beim Waffenplatz Wil in Oberdorf aussehen:

Visualisierung: PD

Mit vorgezogenen Massnahmen aus dem Strassenraumgestaltungsprojekt der angrenzenden Kantonsstrasse ist die Zufahrt zur Baustelle erstellt worden. Die nun verwendete Fläche, auf der bis vor kurzem die «Grasdörri» stand, kann nach Fertigstellung des Objekts als temporärer Installationsplatz für die besagte Strassenraumgestaltung genutzt werden, bevor darauf die neue Wertstoffstelle der Gemeinde Oberdorf realisiert wird. «Dank dem Projekt kann die Gemeinde ihr Dorfzentrum neu entwickeln», erklärte Josef Niederberger. So wird das alte Zeughaus frei oder auch der bisherige Parkplatz beim Landsgemeindeplatz.

Als erster Schritt werden die Baupiste und der Installationsplatz neben dem geplanten Ersatzbau Süd erstellt. Vorsorglich wird der in unmittelbarer Nähe liegende Damm der Engelbergeraa vor den Aushubarbeiten zusätzlich gesichert. Auf der Parzelle befindet sich zudem eine Leitung des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN), die das Engelbergertal mit Strom versorgt. Auch diese muss gegen Schäden während der Bauphase speziell geschützt werden.

Christoph Gander, Vorsteher Hochbauamt Nidwalden und Projektleiter Ersatzbau Süd.

Christoph Gander, Vorsteher Hochbauamt Nidwalden und Projektleiter Ersatzbau Süd.

Bild: Philipp Unterschütz

Die Oberfläche der Parzelle wird abgetragen. Laut Projektleiter Christoph Gander, Vorsteher des Hochbauamtes Nidwalden, wird der Humus für die Renaturierung der zurückgebauten Pisten auf dem Flugplatz Buochs verwendet. Der Unterboden wird in Beckenried beim Lielibach eingebaut.
Diese Arbeiten nehmen rund sechs Wochen in Anspruch.

Mitte April beginnt der eigentliche Bau des 84 Meter langen und 16 Meter hohen Gebäudes, auf dem eine rund 2000 Quadratmeter grosse Fotovoltaikanlage installiert wird. Für Baudirektor Niederberger eine Win-win-Situation: «Der Kanton und die Armasuisse stellen dem EWN den Platz auf dem Dach gegen eine geringe Miete zur Verfügung, das EWN realisiert dafür in Eigenregie die Solaranlage.» Der produzierte Strom dient einerseits für den Eigenverbrauch des Gebäudes, wird aber auch ins Netz eingespeist und vom EWN verkauft. Die Übergabe des neuen Gebäudes an die künftigen Nutzer ist für Mai 2021 vorgesehen.

Ersatz für wegfallende Räumlichkeiten

Das Raumprogramm des Ersatzbaus Süd umfasst nebst einer Fahrzeughalle und Ausbildungsräumen für die Schweizer Armee auch Ersatzflächen für das Zeughaus mit der Retablierungsstelle sowie Büroräumlichkeiten für die kantonale Abteilung Militär. Das Gebäude gehört im Stockwerkeigentum zu 55 Prozent dem Kanton und zu 45 Prozent dem Bund. «Der wohl schwierigste Teil des Projekts war es, sowohl im Kanton als auch beim Bund das Bewusstsein für die Notwendigkeit zu schaffen», sagt Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser. Das Nidwaldner Stimmvolk hatte im Herbst 2018 dem Kantonsbeitrag von 11,1 Millionen Franken zugestimmt. Der restliche Anteil von 9,1 Millionen Franken wird vom Bund übernommen.

Das Vorhaben ist aus mehreren Gründen für Kanton und Bund notwendig. So steht künftig die von der Armee zugemietete Halle 3 auf dem Flugplatz Buochs für die Unterbringung von Fahrzeugen und für die Sanitätsausbildung nicht mehr zur Verfügung. Auf der anderen Seite erschweren statische und logistische Probleme im veralteten Zeughaus die Lagerbewirtschaftung sowie die internen Abläufe zusehends. Darüber hinaus bildet die unterirdische Tiefgarage einen Ersatz für die wegfallenden Parkplätze auf dem Landsgemeindeplatz, den die Gemeinde Oberdorf einer neuen Nutzung zuführen will.

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