Der Wellenberg könnte Touristen vertreiben

Im Vergleich mit anderen Kandidaten für ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle sind die regionalwirtschaftlichen Effekte in der Region Wellenberg relativ tief. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Energie (BFE) in einer Studie.

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Blick auf den Wellenberg bei Wolfenschiessen. (Bild: Keystone)

Blick auf den Wellenberg bei Wolfenschiessen. (Bild: Keystone)

Ein solches Lager würde über einen Zeitraum von 94 Jahren eine jährliche Wertschöpfung von 4,4 Millionen Franken generieren, teilte das BFE am Montag mit. In Arbeitsstellen ausgedrückt, würde der Wellenberg 35 Vollzeitstellen schaffen.

Die geringe Wirkung wird damit begründet, dass sich die Region Wellenberg auf das Engelbergertal beschränkt. Die Bevölkerungszahl und die Wirtschaftskraft ist um ein Mehrfaches kleiner als in den anderen Regionen.

Die Wirtschaft in der Region Wellenberg ist deshalb zu klein, um alle Aufträge, die regional vergeben werden könnten, auszuführen. Rund 30 Prozent der Umsätze würden an auswärtige Unternehmen abfliessen.

Im Verhältnis zur bestehenden Wirtschaftskraft ist der positive Effekt aber höher als in den anderen möglichen Standortregionen. In der Bauphase erwartet das BFE Spitzeneffekte von bis zu 14,5 Millionen Franken oder 120 Stellen.

Das Engelbergertal ist die einzige mögliche Standortregion mit einem starken Tourismus. Der Anteil an Feriengästen ist hoch, viele reisen mit internationalen Touroperators an. Ein nukleares Tiefenlager könnte deshalb die Branche empfindlich stören.

Die Studie geht im Fremdenverkehr von einem negativen Effekt von 5,4 Millionen Franken aus. Deutlich geringer wird der negative Einfluss auf die Landwirtschaft eingestuft, nämlich 0,1 Millionen Franken.

Steuerlich dürfte sich das Lager nicht rechnen: Es wirft keinen Gewinn ab, ein Teil der Angestellten wohnt auswärts, Landwirtschaft und Tourismus zahlen wegen den Umsatzrückgängen weniger Steuern. Die Studie rechnet mit einem Minus von jährlich 0,3 Millionen. Diesen Rückgang mehr als kompensieren werden gemäss BFE aber die Abgeltungen, die pro Jahr 3,2 Millionen Franken betragen dürften.

sda